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Im Test: Das Vivax Passione CF Disc

Testbericht: Vivax Passione CF Disc

Leicht, stark und unauffällig: Das Vivax Passione CF ist ein neues und ein besonderes Rennrad. Eines mit versteckten Eigenschaften: In seinem Inneren arbeitet ein Elektromotor. Unauffällig, fast unhörbar und dennoch stark.

Nach mehr als zehn Jahren Erfahrung mit E-Motoren baut Vivax mit dem Passione CF Disc ein echtes Rennrad - mit elektronischer Unterstützung. Basis des Renners ist ein Monocoque-Carbonrahmen mit weiß-roten Designs und Race-Geometrie. Ausgestattet ist das Rad mit der soliden Shimano-Ultegra-Gruppe. Die Scheibenbremsen ist mechanisch und funktioniert per Bowdenzug. Im Vergleich zu hydraulischen Systemen kann die Bremse somit einfacher gewartet und eingestellt werden, auch wenn die Dosierbarkeit nicht ganz vergleichbar ist. Das Passione ist mit einem robusten und langlebigen Shimano-RX-700-Laufradsatz sowie mit Lenker und Vorbau von Ritchey ausgestattet. Der sportliche Selle-Italia-Sattel steckt auf einer eher voluminösen Alu-Sattelstütze.

200 Watt

Außergewöhnlich ist der Antrieb: Der kleine, 200 Watt leistende Motor befindet sich am unteren Ende des Sattelrohrs, wo er im Rahmen fixiert ist. Er treibt die Tretlagerachse an und unterstützt den Fahrer bei Bedarf spürbar. Optisch ist er hingegen nicht wahrnehmbar. Das Systemgewicht (Motor und Akku) von weniger als zwei Kilogramm ist gering. Die Energie kommt beim CF entweder aus einem Akku in der Trinkflasche oder aus dem Softbag-Akku. Dieser ist als Satteltasche konzipiert. Am Testrad befand sich die unauffällige Variante mit „Flaschenakku“. Seine Kapazität beträgt 180 Wattstunden.

Unauffällig

Das Vivax fährt sich wie ein normales Rennrad. Beim Treten spürt man keinen Unterschied. Der Motor macht sich erst beim Zuschalten bemerkbar. Die eher raceorientierte Geometrie des Passione sorgt für eine hohe Agilität, in Kurven lässt es sich ruhig kontrollieren. Auch der Motor bewährt sich im Test: Wenn es am Anstieg gilt, Zusatzwatt zu aktivieren, ist der Schub sofort, nach einem Knopfdruck, da: Drückt man die Taste am Lenkerende, ertönt ein sehr leises Surren, und die Unterstützung ist sofort zu spüren. So lässt sich die Position in der Gruppe problemlos halten.

Ausdauernder Antrieb

Das Passione bringt inklusive Antriebssystem lediglich rund zehn Kilogramm auf die Waage. Der Unterschied im Fahrverhalten ist damit im Vergleich zu einem „normalen“ Rennrad gering. Die meiste Zeit fährt man ohnehin ohne „eSupport“. Die Unterstützung schaltet man in der Regel nur im Anstieg zu. Laut Hersteller reicht die Kapazität bei einer Leistung von 120 Watt und einer Trittfrequenz von 90 Umdrehungen pro Minute für etwa 100 Minuten. Zweistündige Testfahrten hielt der geladene Akku problemlos durch. Setzt man den Motor sparsam ein, sind auch längere vier-, fünf, oder sechsstündige Touren mit phasenweiser Unterstützung kein Problem.

Mithalten und ruhig bleiben

Ein E-Rennrad kann für einige Zielgruppen sinnvoll sein. Für Paare, Gruppen, Freunde mit sehr unterschiedlichen Leistungsstärken kann es etwa gemeinsame Ausfahrten ermöglichen. Die Zusatzleistung kann Vieles ausgleichen und eröffnet Vielen neue Möglichkeiten. Auch für ein konsequentes Grundlagentraining im niedrigen Pulsbereich, aber in zügigem Tempo, bietet sich das Vivax Passione an.
Denn am meisten Spaß macht das Training in der Gruppe. Stehen aber niedrige Pulswerte auf dem Plan, dann kann die Geschwindikeit in einem sportlichen Peloton schon einmal zu hoch sein. Positiv ist zudem, dass die Sitzposition und das Fahrgefühl fast wie auf einem normalen Rennrad ist. Handling, Agilität – alles ist auf Rennrad- nicht auf E-Bike-Niveau. Es gibt also keine großen Umstellungsprobleme beim Wechsel zwischen den Rädern.

Das Testfazit

Das Passione CF Disc ist Rennrad und Elektrorad in einem. In der Gruppe nivelliert es Leistungsunterschiede, beim Training unterstützt es. Trotz des starken Zusatz-Antriebssystems bietet es echte Rennradoptik sowie ein überaus sportliches Fahrgefühl.

Der Preis des Vivax Passione CF Disc: 5749 Euro

Über Vivax

Die österreichische Firma „Gruber Antrieb“ wurde 2006 gegründet. Es folgten ein ISPO-BrandNew-Award, Gerüchte, dass Radprofis den kleinen Elektromotor heimlich im Rennen benutzen würden, der Verkaufsstart nicht nur der Nachrüstsets, sondern auch von Kompletträdern 2008, der Launch der noch einmal viel leiseren Variante des Gruber Assist 3.15, eine Verdoppelung der Nachfrage. 2011 wurde schließlich die Marke Vivax Assist gegründet. www.vivax-assist.com   

Fotos: Jürgen Amann

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