Reise

Training im Winter: Zum Zeus

10.12.2013

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Zum Zeus: Sonne, Wärme, Wein und wenig Verkehr.

Sonne, Wärme, Wein, wenig Verkehr: Was nach dem Paradies klingt, ist eine Insel im äußersten Süden Europas: Kreta. Das perfekte Rückzugsgebiet für alle herbstgeplagten Radfahrer. Ein Reisebericht.

Sonne, smaragdgrünes Meerwasser, schroffe Felsbuchten, lagunenartige Strände, spektakuläre Schluchten und sehr viele schöne Straßen für Rennradfahrer. Das ist Kreta, einer der südlichsten Punkte in Europa. Die griechische Insel gilt als Geheimtipp unter Rennradfahrern. Egal, wo man auf Kreta sein Quartier bezieht, es erwarten einen überall Traumstrecken entlang der Küsten oder im Landesinneren – geeignet für alle Leistungsklassen. Einziger Wermutstropfen bei einem Aufenthalt: Es ist unmöglich, alle sehenswerten Winkel der Insel abzufahren.

Auf Kreta gibt es kaum Industrie – und deshalb auch wenig Verkehr. Das Straßennetz besteht aus flachem, welligem und bergigem Terrain. Für jeden Radsportler ist so genug Abwechslung geboten. Die gut asphaltierten, kurvigen Sträßchen machen unglaublich viel Spaß. Wildromantische Szenerie, grandiose Steilküsten, einsame Gebirgspässe – imposante Höhen- und Küstenstraßen lassen in puncto Streckencharakteristik keine Langeweile aufkommen.

Wer im Frühjahr anreist, kann ein exotisches Naturschauspiel beobachten: Das schneebedeckte Ida- Gebirgsmassiv sticht sowohl von der Nord- wie auch Südküste kontrastreich heraus. Bei Temperaturen von bis zu 30 Grad. Harmonierende Gegensätze, das ist ein Charakteristikum der Insel. Weitere Vorzüge gibt es en masse: Die größte griechische Insel bietet klimatisch, topographisch, kulturell und kulinarisch alles, was sich Radler wünschen. Und sie werden auf der Insel freundlich empfangen. „Kalimera“ rufen die Kreter einem tagsüber zu, abends dann „Kalispera“.

 

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Trotz der Krise in Griechenland herrscht bei den Radreiseveranstaltern auf Kreta euphorische Aufbruchstimmung. Radstationen bieten Gepäcktransport, ausgetüftelte Touren, Trainingsgestaltung und natürlich Radverleih an. Das macht auch Sinn, denn die meisten Airlines verlangen 100 Euro für den Radtransport. Ob Radamateur, Hobby- oder Freizeitfahrer – jeder kann sich auf Kreta in Form bringen. Während die einen zum Saisonstart ihr Grundlagenkilometerkonto aufbessern, verpassen Wettkampferprobte ihrer Kraftausdauer und anaeroben Spitzenleistung den letzten Schliff. Auch mit Ex-Profis wie zum Beispiel dem Flandern-Rundfahrt-Sieger Steffen Wesemann oder der Duathlon-Weltmeisterin Ulrike Schwalbe kann man über die Insel radeln. Sie stellen mittlerweile ihr Fachwissen in den Dienst des Breitensports.

Zentralkreta: Hoch- und Tiefebenen

Kreta wird von vier imposanten Gebirgsketten durchzogen. Im Westen der Insel dominieren die „Weißen Berge“, in Zentralkreta das Ida–Massiv mit Kretas höchstem Gipfel, dem Timios Stavros/Psiloritis (2456 Meter), der majestätisch über der Insel thront. Im Osten liegen das Dikti-Gebirge und das Tripti-Gebirge. Trotzdem ist Kreta nicht überall gebirgig. Entlang der Nordküste bietet die Insel jede Menge flaches Terrain. Auch auf den Hochebenen, wie zum Beispiel der 40 Kilometer langen und bis zu zwölf Kilometer breiten Messara, kann man es gut rollen lassen. Dort muss man aber erst mal hoch kommen. Die landwirtschaftlich genutzten Hochplateaus erfordern meist etwa 1 000 Höhenmeter Aufstieg – am Stück.

Die 24 Kilometer lange Auffahrt von Agios Nicholaos zur Lassithi-Hochebene durch die Schlucht des Potamos ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Auch weil die Straße zum Seliá-Pass mit fünf bis sechs Prozent Steigung sehr homogen nach oben führt und damit herrlich rhythmisch zu fahren ist. Von Psichro lohnt sich ein zwei Kilometer weiter Abstecher zur Geburtshöhle von Zeus, der Idäischen Grotte, am Fuß des Psiloritis. Hier soll der Herrscher über Donner und Blitz geboren und aufgewachsen sein.

Traumhafte Südküste

Alternativ bietet sich die Rückfahrt über den 1050 Meter hohen Ambélos-Pass an. Vom Streckenzenit verläuft diese Route Richtung Malia durch eine einzigartige Berglandschaft hinab. Überwältigende Panoramen bis zum Psiloritis und dem Kretischen Meer gestalten die 25 Kilometer lange Fahrt zum wahren Genuss. Ein sprichwörtliches Highlight stellt auch die Auffahrt zur Nida-Hochebene (1350 Meter) dar. 54 Kilometer hinter Rethymno und auf einer Höhe von 800 Metern über dem Meer erreicht man das historische Bergdorf Anogia. Von dort schraubt sich die serpentinenreiche Landstraße 22 Kilometer zur Passhöhe Analipsis auf 1500 Meter Höhe hinauf.

Im Süden von Kreta schlummert ein Bergstraßennetz der Extraklasse. Einziges Manko: Ohne ortskundigen Tourenguide sind die traumhaften Routenvarianten kaum zu bewerkstelligen. GPS-Tracks sind bisher rar. Dennoch kann man hier unberührte Naturlandschaften finden, pittoreske Klöster, verschlafene Bergdörfer, knackige Uphills, atemberaubende Abfahrten. Und für nach der Tour: einsame Buchten mit dem glasklaren, warmen Wasser des Libyschen Meeres.

 


 

TOUREN

 


 

Gelassene Insulaner

Neben den Stränden bieten sich auch unzählige malerische Dorfplätze als Rastplätze an. Dort fühlt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt und beneidet die Insulaner für ihre relaxte südländische Mentalität. Die Uhren der Kreter sind definitiv anders getaktet. Die Muße nach dem Motto „siga siga“ (langsam, langsam) reflektiert die typisch mediterrane Lebenseinstellung. Umso lustiger, wenn ausgerechnet die relaxten Dörfler den Rennradlern „pame pame“ (auf geht’s/zack zack) zurufen.

Außer Stadt, Land, Dorf, Berg, Meer und freundlichen Menschen hat Kreta noch etwas zu bieten, das Radfahrer glücklich macht: eine fantastische Küche. Oliven, Wein, Tomaten, Gurken, Mandeln, Rosinen, Zucchini, Orangen, Zitronen, Pflaumen, Erdnüsse. Es gibt eigentlich nichts, das auf den Hochebenen Kretas nicht wächst. Die kulinarischen Einflüsse aus venezianischer und türkischer Überlieferung lassen sich deutlich schmecken. Aromatische Kräuterpflanzen verfeinern die Gerichte. Griechischer Bauernsalat, angemacht mit erlesenem Extra Vergine Olivenöl, Zitrone, Essig, Salz und Pfeffer – dazu krosser Gerstenzwieback mit Tomatenraspeln, Schafskäse und Tzatziki mit Knoblauch zur Vorspeise. Als Hauptgang folgt meist Lamm-, Schaf- oder Ziegenfleisch, Huhn oder Kaninchen – garniert mit Fenchel, Artischocken, gefüllte Weinblätter und Zucchiniblüten. Fisch- und Meeresfrüchte runden die kretische Küche ab. Dazu gibt es kretischen Wein oder das einheimische Bier Mythos. Zum Abschluss dann ein Stamperl Raki zur Verdauung und Käse, zum Beispiel Graviera oder Myzitha – „Kali orexi!“ (Guten Appetit).

Training – Regeneration – Ernährung. Das sind die drei Eckpunkte eines erfolgreichen Trainingslagers. Auf Kreta gibt es für all diese Dinge optimale Bedingungen. Insofern zählt Kreta zu einer Destination, die weitaus mehr als nur eine unscheinbare Option unter „vielen“ ist.

 


 

RadstatIonen auf Kreta

Crete-Cycling in Mochlos im Club Aldiana

  • Radhersteller: Bulls
  • Preise: Tag: ab25 Euro, Woche: ab 95 Euro
  • Pauschalangebote: ab 1178 Euro (all inclusive)
  • Flug und Leihrad im Preis inklusive
  • www.aldiana-kreta.com

Freak Bike Centre in Palekastro

Crete-Cycling in Agia Galini

  • Radhersteller: Focus, Koga
  • Preise: Tag: ab 45 Euro, Woche: ab 125 Euro
  • Pauschalangebote  ab 463 Euro p. P./7 Tage
  • Flug nicht im Preis inklusive
  • www.crete-cycling.com

Cretan Sports Cycling in Heraklion

  • Radhersteller: BMC
  • Pauschalangebot: Übernachtung im Studio inkl. Rad
  • Selbstversorgung: 299 Euro p.P./7 Tage
  • www.cretansportscycling.gr

Hellas Bike in Chania

 


 

KRETA – KOMPAKT

  • Flugverbindung: Chania, Iraklion, Flugzeit: circa zwei Stunden. Direktflüge von Frankfurt, München, Nürnberg, Berlin, Düsseldorf, Zürich, Wien.
  • Beste Reisezeit: 300 bis 330 Sonnentage im Jahr machen Kreta von Februar bis Ende Oktober (ausgenommen Juni bis August) zum Top-Radreiseziel. Die Wassertemperatur beträgt im Frühjahr 22, im Herbst 24 Grad.
  • Lage: Die 260 Kilometer lange Insel (8331 Quadratkilomter) liegt im Schnittpunkt dreier Kontinente: Afrika ist 300, Asien 175 und das europäische Festland 100 Kilometer entfernt.
  • Sprache: Landessprache Griechisch. Deutsch/Englisch wird im touristisch geprägten Küstenbereich häufig gesprochen.
  • Infos: www.incrediblecrete.gr; vor Ort: in den Tourismusbüros von Chania, Rethymno, Iraklion, Agios Nikolaos, Sitia, Ierapetra, Agia Galini.
  • Reiseveranstalter: Sun & Fun schnürt Reisen bestehend aus Flug, Transfer, Übernachtung und Sportpaket. Das Unternehmen hat 20 Jahre Erfahrung auf Kreta und bietet die Sicherheit eines deutschen Reiseveranstalters.

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