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Insbesondere in den Zeitfahrdisziplinen, auf der Bahn und beim Triathlon trägt ein aerodynamischer Vorteil entscheidend zum Sieg bei. Aber auch für Straßenradsportler spielt die Sitzposition eine aus aerodynamischer Sicht wichtige Rolle.
Im Laufe der letzten Jahre wurden daher zahlreiche aerodynamische Komponenten entwickelt, um den Luftwiderstand von Rad und Fahrer zu optimieren. Beispiele hierfür sind spezielle Bekleidung, Aerohelme und Scheibenlaufräder. Der technische Erfindergeist wird jedoch durch das Regelwerk des Weltradsportverbandes UCI stark reglementier
Optimale Reduzierung des Luftwiderstands
Eine grundlegende und entscheidende Reduzierung des Luftwiderstandes lässt sich unterdessen mit einer Optimierung der Sitzposition auf dem Fahrrad erreichen. Hierbei gibt es jedoch keine allgemein gültigen Empfehlungen. Notwendig ist eine individuelle Anpassung der Rennmaschine an den Fahrer.
Dies bedarf einer komplexen Analyse und viel Erfahrung. Es ist der Verdienst des Ingenieurs Uli Schoberer, der mit seinem Leistungsmesssystem einen ersten, noch sehr einfach strukturierten Test entwickelt hat, um Aussagen über die Aerodynamik einer Position treffen zu können. Dabei werden auf einer Radrennbahn durch ein Leistungsmessgerät die Leistungsdaten für eine bestimmte Geschwindigkeit bestimmt und bei verschiedenen Geschwindigkeiten miteinander verglichen.
Mithilfe einer Formel können Roll- und Luftreibungswiderstand mit einbezogen werden und die Leistung für runde Geschwindigkeiten berechnet werden, so dass die verschiedenen Läufe miteinander verglichen werden können. Allerdings kann in dieser einfachen Form nicht berücksichtigt werden, ob die Sitzposition für ein kurzes Zeitfahren mit sehr hohen Durchschnitts-geschwindigkeiten eingestellt werden soll oder für eine Langdistanz wie beispielsweise beim Triathlon oder auf einem Rennrad.
Kompromisslose Aerodynamik und Ergonomie sowie Kraftentfaltung müssen im Einzelfall mit Aspekten der Aerodynamik abgewogen werden, vor allem wenn lange Distanzen absolviert werden sollen. Es geht also nicht darum, den Luftwiderstand immer maximal zu reduzieren, sondern vielmehr optimal auf das System Fahrer, Fahrrad und Disziplin einzustellen.
Als Beispiel sei hier ein Weltklasse-Triathlet genannt, dessen Positionierung auf der Bahn nach einer einfacheren Methodik eine Verbesserung der Aerodynamik brachte, während beim Jahreshöhepunkt auf Hawaii die Radzeit eine wesentliche Verschlechterung aufwies, was auch die Leistungsdaten aufzeigten.
Die Bedeutung der Biometrie für die Aerodynamik
Die Sportwissenschaftler Sebastian Mühlenhoff und Dennis Sandig haben vor diesem Hintergrund versucht, in enger Zusammenarbeit mit dem Biometriespezialisten Jens Machacek einen intelligenten Aerodynamik-Test zu entwickeln, bei dem alle praxisrelevanten Faktoren ebenso Berücksichtigung finden wie modernste wissenschaftliche Aspekte.
Neben den individuellen Anlagen des Fahrers muss dabei insbesondere die Zieldisziplin berücksichtigt werden und auf individuelle Aspekte des Körperbaus sowie der Kraftentfaltung eingegangen werden. Außerdem müssen orthopädische Fehlstellungen im Bereich der Hüfte, der Knie oder der Füße in die Positionsbestimmung mit eingehen, so dass ein umfassendes Bild entsteht. Das bedeutet, dass die Optimierung der Sitzposition im Hinblick auf die Aerodynamik auch auf biometrische Aspekte abgestimmt wird. Nur so lassen sich gesundheitliche und leistungsmindernde Aspekte wie beispielsweise eine Beeinträchtigung der Durchblutung von Gefäßen im Hüftbereich oder des Brustkorbes mit Auswirkungen auf die Atemleistung vermeiden.
Die Sitzposition und damit verbunden die Aerodynamik stellen somit in höchstem Maße individuelle Aspekte dar, deren Veränderung auch vom subjektiven Fahrgefühl abhängt und deren Verbesserung nicht immer quantifizierbar erscheint.
Diagnostik der Aerodynamik
Zur Bestimmung der Aerodynamik existieren unterschiedliche Methoden, die in Form von Windkanaltests in Bereichen der Technik schon lange etabliert sind.
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