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Doping: Mit EPO auf den Mont Ventoux

05.02.2016
Radsport: Gedopt auf den Mont Ventoux

Welche Auswirkungen hat EPO-Doping auf die Radleistung?

Niederländische Forscher suchen für eine neue EPO-Studie 48 gesunde, gut trainierte Männer zwischen 18 und 45 Jahren. Die Probanden fahren den Mont Ventoux mit und ohne Doping.

Die Meldung klingt eigentlich verrückt. Doch sie ist kein Scherz. Ein niederländische Forschungsgruppe des Zentrums für Arzneimittelforschung (CHDR) sucht für eine neue Studie über den Einfluss von EPO auf die Rennrad-Performance 48 gesunde, gut trainierte Hobbyfahrer. Im Projekt sollen außerdem die möglichen Nebenwirkungen von EPO weiter erforscht werden.

So läuft die niederländische Doping-Studie ab

Die 48 Teilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt. 24 Personen werden unter ärztlicher Aufsicht mit EPO gedopt. Den anderen 24 Athleten wird nur ein Placebo gespritzt. Die Studie umfasst dabei 15 Forschungstage zu je drei Stunden, ein Radrennen von 150 Kilometern mit Ziel auf dem Mont Ventoux  und anschließender eingehender Untersuchung der Sportler. Das Projekt soll im Ganzen 12 Wochen dauern.

Wozu braucht es diese Studie?

Ursprünglich für die Bekämpfung von Krebs entwickelt, wird Erythropoetin (EPO) seit Jahrzehnten im Ausdauersport von einigen Athleten zu Dopingzwecken missbraucht. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat das Medikament deshalb schon 1990 auf die Verbotsliste gesetzt. Die niederländische Forschungsgruppe will deshalb jetzt herausfinden, ob EPO-Doping tatsächlich einen erheblichen Leistungssprung bei Radsportlern bewirkt, wie es von vielen angenommen wird: "Bislang gibt es in der Wissenschaftsliteratur keine eindeutigen Belege für die positiven Auswirkungen von EPO-Doping auf die menschliche Leistungsfähigkeit, insbesondere bei Radfahrern. Wir gingen also bislang wissenschaftlich davon aus, dass EPO keinen leistungssteigernden Effekt hat. Unsere Studie soll Klarheit schaffen."

Die Probanden werden für ihren EPO-Konsum im Übrigen bezahlt. 860 Euro gibt es für die Teilnahme an der Studie. Eine Voraussetzung aber ist, dass sie Niederländisch sprechen.

Quelle: 

Redaktion RennRad; Foto: Fotolia

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