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Armstrong kritisiert US Anti-Doping-Agentur

03.03.2016
Lance Armstong: Kritik an Anti-Doping USA

"Ineffektiv und ineffizient"

Bei einem Vortrag an der University of Boulder/Colorado hat der ehemals siebenmalige Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong die Arbeit der US-Anti-Doping-Agentur hart kritisiert.

Der auf Lebenszeit wegen Dopings gesperrte ehemalige Radprofi war zu einer Diskussionsveranstaltung vor Studenten der University of Boulder/Colorado geladen. Dabei ging es hauptsächlich um die Arbeit mehrerer Sportorganisationen. Eine Woche zuvor sprach bereits Travis Tygart, der derzeitige Geschäftsführer der amerikanischen Anti-Doping-Agentur (USADA).

"Die USADA brauchte einen Fall. Der Fall war ich."

Armstrong nutzte die Gelegenheit und griff Tygarts Arbeit direkt an. Der Ex-Radprofi bezeichnete die USADA als "eine der ineffektivsten und ineffizientesten Organisationen der Welt". Travis Tygart habe ihn und seinen Fall gebraucht, "um eine Geschichte zu haben". Veranstaltungsleiter Roger Pielke Jr. verteidigte Armstrongs Einladung. "Wir wollten, dass unsere Studenten sowohl von der USADA selbst als auch von einem der bekanntesten Athleten der Welt hören, der mit Doping erwischt wurde", meinte der Uni-Professor im Anschluss.

"Das ganze System ist kaputt"

Während seines Auftritts sprach Armstrong vor allem über die Versäumnisse der Anti-Doping-Agentur, die ihn zu Fall brachte. "Ich habe viele Gedanken über die USADA", sagte Armstrong, "Ich denke, die Organisation ist absolut nötig. Aber ich denke, dass sie eine der ineffektivsten und infeffizientesten Organisationen, setzt man sie in Relation zu ihren finanziellen Mitteln. Ich kritisiere das nicht. Es ist so wie es ist. Ich kritisiere nicht Travis [Tygart] oder seine Organisation." Und weiter meinte Armstong: "Aber wenn sie ein Budget von 10, 15 oder 20 Millionen Dollar im Jahr verwalten und am Ende steht ein Prozentsatz positiver Dopingproben von 0,2 % bis 0,7 %, dann ist das keine realistische Zahl. Ich kenne die genauen Zahlen nicht. Vielleicht sind es in Wahrheit 10, 20 oder 50 Prozent [die gedopt sind]. Aber das zeigt doch, dass das ganze Systeme kaputt ist."

Einmal in Fahrt, legte Armstrong nach: "Vermutlich ist das der Grund, weshalb Travis [Tygart] und die USADA einen Fall, eine Story brauchten. Und die Story war ich. Ich war der Fall. Sie brauchten mich, um zu zeigen, dass sie effektiv arbeiten. Und sie taten das genauso. Und es funktionierte."

Auf Armstrongs Äußerungen angesprochen, wollte sich zunächst kein Vertreter der amerikanischen Anti-Doping-Agentur gegenüber der Internetseite von "Business Insider" äußern. Die Seite hatte als erste über Armstrongs Einlassungen berichtet.

Quelle: 

Redaktion RennRad, Cor Vos

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