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15.06.2011 | 09:33 h

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Warm up: Aufwärmtraining zur Leistungsoptimierung - und zur Prophylaxe

Ein „warm up“ sollte jeden Wettkampf und jede Trainingseinheit einläuten. Wir sagen Ihnen, warum Sie Ihrem Körper Gutes tun, wenn Sie es langsam angehen lassen.

Eigentlich fahren sich Profis nur für Zeitfahren richtig warm. In den meisten Fällen nutzen die Profis die ersten Kilometer einer Etappe um sich einzurollen und den Körper in Schwung zu bringen. Foto: Roth

Würden Sie Ihr Auto Sekunden nachdem Sie den Zündschlüssel gedreht haben, in den roten Bereich jagen? Egal ob Reifen, Motoren, Maschinen -  eine Aufwärmphase ist ausnahmslos von Nöten, bevor die volle Leistung dauerhaft erbracht werden kann. Irgendwie macht dieser Charakterzug die seelenlosen Helfer sympathisch, denn: bei uns Menschen verhält es sich nicht anders. Auch wir müssen unseren Körper „in Schwung bringen“, Sie müssen vorsichtig das Herz-Kreislauf-System und den Bewegungsapparat auf die anstehenden Belastung vorbereiten.


Aber wieso eigentlich?
Atmung, Stoffwechsel, Blutkreislaufsystem, Verdauungssystem, unsere Organe funktionieren weitgehend vom Willen unabhängig. Allerdings werden sie trotzdem und ständig überwacht, um permanent die Stabilität des Systems zu erhalten bzw. gegebenfalls zu regulieren. Regulative Vorgänge geschehen bei diesem komplexen System auf träge Art und Weise - wobei die verschiedenen  Einflussfaktoren auch noch unterschiedlich träge reagieren. Über ein Aufwärmen werden die unterschiedlichen System allmählich aufeinander eingestellt. Der Begriff „Aufwärmen“ selbst gibt bereits deutlich Hinweise auf das, was beim Aufwärmen passiert: Durch die Aktivierung großer Muskelpartien produzieren diese Wärme, die Temperatur der lebenswichtigen inneren Organe steigt an. Die Geschwindigkeit der Stoffwechselvorgänge erhöht sich: Herz und Lunge steigern allmählich ihre Schlagzahl, der Blutdruckwert vergrößert sich, das Blut fließt schneller durch die Gefäße,  was die Versorgung der beanspruchten Muskulatur verbessert. Zu gut Deutsch: der Körper kapiert, dass (mehr) Arbeit auf ihn zukommt und bereitet sich darauf vor.


Mit dem Erwachen des Herz-Kreislauf-Systems reagiert nicht nur das Zentralnervensystem rascher, auch die Kontraktionsgeschwindigkeit und Dehnfähigkeit der Musklen steigt an. Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer der Muskelkontraktion erhöhen sich. Bänder und das Sehnengewebe werden durch die steigende Körpertemperatur elastischer, was vor allem im Sinne der Verletzungsprophylaxe positiv ist.


Nebenbei: wenn der Körper spürt, dass er gefordert wird, stellt er Blut aus Blutdepots wie Milz, Leber und Verdauungstrakt zur Verfügung, um die Blutmenge zu erhöhen. Ausgiebige Mahlzeiten sollten Sie sich
und Ihrem Körper vor dem Training nicht nur ersparen, sondern vermeiden, wenn Sie die Trainingsleistung maximieren wollen.


Nachdem  das ganze System hochgefahren wurde, ist es bereit, die maximale Leistungsfähigkeit zur Verfügung zu stellen. Davon abgesehen,  dass Sie jetzt Vollgas geben können, erhöht ein  vorbereitetes System
den Trainingseffekt allein dadurch deutlich, dass Sie Ihren Körper in  Grenzbereiche bewegen können.


Aufwärmen? Gerne! Aber wie?
Wie Profis sich auf ihre extremen Belastungen vorbereiten, können Sie auf den Bildern links sehen. Bei einem Prolog einer Rundfahrt sind die Profis für gewöhnlich  länger mit dem Aufwärmen als mit dem Rennen selbst beschäftigt.


Hobbysportler können ganz bequem die ersten Kilometer der Trainingsfahrt nutzen, um den Körper allmählich in Schwung zu bringen. Legen Sie einen kleinen Gang auf, fahren Sie gemütlich los und steigern Sie allmählich die Trittfrequenz. Solange Sie noch über durch die Nase atmen, sollten Sie sich in einem Bereich befinden, in dem Sie sich aufwärmen.
Einen intensiven Trainingsbereich bereiten Sie vor, indem Sie kurze Zeit die Intensität leicht erhöhen. Der Körper spürt: Achtung, gleich geht es los.


Und vor einem Marathon?
Ganz ehrlich, ein Aufwärmen vor einem Radmarathon können Sie sich sparen. Nutzen Sie ganz einfach die ersten Kilometer der Distanz, um sich einzurollen.

(Quelle: )

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