Test & Technik

Fünf Transporttaschen im RennRad Test

28.07.2017
Fünf Transporttaschen im RennRad Test

Fünf Transporttaschen im RennRad Test

Wer auf Reisen geht, der möchte, dass sein Rad sicher verpackt ist. Kratzer, Dellen und andere Schäden können vermieden werden – mit der richtigen Verpackungstechnik und der passenden Schutzhülle. Fünf Transporttaschen im Test.

 

Koffer oder Tasche?

Wir haben im Vorfeld des Tests darüber diskutiert, was eigentlich besser ist. Sicher, eine harte Schale bietet in vielen Fällen mehr Schutz als gepolsterter Stoff. Auf der anderen Seite sind die Vorteile einer Tasche nicht von der Hand zu weisen. Sie ist meist leichter und daher einfacher zu transportieren. Zudem ist sie faltbar, braucht weniger Stauraum und ist somit einfacher zu lagern: Eine Tasche ist in gefaltetem Zustand bei einer Länge von bis zu 1,40 Metern oft nur rund 30 Zentimeter hoch und 30 Zentimeter breit – und lässt sich so problemlos auch auf dem Schrank oder in einem Regal unterbringen. Zudem reicht der Schutz der Taschen unseres Testfelds in der Regel selbst auf Flügen aus. Auch viele Radprofis setzen auf die genannten Vorteile und verwenden den Koffer oft nur dann, wenn die Reise sehr weit weg führt und dabei vielleicht noch umgestiegen werden muss. Insgesamt ist für Taschenkäufer aber dennoch darauf zu achten, dass das Material nicht zu dünn ist, so dass eine gewisse Stoßresistenz gegeben ist. 

Schieben und Ziehen

Wir schätzen für den Transport leicht laufende Rollen. Dabei kommen aber zwei verschiedene Systeme zum Einsatz, die beide ihre Berechtigung haben. Da sind zum einen die großen Rollen, die man von den Inline-Skates kennt. Der Vorteil: Sie laufen leicht, sie sind robust, leicht zu wechseln und gut geschützt, weil sie meist zur Hälfte versenkt sind. Der Nachteil: Diese Rollen sind in der Regel nicht frei drehbar und daher meist nur zum Ziehen der Tasche geeignet.

Der Gegenentwurf hierzu sind etwas kleinere und komplett frei drehbare Rollen. Die Tasche lässt sich damit auch sehr leicht schieben und durch den Flughafen navigieren. Da diese Rollen aber komplett exponiert sind, sind sie auch anfälliger für Beschädigungen. Achten Sie also darauf, dass man die Rollen problemlos wechseln kann. Zudem sind solche Rollen auf unebenem Untergrund wegen der fehlenden Größe keine große Hilfe. Eine sehr gute Kombination bietet hier das Modell von Evoc: Hinten werkeln zwei große Inliner-Rollen, vorne kann eine kleine drehbare Rolle angeclipst werden. 

 

TIPPS: So Packen sie ihr Rad

Ein wichtiger Hinweis vor dem Kauf: Wer seine Sitzposition durch ein Bikefitting vermessen lassen hat, der ändert eher ungern seine Satteleinstellung. Wer mit integrierter Stütze fährt, hat so gut wie keinen Spielraum. Es empfiehlt sich also, vor dem Kauf abzuklären, ob die Sattelstütze versenkt werden muss oder nicht. 

  • Bauen Sie die Laufräder aus und verpacken diese in den (integrierten) Laufradtaschen. Wichtig: Immer die Luft aus den Reifen lassen. 
  • Bevor Sie die Laufräder verpacken, entnehmen Sie die Schnellspanner und verpacken diese extra. Manchmal werden sie auch zum Befestigen des Rahmens benötigt.
  • Das Ausfallende und das Schaltwerk müssen besonders gesichert werden. Eine dicke Polsterung oder ein Schaltwerkskäfig sind beim Verpacken Pflicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte das Schaltwerk demontieren. Umwickeln Sie dieses dann mit Luftpolsterfolie.
  • Sichern Sie die Kettenstrebe mit Luftpolsterfolie. Fixieren Sie die Kette und die Kurbel mit Kabelbindern an der Kettenstrebe. Alternativ können Sie auch einen Antriebsschutz verwenden. Der kostet je nach Hersteller zwischen zehn und zwanzig Euro.
  • Demontieren Sie die Pedale und verpacken diese extra im normalen Koffer. Dies wird übrigens auch oft von Fluggesellschaften und Versicherungen verlangt, um Schäden zu vermeiden.
  • Schieben Sie die Sattelstütze je nach Taschengröße so weit wie nötig ins Sitzrohr oder entnehmen Sie sie ganz.
  • Polstern Sie Unter- und Oberrohr. Dann nimmt der Rahmen keinen Schaden, wenn man den Lenker demontieren muss.
  • Demontieren Sie gegebenenfalls Lenker und Vorbau, polstern Sie diese und fixieren die Einheit mit Kabelbindern an Ober- und Unterrohr. Fixieren Sie die Gabel – zum Beispiel mit einem alten Vorbau. 
  • Verstauen Sie Rahmen, Laufräder und Kleinteile in der Tasche. Fixieren Sie alle Teile mit Zurrgurten.
  • Wichtig: Keine CO2-Kartuschen in der Tasche mittransportieren. Einige Fluggesellschaften verbieten dies. 
  • Verschließen Sie die Tasche oder den Koffer mit Sicherheitsschlössern.
  • Wiegen Sie das gesamte Paket und stellen Sie so sicher, dass die Tasche unter dem erlaubten Maximalgewicht der Airline bleibt.
  • Nicht vergessen: Melden Sie das Rad immer vorher bei der Fluggesellschaft an und erkundigen Sie sich nach den Transportbedingungen.
  • Überprüfen Sie nach der Landung unbedingt sofort das Rad auf Beschädigungen und wenden Sie sich bei Bedarf an das örtliche Büro der Fluggesellschaft. Da die Ferienflieger aber meist eine Obergrenze für Schäden haben (oft nicht mehr als 1000 oder 1500 Euro), sollte im Extremfall eine Reisegepäckversicherung abgeschlossen werden.

 

Der Preisvergleich

Mieten oder Mitnehmen? Radkarton oder Radkoffer? Wir haben den Preisvergleich gemacht

 

Rad mieten

vor Ort

Transporttasche

Fahrradkarton

Kaufpreis

circa 100 — 150 Euro pro Woche

circa 200 bis 750 Euro

0 bis circa 30 Euro (z.B. bei Rose Versand)

Kosten für zusätzliches Material

  • evtl. Reisegepäckversicherung 
    (20 - 120 Euro)
  • Laufradtaschen (30 — 100 Euro) und/oder Luftpolsterfolie 
    (ca. 10 Euro) und Klebeband
  • Montagerahmen für Rahmen und Antrieb (ca. 50 Euro)
  • Reisegepäckversicherung 
    (20 — 120 Euro)

Mitnahme im Flieger

kostenlos — 150 Euro

kostenlos — 150 Euro

Vorteile

  • stressfrei
  • keine hohen Anschaffungskosten
  • eigenes Rad
  • ungebunden
  • Top-Schutz
  • eigenes Rad
  • ungebunden
  • niedrige einmalige 
    Anschaffungskosten

Nachteile

  • kein eigenes Fahrrad
  • nur an ausgewählten Stationen verfügbar
  • höhere bis hohe einmalige 
    Anschaffungskosten
  • jährliche Kosten für Mitnahme im Flugzeug und eventuelle Reisegepäckversicherung
  • Karton kann nach einem Flug bereits kaputt sein
  • kein 100%iger Schutz
  • jährliche Kosten für Mitnahme im Flugzeug und eventuelle Reisegepäckversicherung
 

Quelle: 

Text: Günther Proske; Bilder: Jürgen Amann

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