Endurance-Rennrad im Test: Van Rysel EDR CF Ultra
Mehr Komfort: das Van Rysel EDR CF Ultra
in Allgemein
Im Sommer 2025 hat Van Rysel nach einer zweieinhalbjährigen Entwicklungszeit das EDR CF Ultra vorgestellt. Das Modell ergänzt das Dropbar-Portfolio des französischen Herstellers um ein sportives Endurance-Rennrad. Die Basis bildet ein leichter Carbonrahmen, den Van Rysel mit elektronischen Gruppen und Carbon-Laufrädern kombiniert. Es gibt drei Ausstattungsvarianten von 3499 bis 5099 Euro. Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- High-Modulus-Carbonrahmen über alle Modelle hinweg
- Gewicht: 830 Gramm Rahmen Größe M, 400 Gramm Gabel
- UDH-Schaltwerksstandard, zusätzliche Schutzblech- und Flaschenhalteraufnahmen
- Semintegrierter Steuersatz, Lenker und Vorbau in Zusammenarbeit mit Deda
- maximale Reifenbreite: 38 Millimeter
- Top-Version mit Nabendynamo, Frontleuchte und USB-Port
- Kompletträder ab 7,9 Kilogramm
- Rahmengrößen: XS, S, M, L, XL
Die Preise:
EDR CF Ultra 105 Di2 – 3499 Euro
EDF CF Ultra Ultegra Di2 – 4899 Euro
EDR CF Ultra LTD Force AXS – 5099 Euro

Das Testmodell: Van Rysel EDR CF Ultra Ultegra Di2
Rahmen
Alle Ausstattungsvarianten des EDR CF Ultra basieren auf einem Rahmen aus High-Modulus-Carbon. Das Rahmengewicht beträgt 830 Gramm bei der Größe M – die Carbongabel bringt 400 Gramm auf die Waage. Optisch weist der Rahmen recht klassische Rundrohrformen auf. Das Oberrohr ist abgeflacht und stark nach hinten abfallend. Die Sloping-Form resultiert in kleineren Rahmendreiecken und einer potenziell höheren Steifigkeit.
Die am Sitzknoten ansetzenden Sitzstreben sind vergleichsweise breit und flach konstruiert. Laut Van Rysel soll die Konstruktion eine gezielte Nachgiebigkeit im Bereich des Tretlagers und der hinteren Ausfallenden bieten, ohne dass dies zu Lasten der Reaktivität geht. Die maximale Reifenfreiheit des Rahmensets beträgt 38 Millimeter. Serienmäßig rollt das Modell auf 32 Millimeter breiten Pneus.
An der Gabel, den Sitzstreben und am Unterrohr bietet der EDR-CF-Ultra-Rahmen zusätzliche Anschraubpunkte für Schutzbleche und einen dritten Flaschenhalter. Der Rahmen ist für die Montage von elektronischen Schaltgruppen ausgelegt – am Heck setzt der Hersteller auf den UDH-Standard für eine breite Schaltwerkskompatibilität.
Komponenten
Der zusammen mit dem italienischen Hersteller Deda entwickelte Carbon-Lenker ist beim Testmodell im Bereich der Brems-Schaltgriffe 400 Millimeter breit. Der Oberlenker bietet in der Mitte einen breiten Klemmbereich für Bikepacking-Zubehör und Aerobars – zu den Seiten hin ist er abgeflacht und geht in eine breite ergonomische Handauflage über.
Ein Flare von acht Grad verbessert die Kontrollierbarkeit im Unterlenker. Die Leitungen verlaufen beim Testmodell semi-integriert durch den Lenker und unter einen Superbox-Vorbau in eine Gabelspacer-Öffnung. Dies soll die Wartung und den Tausch von Komponenten erleichtern, ohne dass die Leitungen durchtrennt werden müssen
Geometrie und Rahmengrößen
Die Geometrie des EDR CF Ultra fällt im Vergleich zur RCR-Serie komfortorientierter und langstreckentauglicher aus. Bei der vergleichbaren Rahmengröße M ist der Reach um zwölf Millimeter reduziert, der Stack um 33 Millimeter erhöht. Der STR-Wert beträgt beim Testmodell 1,49. Man sitzt demnach recht kompakt, nicht gestreckt und kaum überhöht auf dem Van Rysel. Dazu tragen auch das lange Steuerrohr und der für ein Endurance-Rennrad vergleichsweise steile Sitzwinkel von 73,5 Grad bei, der den Fahrer in eine Position weiter über dem Tretlager bringt. Der große Radstand, die langen Kettenstreben und der flache Lenkwinkel resultieren in einer ausgeprägten Laufruhe.
| Rahmengröße | XS | S | M | L | XL |
| Sitzrohrlänge (mm) | 450 | 480 | 500 | 520 | 530 |
| Oberrohrlänge (mm) | 515 | 530 | 548 | 564 | 580 |
| Kettenstrebenlänge (mm) | 425 | 425 | 425 | 425 | 425 |
| Steuerrohrwinkel (°) | 70 | 71 | 72 | 73 | 73 |
| Sitzrohrwinkel effektiv (°) | 75,1 | 74,6 | 73,5 | 73,5 | 72,9 |
| Tretlagerabsenkung (mm) | 67 | 67 | 67 | 67 | 67 |
| Steuerrohrlänge (mm) | 115 | 130 | 155 | 185 | 21 |
| Reach (mm) | 375 | 380 | 380 | 386 | 388 |
| Stack (mm) | 524 | 540 | 568 | 601 | 630 |
| Radstand (mm) | 1010 | 1012 | 1015 | 1016 | 1026 |
Ausstattung und Modellvarianten
Van Rysel bietet das EDR CF Ultra als Komplettrad in drei Ausstattungsvarianten, ausschließlich mit elektronischen Gruppen an. Das Einstiegsmodell ist das EDR CF Ulta 105 Di2 für 3499 Euro, mit einer elektronischen Shimano-105-Di2-Gruppe, einem einseitig messenden Inpeak-Powermeter und Van-Rysel-VR-35-Carbonlaufrädern.
Darüber rangiert das EDR CF Ultra Ultegra Di2 für 4899 Euro, inklusive des einseitig messenden Inpeak-Powermeters und etwas leichteren Swiss-Side-Hadron²-All-Road-Carbon-350-Laufrädern. Sein Preis: 4899 Euro.
Das Topmodell ist das EDR CF Ultra LTD Force AXS. Zu seiner Ausstattung gehört unter anderem eine Sram-Force-AXS-Gruppe inklusive eines Quarq-Powermeters und ein Shutter-Precision-X-DT-Swiss-Nabendynamo im Vorderrad des Swiss-Side-Hadron²-All-Road-Carbon-350-Laufradsatzes. Der Dynamo speist eine IQ-XS-Frontleuchte von Busch und Müller und bietet einen USB-C-Port auf der Höhe des Vorbaus. Sein Preis: 5099 Euro.
Der Praxistest
Wir fuhren das Van Rysel EDR CF Ultra Ultegra Di2 in der Rahmengröße M über mehrere Monate im Winter-Training und bei einem 340 Kilometer langen Ultra-Cycling-Event, teils über Schotter und befestigte Waldwege. Dabei punktete das Van Rysel unter anderem stark bei den Parametern Dämpfungs- und Langstreckenkomfort. Die recht dünnvolumigen, flachen Sitzstreben bieten in der Kombination mit der gekröpften Carbon-Sattelstütze und den 425 Millimeter langen Kettenstreben einen spürbaren Flex und Dämpfungskomfort. Auch der top-ergonomische Carbonlenker filtert Fahrbahnunebenheiten und Vibrationen spürbar. Die breite Handauflage unterstützt auch lange Fahrten in verschiedenen Griffpositionen.
Die größten Komfortpunkte sammelt das Van Rysel mit der Rad-Reifen-Kombination: Die Swiss-Side-Hadron²-All-Road-Carbon-350-Laufräder wiegen 1430 Gramm – sie sind sehr seitensteif, robust und mit ihren 35 Millimeter hohen Carbonfelgen nur wenig seitenwindanfällig. Darauf montiert Van Rysel 32 Millimeter breite Continental GP5000-AS-Reifen. As steht für All Season. Die Pneus können mit einem niedrigeren Luftdruck gefahren werden, was den Dämpfungskomfort noch weiter erhöht. Im Testzeitraum punkteten die Reifen mit einem vergleichsweise geringen Rollwiderstand, hohem Nässe-Grip und mit ihrer Pannensicherheit.

Hier können Sie die Sonderausgabe bestellen
Der vergleichsweise lange Radstand und flache Lenkwinkel erhöhen die Laufruhe. Auch bei hohen Geschwindigkeiten und in kurvenreichen Abfahrten vermittelt das Van Rysel dem Fahrer viel Kontrollierbarkeit und Sicherheit. Gleichzeitig ermöglicht die Endurance-Geometrie mit dem geringen Cockpit-Reach eine recht hohe Agiliät. Dieser Kompromiss ist den Van-Rysel-Ingenieuren extrem gut gelungen. Das Gesamtgewicht des Testmodells beträgt 7,96 Kilogramm. Bergauf bietet das EDR CF Ultra demnach eine für ein Endurance-Modell gute Beschleunigung.
Die Übersetzung der elektronischen Shimano-Ultegra-Di2-Gruppe ist mit 50/34 vorne und 11-34 hinten ausgewogen, breit, bergtauglich und einsteigerfreundlich übersetzt. Die Schaltgeschwindigkeit und die Ergonomie der Brems-Schaltgriffe überzeugten – wie gewohnt – voll. Die Ultegra-Bremsen mit den beiden 160 Millimeter Discs vorne und hinten punkten mit ihrer hohen absoluten Bremspower und der sehr feinen Dosierbarkeit. Top: in den linken Kurbelarm ist ein einseitig messender Inpeak-Powermeter verbaut, der im Testverlauf stets zuverlässige Werte lieferte. Extra-Lob vergab unser Tester für den etwas dicker gepolsterten Fizik-Terra-Argo-X5-Sattel – er bot im Testverlauf einen hohen Langstreckenkomfort und unter anderem mit einem integrierten Spritschutz in der Mitteaussparung.

Das Van Rysel EDR CF Ultra Ultegra Di2 im Testeinsatz.
Stärken
+ Rahmen & Geometrie
+ Dämpfungskomfort
+ Rad-Reifen-Kombination
+ Ausstattung
+ Preis-Leistung
Schwächen
– nur als Komplettrad erhältlich









