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Doping im Hobbyradsport - Stellungnahme

23.02.2015

Doping beim Radmarathon

Stellungnahme - der aktuelle Dopingfall Nösig

 

Bernd Hornetz schreibt die "Radmarathon"-Kolumne im Magazin RennRad. Er ist 46, Radmarathonfahrer, arbeitet Vollzeit, war Sieger der Transalp, des Novecolli und anderer Radmarathons und UCI-Amateurweltmeister. An dieser Stelle nimmt er Stellung zum aktuellen Dopingfall eines Radmarathonfahrers - und zum Thema Dopingtests im Hobbyradsport. Der Österreicher Emanuel Nösig wurde 2014 bei den nationalen Bergmeisterschaften positiv auf "Furosemid und Anabol-androgenes Steroid – Testosteron" getestet, so meldete es der Österreichische Radsportverband. 2014 kam er beim schweren Ötztaler Radmarathon auf Rang zwei, den Eddy Merckx Classic Marathon und den Engadiner Radmarathon gewann er.

Dazu Bernd Hornetz:

"Ich will mich keinesfalls als Obersaubermann in die Öffentlichkeit drängen und ohne die vollständigen Hintergründe zu kennen als Richter aufspielen. Im Grunde fühle ich mich auch zu unwichtig dazu.
Gleichzeitig bin ich mehrfach konkret darauf angesprochen worden, dass sich insbesondere von den FahrerInnen, die sich in der Szene medial und in den Rennen auf den vorderen Plätzen bewegen, niemand öffentlich äußert.
Nun, ich denke, das liegt vornehmlich an den oben genannten Gründen. Außerdem hat nicht jeder eine Plattform, dies geeignet zu tun. Und natürlich spielt auch die Angst eine Rolle, dass man anders rüber kommt, als man es eigentlich möchte.
Okay, das Risiko nehme ich jetzt einfach. Mir fällt es sicherlich nicht leicht, auch weil ich Emanuel in den Rennen kennengelernt habe und ihm gegenüber freundschaftliche Gefühle hege. Aber trotzdem wird das meine Position zu dem Thema nicht aufweichen.

Ich will nicht weit ausholen und lieber wenige klare Aussagen treffen: Ich verurteile Doping und sehe darin nicht anderes als Betrug. Ich bin für regelmäßige, unangekündigte Dopingproben auch bei Jedermannevents, bei denen es eine Siegerehrung gibt. Leider sind bisher auch eigene Bemühungen, diesbezüglich Fortschritte zu erzielen erfolglos. Umsomehr möchte ich hier die ganz wenigen Events in Italien nennen, in denen regelmäßig getestet wird. Bekannt sind mir die Granfondos in Feltre und der Maratonas dles Dolomites. Ebenfalls das UWCT Finale der UCI. Zudem bin ich für die Einführung harter Strafen mit langjährigen Sperren bei überführten Betrügern. Dennoch sollte für die Fahrer auch nach Ablauf der Strafe eine Pespektive bestehen - ganz einfach im Sinne unserer humanitären Grundsätze.
Darüber hinaus würde ich mich über eine Initiative freuen, in der man auch als ambitionierter Hobbyfahrer regelmäßig Blutproben/-analysen bereit stellen kann."

Quelle: 

B. Hornetz

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