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Patrik Sinkewitz beschuldigt in der Süddeutschen Zeitung vom am 24.November den früheren Bundestrainer Weibel. Wie reagiert der BDR darauf?
Scharping: Die öffentlichen Äußerungen decken sich mit dem, was Sinkewitz gegenüber dem Sportgericht gesagt hat. Das kennen wir beim BDR seit ca. zwei Wochen …
...aber darauf muss man doch reagieren?
Scharping: Na sicher. Wir haben sofort Herrn Weibel zu einer Stellungnahme aufgefordert. Die wollen wir schriftlich auf dem Tisch haben. Da reicht uns eine öffentliche Äußerung nicht, auch wenn Peter Weibel alles bestreitet und rechtliche Schritte gegen Sinkewitz ankündigt. Weibel hatte einen Herzinfarkt, ist in der Reha – aber ich rechne im Laufe der Woche mit seiner Stellungnahme.
...und dann?
Scharping: Es bleibt dabei: Herr Weibel wird bei uns nicht mehr Trainer sein; da gibt es ja auch Fehlverhalten, die er eingeräumt hat. Die arbeitsrechtlichen Fragen müssen die Fachleute klären. Wichtiger ist mir, dass auch diejenigen sich äußern, die 2000 bei der WM in Plouay dabei waren. Das ist eingeleitet. Alles Weitere geschieht, sobald wir Weibels Stellungnahme schriftlich haben.
Was sagen Sie eigentlich zu der damaligen Zeit? Das war ja offenbar mehr als einfach, sich EPO zu besorgen?
Scharping: Leider – und viele hatten trotz des Festina-Skandals 1998 überhaupt kein Unrechtsbewusstsein. Der damalige BDR-Präsident Böhmer aber hatte klare Anweisungen gegeben. Ein Bahnfahrer war 1999 mit erhöhtem Hämatokritwert aufgefallen – und der Anteil roter Blutkörperchen war damals die einzige Methode, Manipulationen zu entdecken. Darum wurden diese Werte auch regelmäßig kontrolliert. Auch hier gehen wir weiteren Informationen nach, was jetzt durch den Zeitablauf erschwert ist. Wenn es damals schon Gerüchte gab, hätten die in 2000 oder 2001 Verantwortlichen allerdings handeln sollen.
Fürchten Sie weitere Konsequenzen?
Scharping: Was heißt „fürchten“. Die Vergangenheit wird aufgeklärt, sonst gibt es keine glaubwürdige Zukunft. Immer dann, wenn Tatsachen auf dem Tisch sind, werden wir die bewerten und Konsequenzen ziehen. Deshalb werden wir auch nur mit schweren Bedenken das Urteil des Sportgerichts in Sachen Sinkewitz akzeptieren. Der hat zeitgleich eine Ehrenerklärung unterschrieben und weiter gedopt. Sinkewitz hat dem Radsport gewaltigen Schaden zugefügt, und den sollte er wenigstens symbolisch ausgleichen helfen.
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