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17.01.2012 | 08:45 h

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Contador und Ullrich müssen weiter warten

Der CAS lässt sich mit seinen Urteilen gegen Alberto Contador und Jan Ullrich Zeit und verschiebt die Entscheidungen erneut. Das Gericht gibt den Medien die Schuld an der Verzögerung in der Causa Contador. Bei Ullrich nannte der CAS keine Gründe für den neuen Termin.

Foto: Archiv © dpa

Schon seit vielen Monaten warten die Radsportler Alberto Contador und Jan Ullrich auf ihre CAS-Urteile - und müssen sich weiter gedulden. Der Internationale Sportgerichtshof verlängerte am Montag beide Fristen für die diese Woche erwarteten Entscheidungen. Ein Urteil für Contador, der sich wegen eines positiven Dopingtests verantworten musste, ist nun für die letzte Januar-Woche vorgesehen. Ullrich wird voraussichtlich erst am 10. Februar erfahren, wie die Richter in Lausanne über seinen Fall entscheiden. Dem einzigen deutschen Sieger der Tour de France, der seine Karriere beendet hat, droht wegen der Doping-Affäre Fuentes eine lebenslange Sperre im Profiradsport.
   

 

Während dem mittlerweile 38 Jahre alten Ullrich kein Grund für die Verschiebung mitgeteilt wurde, gibt der CAS in der Causa Contador den Medien die Schuld für die Verzögerung. «Mit großer Enttäuschung» habe man Artikel gelesen, in denen von Kritik an der Zusammensetzung des Gerichts und dem Verfahrensablauf geschrieben worden war. Obwohl alle involvierten Parteien ablehnten, einen oder mehrere Personen des dreiköpfigen Gerichts auszutauschen, komme es zu der Verzögerung.
   

 

In der Erklärung bezieht sich das Gericht offensichtlich auf einen Kommentar von Flavio Becca, dem Sponsor des Contador-Konkurrenzteams RadioShack-Nissan. Dieser hatte dem israelischen CAS-Richter Ephraim Barak Parteilichkeit vorgeworfen. Der Jurist habe die Mannschaft Saxo-Bank, deren Kapitän Contador ist, in ein Trainingslager nach Israel gelotst. Dort wurde das Team auch von Politikern empfangen.
   

 

Der CAS verurteilte die Andeutungen umgehend. Contador war während der Tour 2010 positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden. Er führt ein verunreinigtes Steak auf den Befund zurück und bestreitet Doping. Der spanische Radverband schenkte dem populären Madrilenen Glauben und verzichtete auf Sanktionen. Dagegen klagten der Weltverband UCI und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.
   

 

Bei der Verhandlung im November in Lausanne war Medienberichten zufolge ein Belastungszeuge der Anklage nicht zugelassen worden. Obwohl sich weder das Gericht noch die Verhandlungsparteien dazu äußerten, scheint sich der CAS bei seiner Ankündigung am Montag auf ebenjene «Gerüchte bezüglich des Verfahrensablaufs» zu beziehen.
   

 

Im Fall Ullrich sind die Umstände für die Verzögerung unklar. In dem Fax an den früheren Telekom-Superstar, das der dpa vorliegt, wird nur der 10. Februar als neuer Termin genannt. Bereits zum dritten Mal verschiebt der CAS damit seine Entscheidung. Ein Sprecher von Ullrich teilte mit, er wolle die neuerliche Verschiebung nicht mehr kommentieren.
   

 

Das Gericht muss entscheiden, ob der Schweizer Radsport-Verband Anfang 2010 Doping-Ermittlungen gegen Ullrich wegen Verstrickungen in die Affäre Fuentes einstellen durfte. Dagegen hatten die UCI und die Schweizer Anti-Doping-Agentur Protest eingelegt. In einem Teil-Urteil erklärte der CAS die Agentur für nicht zuständig - die Entscheidung über den Protest der UCI lässt auf sich warten. Ullrich bestreitet Doping, hat aber eine Erklärung nach dem CAS-Urteil angekündigt.

(Quelle: dpa)

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