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Talent mit großen Zielen - Olympia in Rio

07.01.2016
Der deutsche Bahn-Vierer vor Rio.

Radtalent auf der Bahn

Ziel: Olympia in Rio

 

Radsportler Leon Rohde aus Wedel hat beste Chancen, bei den Olympischen Spielen in Brasilien im Bahn-Vierer an den Start zu gehen. Dass sich die Hamburger Bürger gegen eine Olympia-Bewerbung für 2024 ausgesprochen haben, schmerzt den 20-Jährigen sehr.

Von der Elbe an den Zuckerhut. Und das mit dem Rad. So lautet das große Ziel von Leon Rohde für das Jahr 2016. Nicht, dass der 20-Jährige aus Wedel im Kreis Pinneberg die Strecke nach Brasilien mit dem «Drahtesel» zurücklegen will. Vielmehr hat der junge Mann die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro fest im Visier. Im Bahn-Vierer will er sich den Traum von einem Start unter den fünf Ringen erfüllen.

Rohde gehört zu jenen acht Fahrern, aus denen Bundestrainer Sven Mayer das Team für Rio bilden wird. «Wir sind alle auf einem ziemlich gleichen Niveau», glaubt der Norddeutsche. Qualifiziert für Rio ist der deutsche Vierer, der bei den Spielen 2008 in Peking und 2012 in London nicht am Start war, zwar noch nicht. Doch nach dem Weltcup Mitte Januar in Hongkong und der Weltmeisterschaft Anfang März in London herrscht Klarheit. Um den Startplatz für Rio zu bekommen, müssen die Deutschen unter den besten sechs europäischen Nationen in der Weltrangliste sein. Derzeit sind sie hinter Australien, Neuseeland, Russland und Großbritannien sogar Gesamt-Fünfte.

Der Traum von Olympia

Das Jahr 2015 verlief für den Schleswig-Holsteiner, der sich zunächst im Judo und im Basketball versucht hatte, ehe er durch Vater Robert und Bruder Louis zum Radsport kam, nahezu perfekt. «Anfang des Jahres hatte ich Knieprobleme. Aber danach lief es», erklärt der 20-Jährige. Zu den Höhepunkten gehörte der zweite Platz in der Einzelverfolgung bei der deutschen Meisterschaft in Berlin sowie Anfang November der Sieg im Madison beim Weltcup im kolumbianischen Cali.

In dieser nicht-olympischen Disziplin, die als Zweier-Teamfahren ausgetragen wird und in der Rohde 2014 U23-Europameister wurde, siegte der Wedeler an der Seite von Kersten Thiele aus Sinsheim, der ebenfalls zum erweiterten Bahn-Rad-Vierer-Kader für Rio gehört. Im deutschen Team gehört Rohde zu den schnellkräftigen Athleten, die auf den Positionen eins und zwei für die Grundgeschwindigkeit sorgen, ehe die beiden folgenden Ausdauer-Spezialisten auf den Rennmaschinen, die nur einen Gang und keine Bremse haben, das Tempo hoch halten.

25 000 Trainingskilometer spult Leon Rohde pro Jahr ab. Wenn er nicht auf der Bahn unterwegs ist, startet er für das LKT Team Brandenburg auf der Straße, auf der er auch seine sportliche Zukunft sieht: «Eine Teilnahme an der Tour de France wäre auch ein Traum», gibt er zu. Eine weitere Hoffnung des Vollblutsportlers, der nach drei Jahren an der Cottbuser Sportschule am Wedeler Johann-Rist-Gymnasium sein Abitur gebaut hat, ist hingegen geplatzt. «Absolut schade», findet Rohde, dass sich Hamburgs Bürger im Referendum Ende November gegen eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 entschieden haben.

«Ich denke, dass das innovative Konzept von Olympia 2024 in Hamburg in seiner Nachhaltigkeit funktioniert hätte und zudem eine Chance für viele regionale Sportverbände gewesen wäre», betont Rohde. Er selbst wird nun umso kräftiger in die Pedalen treten, um sich den Traum von der Olympia-Teilnahme am Zuckerhut zu erfüllen.

Quelle: 

dpa/Foto: Vos

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