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Bora-Argon 18: Schon 2017 in erster Liga?

13.01.2016
Radsport: Team Bora Argon 18 in 2016 - Worldtour schon 2017

Das deutsche Team will expandieren und in die WorldTour aufsteigen

Bora-Argon 18 will 2017 in der WorldTour mitmischen. Dazu sind mindestens eine Etat-Verdoppelung und ein Co-Sponsor nötig. Team-Chef Denk ist zuversichtlich, dass der Sprung in die Eliteklasse glückt.

Das Radteam Bora-Argon 18 will expandieren und in die Eliteklasse aufsteigen. Pünktlich zum Tour-de-France-Start 2017 in Düsseldorf will der Zweitligist in der WorldTour ganz oben mitmischen. Dazu dürfte mindestens eine Etat-Verdoppelung nötig sein - Ende September müsste das neue Konstrukt laut Team-Manager Ralph Denk stehen.

«WorldTour-Teams kalkulieren im Durchschnitt mit rund 13,5 Millionen Euro pro Saison. Unser jetziger Sponsor ist bereit, einen höheren Beitrag zu leisten. Doch wir brauchen dann einen zweiten starken Partner - Wir sprechen mit deutschen Interessenten», sagte Denk der Deutschen Presse-Agentur.

Deutsche Industrie soll mithelfen

Er hat dabei vor allem offensichtlich die einheimische Fahrrad-Industrie im Auge. Im augenblicklich laufenden Trainingslager auf Mallorca sind potenzielle Geldgeber, die ab 2017 investieren wollen, hoch willkommen. «Unsere Türen sind offen», sagte Denk, der sich in einem Jahr auch vorstellen kann, prominente deutsche Fahrer ins Boot zu holen - wenn sie denn auf dem Markt sind.

«Wir haben in Deutschland viereinhalb Topfahrer - John Degenkolb, Marcel Kittel, Tony Martin, André Greipel - und Simon Geschke», erklärte Denk. Die Verträge von Klassikerjäger Degenkolb beim einzigen deutschen WorldTour-Team Giant-Alpecin und Topsprinter Greipel aus der belgischen Lotto-Soudal-Mannschaft laufen zum Saisonende aus. Aber in beiden Fällen dürfte es schwer werden, die Protagonisten zu einem Wechsel zu überreden.

Buchmann und Nerz die beiden Topfahrer für 2016

Die aktuellen Bora-Vorzeige-Profis sind der deutsche Straßenmeister Emanuel Buchmann und Dominik Nerz. Buchmann hatte sich im Vorjahr bei der Tour ins öffentliche Bewusstsein gefahren. Auf der Königsetappe in den Pyrenäen belegte der zierliche Ravensburger in Cauterets einen viel beachteten dritten Rang. Von dem Newcomer hält Denk, der ein Händchen für den Aufbau von Talenten hat, viel. «Er ist gut genug für einen Etappensieg, das Bergtrikot oder einen Platz unter den ersten 20. Er kommt erst, wenn es richtig warm wird. Bisher lief seine Vorbereitung sehr gut», beschrieb der Bora-Manager seinen Topfahrer, der wie die meisten seiner 20 Team-Kollegen Ende Januar/Anfang Februar bei der Mallorca-Challenge ins Wettkampfgeschehen 2016 eingreifen wird.

Um den 23 Jahre alten Buchmann auch für die Wertung des Gesamtklassements fit zu machen, sollen auch dessen Zeitfahr-Qualitäten verbessert werden. «Heute gehen wir in Palma auf die Bahn, um seine Sitzposition zu optimieren», sagte Denk am Mittwoch.

Von den Pressekonferenzen am Donnerstag in Paris und Düsseldorf anlässlich des Tourstarts 2017 verspricht sich Denk den ersten Schub für diese Saison: Die Vergabe einer erneuten Wildcard für den Saisonhöhepunkt in Frankreich.

Quelle: 

dpa; Cor Vos

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