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Bei dem einstigen Radprofi Mario Kummer, ist es nicht übertrieben, wenn über ihn als Mann für alle Fälle gesprochen wird. Nach zehntausenden Strampelkilometern im Rennsattel muss er jetzt am Schreibtisch bei UVEX in Fürth Sitzfleisch beweisen. „Ich bin für das Produkt-Management Radhelme verantwortlich. Den Weg von der Idee bis zum fertigen Helm zu verfolgen, ist meine Aufgabe“, erklärt der gebürtige Suhler.
Der einst so brillante Könner des Contre la Montre feiert zwar am 6. März seinen 49. Geburtstag, denkt aber gar nicht daran, das Rennrad in die Ecke zu stellen. Obwohl das Thermometer auch in Franken um Nullgrad pendelte, radelte er am vergangenen Freitag von seinem Haus in Puschendorf zum Arbeitsplatz bei UVEX in Fürth per Rad. Mit dem Familienauto brummte Ehefrau Andrea zu ihrem Job bei einer Werbeagentur in Herzogenaurach. Die gemeinsame Tochter ist sowieso aus dem Haus und liegt in den letzten Zügen ihres BWL-Studiums.
Der einstige Einser-Abiturient radelte aus den Thüringer Bergen um Schleusingen bis in die internationale Spitze des Radsports. Trainer Wolfram Kühn erkannte schnell das Talent des zähen Jungen und holte ihn an die Kinder-und Jugendsportschule des SC Turbine nach Erfurt. Mit 18 stand Kummer bereits bei der Junioren-WM mit dem Bahn-Vierer und in der Einzelverfolgung auf dem internationalen Siegerpodest. Er durfte in Mexiko zwei Silbermedaillen in Empfang nehmen. Danach kletterte er weiter auf der Karriereleiter, über zwei Weltmeistertitel im Vierer-Mannschaftsfahren auf der Straße bis zur Krönung mit dem Olympiasieg 1988. In dem Goldteam traten neben Kummer noch Jan Schur, Mike Landsmann und Uwe Ampler in die Pedale. Ein Jahr davor hatte Kummer die damals hoch dotierte Rheinland-Pfalz-Rundfahrt gewonnen.
Kummer wäre nicht Kummer, wenn er neben dem harten Training für seine Beine auch etwas für die Stärkung des Kopfes getan hätte. Er schrieb sich an der Hochschule für Bauwissenschaften in Weimar als Student ein.
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