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Doping: Positivfund bei deutschem Radsportler

11.07.2017

Ralf Matzka wird belastet

Ein deutscher Radprofi wird positiv getestet. Er erklärt den Test mit einem verunreinigten Nahrungsmittel

+++ UPDATE 12.07.2017 +++

Der frühere Bora-Radprofi Ralf Matzka ist bereits im vergangenen Jahr positiv getestet worden. Das teilte sein früherer Teamchef Ralph Denk am Dienstag mit. Demnach wurde bei dem Schwarzwälder am 3. März 2016 die Substanz Tamoxifen nachgewiesen. Matzka fuhr von 2013 bis 2016 für den Bora-Radrennstall, danach gehörte er nicht mehr dem jetzigen World-Tour-Team an. Matzka beteuert seine Unschuld. Sein ehemaliger Teamleiter Denk sagt, er glaube ihm.

Matzka nicht suspendiert

Matzka wurde bislang aber weder suspendiert noch gesperrt. Der Radsport-Weltverband UCI habe aber ein verbandsinternes Verfahren eingeleitet und Klage erhoben, teilte Denk mit, der eine Wasserverunreinigung für den Positivtest als mögliche Ursache nennt. Das Team rechne mit einem Freispruch. Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt sei mangels Tatverdacht im September 2016 eingestellt worden. Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung konnten bei einer Hausdurchsuchung bei Matzka keine dopingrelevanten Mittel gefunden werden.

Gegenüber der SZ erklärte Matzka: "Ich kann nur allen sagen, dass sie sich mit unseren Erklärungen befassen sollen. Entweder glauben sie mir, oder sie glauben mir eben nicht."

BDR und NADA erklären sich

Unterdessen hat der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in einer Pressemitteilung erklärt, bereits im April 2016 vom Internationalen Radsport-Verband (UCI) informiert worden zu sein, "dass es einen positiven Test bei Ralf Matzka gegeben hat und es zu einer Anhörung kommen wird." Weiter heißt es: "Diese Information wurde an die Nationale Anti-Dopingagentur NADA weitergeleitet, an die der BDR das komplette Ergebnismanagement und die Verfahrensabwicklung abgegeben hat. Diese hat die Angelegenheit an die UCI zurückgegeben, da es sich hier um einen internationalen Fall handelt."

Auch die deutsche Anti-Doping-Agentur (NADA) gab eine Erklärung ab, weshalb der Fall Matzka aus dem Frühjahr 2016 bisher nicht öffentlicht wurde. Im Facebook-Beitrag der Nada heißt es: "Wir weisen darauf hin, dass uns der Fall Matzka bekannt ist. Wir haben diesen umgehend zur Anzeige gebracht. Das strafrechtliche Verfahren ist seitens der Staatsanwaltschaft nach Ermittlungen eingestellt worden. Das sportrechtliche Verfahren in diesem Fall übernimmt die UCI. Das Verfahren ist anhängig. Der Athlet ist nicht suspendiert, so das eine Veröffentlichung des Falles nicht zwingend ist. Die Zuständigkeit der Veröffentlichung nach Verfahrensabschluss liegt bei der UCI."

UCI verweist auf laufendes Verfahren

Der laut BDR und NADA zuständige Radsport-Weltverband UCI teilte auf dpa-Anfrage mit, dass der Fall noch nicht abgeschlossen sei und das Anti-Doping-Tribunal der UCI sich damit beschäftige. Laut Artikel 7.9.1. des Anti-Doping-Reglements bedürfe es im Fall von Tamoxifen nicht einer provisorischen Suspendierung. Daher sei das Verfahren auch nicht öffentlich gemacht worden. Die UCI wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht weitergehend äußern.

Quelle: 

dpa; Fotos: Vos

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