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21.05.2010 | 16:32 h

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Tillmna Lambert

 
 
 

News, Top News 1

 

«Lance for President»: Amerika glaubt Armstrong

Boston - Sein linkes Auge blutete, die Schürfwunden schmerzten, und vor seinem verletzungsbedingten Aus bei der Kalifornien-Rundfahrt musste sich Lance Armstrong auch noch mit erneuten Doping-Anschuldigungen rumplagen.

Armstrong gezeichnet von seinem Sturz.

Armstrong hat Doping stets bestritten. Sein langjähriger Edelhelfer schicke ihm, so Armstrong, bereits seit zwei Jahren regelmäßig Droh-Mails, in denen er immer angekündigt hatte, mit Beweisen an die Öffentlichkeit zu gehen.

Landis offenbarte in seinen Rundmails, Bruyneel soll ihm unter anderem Blut-Doping und den Gebrauch von Wachstumshormonen erklärt haben. Mit Armstrong habe er über die Notwendigkeit von Blut- Transfusionen gesprochen, wurde Landis im «Wall Street Journal» zitiert. Zudem habe sich der gestürzte Tour-Sieger von 2006 in Armstrongs Apartment in Spanien Blut entnehmen lassen. Dort seien nach Angaben der Zeitung auch Blut-Behälter von Armstrong und George Hincapie in einem versteckten Kühlschrank aufbewahrt worden. Hincapie wies die Behauptungen zurück, und Bruyneel bezichtigte Landis sogar der «Erpressung»: Der entlarvte Radprofi habe «sehr viel Geld» für sein Schweigen in dieser Angelegenheit gefordert.

 

«Geständnis und Anschuldigungen eines in Ungnade gefallenen Radprofis», titelte die «The New York Times». Auch der TV-Sender «Versus», der die Kalifornien-Rundfahrt überträgt, stellte sich auf Armstrongs Seite. Während der zweistündigen Tages- Zusammenfassung wurde die brisante Thematik in 43 Sekunden abgehakt. Anschließend wurden reichlich Werbespots mit dem Superstar gezeigt. Der unkritische Umgang ist kaum überraschend. Mit dem Biotechnologie- Unternehmen Amgen ist eine Firma Hauptsponsor der Kalifornien- Rundfahrt, die als Spezialist für die Produktion von EPO gilt.

 

Die US-Amerikaner David Zabriskie (Garmin Transitions) und Levi Leipheimer (RadioShack), Zweiter und Dritter der Gesamtwertung und von Landis des EPO-Dopings beschuldigt, zogen es vor, erstmal zu schweigen. Leipheimer ignorierte Fragen zu den Vorwürfen komplett, Zabriskie äußerte sich nur zum Rennen. Sein Team-Manager Jonathan Vaugthers verwies indes auf die «üble Vergangenheit» von Landis, der nach seinem Tour-Sieg 2006 des Testosteron-Dopings überführt wurde.

 

Der mittlerweile 34-Jährige verlor seinen Titel und wurde zwei Jahre gesperrt. Er hatte jahrelang vehement betont, unschuldig zu sein, ein Buch dazu geschrieben und vor mehreren Gerichten - unter anderem dem Internationalen Sportgerichtshof CAS - prozessiert.

(Quelle: dpa)

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