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Beim Alpenbrevet in der Schweiz warten auf die Teilnehmer der »Cycling Gold-Tour« auf 172 Kilometern 5294 Höhenmeter. Verteilt wird diese gewaltige Anstrengung auf vier Pässe: Den »Grimsel« in einer Höhe von 2164 Meter, den »Nufenen« (2476) sowie den »Passo San Gottardo« (2106). Der finale Ritt führt über 18 gleichmäßig steile Kilometer auf den Susten-Pass in 2224 Metern Höhe.
Wetterbericht verspricht Regen
Bereits im Vorfeld wurde mir angesichts dieser Anstrengungen ein wenig mulmig im Magen, allerdings schien es mir der perfekte Härtetest für die Squad von Xentis. Idealerweise für den Test, war am Start relativ klar, dass keiner der Teilnehmer trocken über die Runde kommen sollte. Die tief hängenden Wolken bestätigten den Wetterbericht vom Vortag, der immer wieder Regen für den Tag der Veranstaltung vorhergesagt hatte. Gut, denke ich ein wenig masochistisch, denn Xentis hat die Bremsflanken der Squad speziell bearbeitet und verspricht so sorgenfreies Bremsen auch bei nasser Straße, egal mit welcher Gummimischung gebremst wird. Wir werden sehen!
Mit normalen (Dura Ace-) Gummis bewaffnet, rolle ich um 6.45 Uhr entspannt über die Startline; im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen ähnlicher Art ist beim Alpenbrevet keine Spur von falschem Ehrgeiz zu erkennen: kein Gedrängel, kein Geschrei, alle fahren die ersten Kilometer ganz gemütlich, bis sich das Feld sortiert hat.
90 km/h - kein Problem
Nach fast zwei Stunden schieße ich eine rasante Abfahrt vom Grimselpass ins »Tal« nach Ulrichen in 1346 Metern Höhe. Ergo fetze ich 800 Höhenmeter in einem höllischen Tempo bergab - 90 km/h sind hier kein Problem. Noch bin ich vom Regen verschont geblieben, und auf trockener Straße leistet die Kombination aus herkömmlichen Gummis und Carbonbremsflanke exzellente Arbeit. Allerdings fangen die Laufräder nach nur wenigen Kurven, die ich hart anbremse, an zu schreien. Beim Bremsen quietscht meine gewählt Gummi/Carbon-Kombi ohrenbetäubend! Zudem riecht es eindeutig wahrnehmbar nach »verbrannten« Gummi. Schnell wird mir klar, dass die Felgenflanke aus Carbon die Halbwertszeit meiner Gummis deutlich senkt. In Ulrichen angekommen zeigen die Bremsgummis offensichtliche Spuren von Verschleiß. Zur Beruhigung: ich habe noch genügend Spielraum, um die Runde - zumindest mit Blick auf meine Bremsfähigkeit - locker zu beenden.
Am Gipfel des Nufenenpass
Es ist eiskalt, die Luft ist regenschwanger. Ich schnappe mir am Gipfel des Nufenenpass einen Energiedrink und einen Powerriegel, sattel auf und Rolle mit vollgestopften Backen in die Abfahrt. Mit jedem Meter in Richtung Airolo wird die Sicht schlechter, die Wolken kleben ineinander und der Nebel scheint undurchdringlicher. Obwohl es nicht regnet, ist die Straße nass, und meine Kleidung nach nur wenigen Minuten der Abfahrt völlig durchfeuchtet.
Noch vor der ersten Kurve müssen die feuchten Carbonflanken zeigen, ob Sie den nassen Gummis genügen Haftung verschaffen. Die Sicht ist viel zu schlecht, die Straße viel zu glitschig, als dass man hier Vollgas in die Kurven fahren könnte.
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