Test & Technik

Test: Das neue Specialized Tarmac

03.07.2017
Specialized Tarmac 2018

Erster Test: Das Specialized Tarmac

Leichter, steifer, schneller: das Renngerät

 

Die Tarmac-Modellreihe ist wohl jene, an die die meisten Menschen denken, wenn sie an Rennräder von Specialized denken. Das Tarmac ist ein Klassiker. Mit dem bisher aktuellen Modell S5 wurden mehr als 200 Profisiege geholt. Das neue Tarmac soll laut Specialized nicht eine Sache extrem gut können, sondern es soll in allen relevanten Bereichen signifikant besser sein als sein Vorgänger – und als die vergleichbaren Räder anderer Hersteller. Das neue Tarmac ist noch einmal deutlich leichter geworden: ein Rahmen der Höhe 56 wiegt nur noch 733 Gramm.

Unser S-Works-Testrad kommt in einer 52er Größe auf rund 6,15 Kilogramm – und zwar mit Faltreifen und inklusive des neu entwickelten Powermeters. Das ist beeindruckend. In der Version mit Scheibenbremsen wird das neue Tarmac S-Works in einer 56er Rahmenhöhe und mit der sonst identischen Ausstattung 6,59 Kilogramm wiegen. Der Rahmen besteht nun aus 500 Teilen. Der des alten Tarmac setzte sich aus 300 bis 350 Carbonteilen zusammen. Allein am jetzt viel filigraneren Tretlagerbereich wurden rund 30 Gramm Gewicht gespart - gleichzeitig soll die Steifigkeit erhöht worden sein. Auch das Grundmaterial ist noch einmal hochwertiger. An den S-Works-Modellen kommt Fact 12R High-Modulus-Carbon zum Einsatz. An den Pro- und Expert-Modellen wird 10R-Material verwandt. Jenes, das beim Vorgänger-Tarmac der S-Works-Reihe vorbehalten war. Die Sitzstreben setzen nun viel tiefer am Sitzrohr an. Zwischen den beiden Sitzstreben besteht vom Rahmen her auf der Höhe der Bremse keine Verbindung. Stattdessen kommt hier eine filigrane Carbonbrücke zum Einsatz. Die Preise waren bei Redaktionsschluss noch nicht veröffentlicht.

 

Die Fahrt:

Das geringe Gewicht des Tarmac ist natürlich vor allem bergauf deutlich zu spüren. Das Tarmac lässt sich fast spielerisch beschleunigen. Bergaufsprints gehören zu seinen Stärken. Die Steifigkeit, vor allem im Tretlagerbereich, ist auf sehr hohem Niveau. Die Sitzposition ist, wie vom alten Tarmac gewohnt, eher gestreckter, also sportlich, jedoch nicht zu extrem. Durch einen oder zwei Spacer lässt sie sich schnell entschärfen. Wie sein Vorgänger überzeugt auch das neue Tarmac mit einer enormen Agilität – das Rad ist extrem wendig. Gerade engste Kurven in schnellen Abfahrten gehören zu den weiteren Stärken des Specialized. Der Fahrkomfort zählt nicht unbedingt dazu. Grobe Schläge kommen durchaus beim Fahrer an. Wobei vor allem die neu entwickelte Sattelstütze hier durchaus Vibrationen abfedert – und das Tarmac nicht als sanfter Gleiter, sondern für den Vortrieb, für eine optimale Aerodynamik und eine ebensolche Kraftübertragung entwickelt wurde. All diese Eigenschaften haben die Ingenieure dem neuen Tarmac eingepflanzt. Zudem ist es auch noch laufruhig. Rolltests bergab zeigten die sehr gute Aerodynamik.

 

Fazit: Das neue Tarmac ist wirklich fast eine Art eierlegende Wollmilchsau unter den auf den Renneinsatz ausgelegten Rädern. Der Rahmen ist extrem leicht und steif, das ganze Rad kombiniert Leichtgewicht und Aerodynamik in bislang kaum gekanntem Ausmaß.     

Quelle: 

Binnig, Specialized

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