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Neue Berge bei der Tour

11.01.2016

Man könnte es mit dem alljährlichen „Dinner for one“ vergleichen: the same procedure as last year… Im riesigen Palais des Congrés von

Paris versammelten sich wie immer im Oktober Journalisten, Funktionäre und die Protagonisten der letztjährigen Tour de France, um auf roten Samtsesseln Platz zu nehmen. Tour-Chef Christian Prudhomme stellte nach einem ausführlichen Rückblick auf die Tour 2015 die neue Strecke vor. Dass bei der Rückschau der komplette Schlusskommentar von ARD-Kommentator Florian Nass im Original, ohne Übersetzung, über die Leinwand flimmerte, werteten einige als deutliches Zeichen für die Wertschätzung des deutschen Radsports und seiner Protagonisten, die in den letzten drei Jahren für 19 Tour-Etappensiege sorgten. Und es war möglicherweise ein Wink an Düsseldorf, das sich als Ausrichterstadt 2017 beworben hat. 2016 werden die Sprinter wieder die Chance haben, zu Beginn ins Gelbe Trikot zu schlüpfen. Einen Prolog, der Zeitfahrspezialisten bevorzugt, gibt es diesmal nicht. Das ist schlecht für Tony Martin, der im letzten Jahr so großartig um das Gelbe
Trikot kämpfte und es dann auf so tragische Weise
wieder verlor. 

Test für Rio

Auch die übriggebliebenen beiden Zeitfahren sind nicht nach dem Geschmack des dreifachen Zeitfahr-Champions. „Sie sind recht berglastig. Das kommt reinen Zeitfahrern wie mir nicht unbedingt entgegen. Andererseits will ich ohnehin meine Qualitäten am Berg Richtung Olympische Spiele verbessern. Denn in Rio sind die Strecken ebenfalls nicht flach“, sieht Tony Martin die Tour-Zeitfahren auch als Formtest für Olympia. Für André Greipel bietet sich indes bei der Tour de France 2016 die große Chance auf das erste Gelbe Trikot seiner Karriere. Denn die ersten drei Etappen im Departement Manche in der Normandie sind relativ flach. „Ich freue mich, dass gerade die erste Etappe eine Chance für die Sprinter ist“, sagte der 33-Jährige in Paris.

Bergfest

Danach führt die Strecke über Angers, Limoges und Le
Lioran in die Pyrenäen, mit Zielen am Lac de Payolle und der Bergankunft in Andorra Arcalis (2240 Meter). Erster Höhepunkt ist die zwölfte Etappe hinauf zum legendären Mont Ventoux (1912 Meter), dem sich ein 37 Kilometer langes Einzelzeitfahren anschließt. In der dritten Woche müssen die Fahrer die Alpen überqueren. Die 17. Etappe endet an der Staumauer von Finhaut-Emosson. Danach steht das Bergzeitfahren nach Megève auf dem Etappenplan und schließlich die letzten beiden Bergetappen mit Zielankünften in Saint-Gervais-Mont Blanc und Morzine. Das macht insgesamt zwei Anstiege im französischen Zentralmassiv, elf in den Pyrenäen, 14 in der französischen Juraregion und elf in den Alpen. Also 28 Berge an neun Renntagen. Und viele Steigungen sind relativ unbekannt. Die Streckenplaner um den Technischen Direktor Thierry Gouvenou haben neue Pässe in den Etappenplan eingebaut, wie den mit
19 Kilometer längsten Berg der Tour 2016, den Col d’El
Canto auf der neunten Etappe oder den Montée de
Bisanne, 12,4 Kilometer lang mit einer durchschnittlichen Steigung von 8,2 Prozent, auf der 19. Etappe. „Mich erinnert diese Streckenführung eher an einen Giro oder eine Vuelta als an eine Tour de France“, meinte deshalb auch Nairo Quintana, dem aber die topografischen Schwierigkeiten liegen dürften. Und Tour-Sieger Chris Froome urteilte: „Für diese Tour muss man ein echter Allrounder sein. Ich denke daher, die Streckenführung könnte etwas für mich sein.“ Er startet 2016, um seinen dritten Tour-Sieg zu holen. 

Favoritencheck

Alberto Contador ist mit Sicherheit einer der größten Konkurrenten von Chris Froome und Nairo Quintana. Zum Favoritenkreis zählt auch Alejandro Valverde. Er kam 2015 mit seinem dritten Platz zum ersten Mal in seiner Karriere aufs Podium. Es wird spannend wie sich Fabio Aru, der diesjährige Sieger der Vuelta, bei seiner Tour-Premiere schlagen wird. Richie Porte, der zu BMC wechselt, könnte seinem ehemaligen Kapitän Froome ebenfalls gefährlich werden.  //

 

 

 

Etappenplan Tour de France 2016

2.Juli 1. Etappe: Mont-Saint-Michel-Utah Beach 188 km

3.Juli  2. Etappe: Saint-Lô-Cherbourg-Octeville 182 km

4.Juli  3. Etappe: Granville-Angers 222 km

5.Juli  4. Etappe: Saumur-Limoges 232 km

6.Juli  5. Etappe: Limoges-Le Lioran 216 km

7.Juli  6. Etappe: Arpajon-sur-Cère-Montauban 187 km

8.Juli  7. Etappe: L'Isle-Jourdain - Lac de Payolle 162 km

9.Juli  8. Etappe: Pau-Bagnères-de-Luchon 183 km

10.Juli  9. Etappe: Vielha Val d’Aran-Andorra Arcalis 184 km

11.Juli Ruhetag in Andorra 

12.Juli  10. Etappe: Escaldes-Engordany-Revel 198 km

13.Juli  11. Etappe: Carcassonne-Montpellier 164 km

14.Juli  12. Etappe: Montpellier-Mont Ventoux 185 km

15.Juli  13. Etappe: EZF Bourg-Saint-Andéol - La Caverne du Pont-d'Arc 37 km

16.Juli  14. Etappe: Montélimar-Villars-les-Dombes 208 km

17.Juli  15. Etappe: Bourg-en-Bresse-Culoz 159 km

18.Juli  16. Etappe: Moirans-en-Montagne–Bern/CH 206 km

19.Juli Ruhetag in Bern 

20.Juli  17. Etappe: Bern-Finhaut-Emosson 184 km

21.Juli  18. Etappe: EZF Sallanches-Megèv 17 km

22.Juli  19. Et appe: Albertville-Saint-Gervais Mont Blanc 146 km

23.Juli  20. Etappe: Megève-Morzine 146 km

24.Juli  21. Etappe: Chantilly-Paris Champs-Élysées 113 km

Gesamtdistanz: 3519 km

 

Quelle: 

Foto: Cor Vos

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