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04.02.2012 | 00:00 h

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Staatsanwaltschaft schließt Doping-Akte Armstrong

Aufatmen bei Lance Armstrong: Die US-Ermittler haben die Ermittlungen gegen den siebenmaligen Sieger der Tour de France überraschend eingestellt. Noch sind die Doping-Vorwürfe aber nicht entkräftet.

ARCHIV - Lance Armstrong (r) und Alberto Contador fahren am 24.07.2009 bei der 19. Etappe der Tour de France zwischen Bourgoin-Jallieu und Aubenas, Frankreich. Die US-Staatsanwaltschaft hat die Doping-Akte von Lance Armstrong überraschend geschlossen, Contador droht an diesem Montag (06.02.2012) eine Zweijahresspeere wegen einem positiven Clenbuterol-Befund. EPA/IAN LANGSDON

Die US-Staatsanwaltschaft schließt die Akte Lance Armstrong. Sein langer Kampf gegen die Doping-Vorwürfe ist für den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger mit der überraschenden Entscheidung aber noch nicht beendet. Nach zwei Jahren stellten die Ermittler ihre Untersuchungen gegen den früheren amerikanischen Radstar ein, wie sie am Freitag (Ortszeit) in Los Angeles bekanntgaben. Gründe für diesen Schritt nannten die Juristen zunächst nicht.
   

 

Unter Führung von Cheffahnder Jeff Novitzky versuchten die Ermittler zu klären, ob während Armstrongs Zeit beim von der Regierung gesponserten amerikanischen Rennstall US Postal ein Dopingprogramm aufgebaut wurde. «Ich bin erfreut, zu erfahren, dass die US-Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen beendet hat. Es ist die richtige Entscheidung», meinte der 40 Jahre alte Armstrong, der im Frühjahr 2011 seine Karriere endgültig beendet hatte.
   

 

Ein gemütlicher Ruhestand im Glanze seiner Triumphe bei der Frankreich-Rundfahrt ist aber noch nicht garantiert. Die amerikanische Anti-Doping-Behörde USADA kündigte an, ihre Ermittlungen fortsetzen zu wollen. «Anders als die US-Staatsanwaltschaft ist es unsere Aufgabe, vielmehr den sauberen Sport zu schützen als Strafrecht durchzusetzen», sagte USADA-Chef Travis Tygart. «Unsere Untersuchungen zum Doping im Radsport gehen weiter und wir erwarten weitere Informationen durch die Bundes-Ermittlungen.»
   

 

Armstrong selbst hatte Doping-Vorwürfe, die ihn während seiner gesamten Karriere begleiteten, stets vehement zurückgewiesen. Wissenschaftlich ist zumindest erwiesen, dass er 1999 bei seinem ersten Toursieg das Blutdopingmittel EPO benutzte. Eine nachträgliche Analyse, die die Zeitung «L'Équipe» 2005 nach seinem ersten Rücktritt veröffentlichte, belegt das. Trotzdem gab es keine Sanktionen, weil sportrechtliche Richtlinien - eine B-Probe gab es nicht mehr - dagegen sprachen.
   

 

Auch von ehemaligen Teamkollegen wie dem selbst des Dopings überführten Floyd Landis wurde Armstrong mehrfach beschuldigt, leistungssteigernde Mittel genommen zu haben. Zuletzt erklärte der frühere US-Postal-Fahrer Tyler Hamilton im vergangenen Jahr, dass er gesehen habe, wie Armstrong bei der Tour 1999 sowie vor der Frankreich-Rundfahrt 2000 und 2001 EPO verwendet habe.
   

 

Hamiltons Anwalt betonte, dass sein Mandant die Wahrheit gesagt habe. «Der Fakt, dass Doping vorgekommen war, ist ein anderes Thema als eine mögliche Straftat», sagte Chris Manderson der Internetseite espn.com, «wenn die Bundesbehörden beschlossen haben, nicht weiter zu ermitteln, bedeutet das nicht, dass niemand bei einem Radrennen betrogen hat.»
   

 

Ungeachtet dieser erneuten Vorwürfe zeigte sich Armstrong erleichtert und blickte zuversichtlich in die Zukunft: «Ich freue mich darauf, mein Leben als Vater, als Wettkämpfer und als Verfechter des Kampfs gegen Krebs ohne diese Ablenkung fortzusetzen.»

(Quelle: dpa)

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