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24.11.2011 | 12:05 h

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Andreas Zellmer und Manuel Schwarz

 
 
 

Diverses

 

Hintergrundbericht: «Menge entscheidend» - Blutdoping-Hinweise gesucht

Das Zentrum für präventive Dopingforschung an der Sporthochschule Köln ist spezialisiert auf schwierige Fälle. Der Kölner Anti-Doping-Experte Thevis erklärt die Suche nach PVC-Rückständen im Urin, die auf verbotene Bluttransfusionen hindeuten können.

Foto: Archiv © dpa

Köln ist für manchen in der Radsportszene ein Reizwort, für andere der Inbegriff für wissenschaftliches Topniveau. Spätestens seit der positiven Clenbuterol-Analyse des weltbesten Etappenfahrers Alberto Contador ist das Zentrum für präventive Dopingforschung an der Sporthochschule die Adresse für besonders schwierige Fälle. Vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS könnten Erkenntnisse aus Köln den Ausschlag geben, ob der spanische Radheld wegen Manipulationen gesperrt wird oder nicht.

   

«Wir versuchen, unseren hohen Standard zu halten», reagierte der Kölner Anti-Doping-Experte Mario Thevis bescheiden auf das Lob von außen. 90 Prozent der vom IOC akkreditierten Institute hätten die geringe Menge des Kälbermastmittels bei Contador gar nicht entdeckt - und der CAS-Prozess hätte wohl kaum stattfinden können, schrieb anerkennend die französische «L'Équipe».

   

In Köln wurden bei der am 21. Juli 2010 am zweiten Ruhetag der Tour de France entnommenen Probe nicht nur verschwindend kleine Mengen Clenbuterol nachgewiesen. Gegenstand der bis Donnerstag andauernden CAS-Verhandlungen in Lausanne gegen den dreimaligen Tour-Sieger Contador - der Doping vehement bestreitet - sind auch festgestellte PVC-Rückstände.

   

Die Plasticizer, auch als Weichmacher bekannt, können laut Thevis «als Hinweis gedeutet werden», dass unerlaubte Bluttransfusionen stattgefunden haben. Die Beutel aus Kunststoff, in denen Blut aufbewahrt wird, werden mit diesen Weichmachern elastisch gemacht.

   

Plasticizer sind im täglichen Leben allgegenwärtig. Nahezu jeder Mensch habe deren Rückstande im Urin, für Hinweise auf mögliches Doping sei «die nachgewiesene Menge entscheidend», erklärte Thevis am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Wie viel Spuren nun bei Contador gemessen wurden, verriet der Wissenschaftler allerdings nicht.

   

Zum laufenden Verfahren vor dem CAS darf sich Thevis nicht äußern, zumal Mitarbeiter des Labors in Lausanne als Zeugen vorgeladen waren - Medienberichten zufolge hatte am Dienstag Thevis' Professorenkollege Wilhelm Schänzer, der Leiter des Kölner Instituts für Biochemie, in der Schweiz ausgesagt. Auch über die Aussichten einer Verurteilung des Radprofis schweigt Thevis.

   

Es gibt Berufszweige, die vermehrt mit diesen PVC-Rückständen in Berührung kommen, zum Beispiel Zahntechniker. Straßenprofis gehören offensichtlich nicht unbedingt zu einer solchen Risiko-Gruppe.

(Quelle: dpa)

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