Grenzland
3RIDES Gran Fondo Südliche Weinstrasse: Gran Fondo und Touren
in Event
Wir fahren heute zum dritten Mal über die Grenze – und in die Berge. Hinein in die nördlichen Vogesen. Rund vier Kilometer auf französischem Staatsgebiet später geht es schon bergauf.
Der Anstieg beginnt in Wissembourg. Es geht hinauf zum Col du Pigeonnier, dem Taubenschlag-Berg. Die schmale Straße führt von der Oberrheinischen Tiefebene in die Nordvogesen.
Der Pass trennt zudem einen Teil des Pfälzer Waldes vom Hochwald, der schon zu den Vogesen gehört. Die Auffahrt ist 5,4 Kilometer lang und, typisch für die Region, gleichmäßig steil.
Pässe und Panorama in den Nordvogesen
Es geht 272 Höhenmeter bergan. Die Durchschnittssteigung: rund fünf Prozent. Die Gegenauffahrt von Lembach aus ist mit 8,2 Kilometern länger, aber auch deutlich flacher.
Oben hat man etliche Optionen: Hoch, runter, hoch, runter – oder flach in den Tälern. Die Straßen sind meist schmal und oft leer. Wir Radfahrer haben die Waldwege und Mini-Pässe oft fast für uns.
Die Strecke führt uns weiter – durch den wunderschönen Parc naturel régional des Vosges du Nord. Wir fahren gen Süden. Wenige Kilometer weit, bis zum Örtchen Lembach.
Rhythmuswechsel im Pfälzerwald
Hier beginnt der nächste Anstieg unserer Tour: der Col du Pfaffenschlick. Seine Daten: 5,5 Kilometer und rund 175 Höhenmeter. Auch dies ist kein „Bergmonster“, doch es ist die Masse an Hügeln, Rampen und Cols, die einen müde macht.
Das Nordelsass und die südliche Weinstraße auf deutscher Seite sind ein besonderes Radrevier. Ruhiger. Natürlicher. Abwechslungsreicher.
Täler & Hügel Westlich der Weinstraße, im Wasgau und im südlichen Pfälzerwald, werden die Sträßchen teils noch schmaler, die Anstiege kürzer, aber oft steiler.
Meditatives Rollen an der Weinstraße
Etwa die Nothweilerer Höhe, die von Bundenthal aus 3,2 Kilometer lang ist, 154 Höhenmeter aufweist und unrhythmisch zu fahren ist. Aus dem Lautertal startend ist die Auffahrt fast zwei Kilometer länger, aber sehr viel flacher.
Wir genießen die kurzen Abfahrten, die Täler, die autofreie Zeit. Unsere Tour im Grundlagenbereich ist fast schon meditativ.
Unser Touren-Ausgangspunkt ist der Ort, an dem die Deutsche Weinstraße beginnt: das Deutsche Weintor in Schweigen-Rechtenbach. Dies ist unser Fixpunkt für Grenzgänge – hin und zurück.
Historische Wege und Sackgassen
Denn Frankreich liegt nur rund 100 Meter entfernt. Fährt man in die eine Richtung, ist es recht flach, in der anderen wird es immer hügeliger. Am nächsten Tag rollen wir gen Norden, in die Weinberge in Richtung Bad Bergzabern.
Täler, Hügel, Weinberge, Wald – die Landschaft rund um die Südliche Weinstraße ist geprägt von kurzen Anstiegen, flachen Übergängen, ständigen Rhythmuswechseln und viel Ruhe. Eine andere Tour führt uns durch das Trifelsland.
Heute geht es darum, Höhenmeter zu sammeln. Rund um Annweiler kann man viele längere Anstiege des Pfälzerwaldes abfahren. Die Auffahrt zum Trifels, gleich vom Ortsrand aus, ist rund 7,3 Kilometer lang und weist rund 200 Höhenmeter auf.
Gipfelstürmer am Hermersbergerhof
Oben gibt es kein Weiterkommen, denn dies ist eine Sackgasse. Die Burg Trifels liegt auf einem Hügel, auf einer Höhe von rund 490 Metern über dem Meer. Einstmals residierte der deutsche Kaiser Friedrich I. Barbarossa oft hier. Der englische König Richard Löwenherz war hier einst eingekerkert.
Auf dem Rückweg biegen wir – nach etlichen weiteren Hügeln – westlich von Bad Bergzabern ab und sind bald wieder fast allein auf der Straße. Wir fahren hinauf zum Hirzeckhaus. Von Birkenhördt aus geht es neun Kilometer mit 330 Höhenmetern bergan.
Exakt dieselben Daten weist auch ein anderes Highlight dieser Tour und der gesamten Region auf: die Auffahrt zum Hermersbergerhof. Dieser liegt auf 540 Metern über dem Meer und ist damit die am höchsten gelegene dauerhaft bewohnte Siedlung der Pfalz.
Grenzenloses Training im Grünen
Danach geht es gen Norden in Richtung Kaiserslautern oder gen Westen nach Pirmasens. Doch wir fahren wieder zurück in den Süden. Von der Südlichen Weinstraße aus erscheinen Deutschland und Frankreich als ein zusammenhängendes Trainingsrevier – mit etlichen Möglichkeiten und Touren-Optionen.
Flach, wellig, hügelig, meditativ. Die Gegend bietet viel Abwechslung, viel Wald und Ruhe, um die eigenen Batterien wieder aufzuladen.
Elsass & Pfalz Erstmals wird hier in der Weinregion in diesem Jahr auch ein Rennen der UCI Gran Fondo World Series ausgetragen. Am Samstag, dem 25. April, wird am Deutschen Weintor der 3RIDES Gran Fondo Südliche Weinstraße gestartet.

Der 3RIDES Gran Fondo Südliche Weinstrasse
Radsport-Tradition und Weltklasse-Events
So neu das Qualifikationsrennen für die Radmarathon-WM ist, so bewährt ist die Organisation des Events, denn das Rennen rund um Schweigen-Rechtenbach gibt es bereits seit einigen Jahren: Der „Grand Prix Südliche Weinstraße” findet im April zum fünften Mal statt.
Auch diese Rennstrecke ist ein Grenzgang: 15 Kilometer weit geht es durch Frankreich. Die Daten des gesamten Rennens: etwa 100 Kilometer mit rund 640 Höhenmetern.
„Die Strecke ist nicht nur landschaftlich ganz besonders, sondern auch für die Zuschauer spannend. Denn nach einer Auftaktrunde geht es nochmals durch den Start-Ziel-Bereich. Das ist perfekt, um das Renngeschehen auch hautnah mitzuverfolgen“, sagt Björn Müller, der Chef der 3RIDES-Event-Serie.
Familiäre Leidenschaft und internationale Expertise
An der Südlichen Weinstraße ist der Radsport auch eine Familiensache. Der Organisator des GP, Andreas Gensheimer, hat diese Aufgabe von seinem Vater Berthold übernommen. Der hat schon in den 1980er Jahren einen Großen Preis der Deutschen Weinstraße mitorganisiert.
„Das war das erste Radrennen, bei dem ich mal in einem Begleitauto mitfahren durfte“, erinnert sich Andreas Gensheimer. Heute ist er als UCI-Kommissär vor allem bei Bahnrennen im Einsatz.
So war er unter anderem 2024 Jurypräsident bei der Bahnrad-WM in Kopenhagen und bei den Olympischen Spielen in Paris. Als Experte ist er zudem ehrenamtlicher Referent für den Bahnradsport in der Technischen Kommission Rennsport beim nationalen Verband German Cycling.
Vom Nachwuchs zum Jedermann-Highlight
Zunächst wurde der Große Preis der Südlichen Weinstraße als Rad-Bundesliga-Rennen ausgetragen. Dann kam zwei Jahre später auch ein Jedermann-Rennen dazu. Zur ersten Austragung kamen 200 Teilnehmer – 2025 waren es bereits 400 Starter.
In diesem Jahr sollen es – nicht zuletzt aufgrund der Aufnahme in die UCI Gran Fondo World Series – nochmals deutlich mehr werden. „Ich wollte ein Rennen, das selektiv ist und ins Frühjahr passt, aber keine ganz großen Berge beinhaltet”, sagt Andreas Gensheimer.
So verzichtete er bei der Streckenplanung bewusst auf das Einbauen der längeren Anstiege des Pfälzerwaldes. Die Charakteristik des Rennens und des Gran Fondo Südliche Weinstraße wird damit von kleinen, aber gut ausgebauten Straßen durch die Weinhügel definiert.
Grenzerfahrungen und bürokratische Hürden
Auch eine kürzere Strecke, die rund 50 Kilometer mit 310 Höhenmetern umfasst, wird im Rahmen des Events angeboten. Diese Runde führt nicht über die französische Grenze. Dies ist der Langstrecke vorbehalten.
„Diese Idee hatten wir schon von Anfang an. Aber es ist besser, solche Ideen Schritt für Schritt umzusetzen. Also haben wir mit der Bundesliga begonnen und die Organisation und das Programm dann nach und nach erweitert.“
„Die Zusammenarbeit mit den französischen Behörden ist gut, aber auch kompliziert. Allein wäre es unmöglich, das umzusetzen. Normalerweise werden in Frankreich für kleinere Rennen keine Straßen gesperrt, aber für uns schon.”
Die Region ist eben ein besonderer Ort der Grenzerfahrungen – und der Ruhe, der Natur, der Hügel und des Waldes.
3RIDES Gran Fondo Südliche Weinstraße
Der 3RIDES Gran Fondo Südliche Weinstrasse findet in diesem Jahr am 25. April statt. Der Start- und Zielort ist das Deutsche Weintor in Schweigen-Rechtenbach. Der 100 Kilometer lange Rundkurs mit gut 600 Höhenmetern führt durch die Weinberge der Südpfalz und für rund 15 Kilometer auch über französisches Staatsgebiet. Die Strecke ist technisch, sehr abwechslungsreich – und auch landschaftlich besonders.
Der 3RIDES Gran Fondo ist ein Qualifikationsrennen für die UCI-Gran-Fondo-WM. Die besten 25 Prozent jeder Altersklasse qualifizieren sich für die Weltmeisterschaften.
Alle Informationen zur Strecke sowie die Online-Anmeldung gibt es hier.

