|
Die Nächte werden länger und dafür die Trainingseinheiten immer kürzer und nach drinnen verlagert. Das Wetter lässt auch immer öfters zu wünschen übrig. Bleibt nur noch die Hoffnung auf ein paar Sonnenstrahlen für die ein oder andere schöne Tour. Sie „fahren“ Gefahr, früher oder später in eine „Nullbock-Stimmung“ zu verfallen. Doch das muss und darf nicht sein. Schließlich werden im Winter die Grundlagen für die Erfolge in der kommenden Saison gelegt.
Das Radeljahr war lang. Sie begannen mit dem Training im Februar, März bis April, um möglichst viele Kilometer in die Beine zu bekommen. Ziel war die Schaffung einer soliden Basis für die Grundlagenausdauer. Anschließend standen anspruchsvolle Touren, Marathons, eventuell sogar eine Alpenüberquerungen oder das ein oder andere Jedermannrennen auf dem Programm. Und schon befinden Sie sich im Herbst.
Doch eins sollten Sie bedenken, bevor Sie in Ihre wohlverdiente Saisonpause gehen! So fit wie jetzt waren viele das ganze Jahr über nicht. Auch der Leistungsdruck, den sich viele Fahrer immer wieder auferlegen, ist verflogen. Deshalb nutzen Sie die Möglichkeit, noch die eine oder andere lange Tour mit Freunden zu machen. Ein verlängertes Wochenende bei schönem Wetter ist immer eine Alternative.
Wer rastet... Warum sollte der Rennfahrer überhaupt noch im Herbst und gar im Winter ein Training durchführen? Sie haben das ganze Jahr über viele Kilometer runtergekurbelt und Ihre Form stetig gesteigert. Um im kommenden Jahr nicht wieder bei Null anfangen zu müssen, ist es gut, so viel wie möglich vom erlangten Leistungspotential in die kommende Saison mitzunehmen. Denn: Wer rastet der rostet! Das gilt nicht nur für die etwas betagteren Radler, sondern genauso für die Jüngeren unter uns. Nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Saison hat sich jedoch jeder erst einmal eine Pause verdient. Diese sollte aber nicht bis zu den ersten Sonnenstrahlen im Wonnemonat Mai dauern. Das Trainingslager im Frühjahr ist auch zu spät, um mit dem Kilometer sammeln anzufangen. Die trainingsfreie Zeit kann bis zu vier Wochen umfassen. Je härter und intensiver das Jahr verlaufen ist, umso länger kann der „Urlaub“ dauern. Wenn Sie aber nur zwei- bis dreimal pro Woche auf dem Rad saßen, dann ist eine Woche oft schon ausreichend. Nach einer angemessenen Pause von ca. 2-3 Wochen können Sie mit dem Wintertraining beginnen. Die Ruhephase sollte in der Zeit Ende Oktober bis Mitte November liegen. Hier ist Regeneration angesagt.
 Foto: Alexander Rochau; Fotolia.com
Stichwort Regeneration Unter der Regeneration versteht man die Wiederherstellung bzw. Erneuerung und aus medizinischer Sicht einen Heilungsprozess. Im Sport ist die Regeneration gleichzusetzen mit der Erholung. Sie beschreibt die Wiederherstellung der psychophysischen Funktions-systeme nach einer Belastung. Der Regeneration ist der gleiche Stellenwert wie der Belastung zu geben. Training ist immer Be- und Entlastung!
Eine besondere Berücksichtigung gilt den unterschiedlichen Regenerationszeiten verschiedener Systeme. Sehnen und Bänder z.B. benötigen länger zur Wiederherstellung als Muskeln. Häufig werden hier Fehler beim Lauftraining gemacht. Besonders bei dieser für die meisten Radsportler ungewohnten körperlichen Betätigung ist Vorsicht geboten. Das Herz- Kreislaufsystem ist gut angepasst, aber die neue Muskelbeanspruchung ist ungenügend ausgeprägt.
|