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Doping: Marco Pantani und die Mafia

16.03.2016
News zu Dopingfall Marco Pantani: Spuren zur sizilianischen Mafia

Neuer Zeuge macht Camorra für Dopingfall verantwortlich

Der Tod von Marco Pantani ist 12 Jahre her. Doch noch immer bewegt er die Gemüter. Laut neuesten Ermittlungsergebnissen soll die Mafia beim positiven Dopingfall mitgeholfen haben.

1999 wurde Marco Pantani aufgrund auffälliger Blutwerte in Führung liegend vom Giro d'Italia ausgeschlossen worden. Um die Hintergründe diskutiert nun wieder ganz Italien. Die Tageszeitung "La Repubblica" hat jüngst die Aussagen eines Zeugen veröffentlicht, der wiederholt behauptet hatte, die Mafia sei für den Dopingfall verantwortlich.

Häftling stützt Version vom Mafia-Komplott

Der Tageszeitung liegt nach "Spiegel"-Informationen eine Audiodatei vor, in der ein Häftling die Version stützt, wonach Marco Pantani im Zentrum eines großen Wettbetrugs der Camorra stand. Das in Neapel beheimatete Mafia-Syndikat habe demnach mit riesigen Summen gegen Pantanis Giro-Sieg 1999 gewettet. Bereits im letzten Jahr hatte Renato Vallanzasca, ein verurteiltetes Mitglied der Mafia angegeben, die Camorra habe Pantanis Ausschluss vom Giro durch einen Dopingverdacht fingiert.

Nach dem Bekanntwerdes des starken Dopingverdachts gegen ihn, musste Marco Pantani in Führung der Gesamtwertung liegend den Giro verlassen. Pantani hatte erst zwei Tage zuvor trotz Kettenschadens in einer schier unglaublichen Aufholjagd eine schwere Bergetappe gewonnen und galt als sicherer Sieger der Rundfahrt.

Pantani: Tod mit 34 Jahren

Pantani, der wegen seines Kopftuches von den Medien auch "Der Pirat" genannt wurde, gewann 1998 die Tour de France. 2004 starb er unter an einer Überdosis Kokain und Medikamente in einem Hotel in Rimini. Um sein Ausscheiden aus dem Giro d'Italia 1999 sowie seinen frühen Tod ranken sich seit Jahren Spekulationen und Gerüchte. Erst 2014 wurden die Ermittlungen zu seinem Tod auf Drängen der Familie und neuen Indizien wieder aufgenommen. Eindeutige Belege für die Mafia-These fehlen nach offiziellen Angaben aber noch immer.

 

Quelle: 

Redaktion RennRad, Fotos: Cor Vos

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