Istria300, Kroatien, Istrien, Radmarathon
Istria300: Top-Radmarathon in Istrien

Top-Radsport-Event

Istria300: Top-Radmarathon in Istrien

300 Kilometer an einem Tag. Dies ist bei dem Radmarathon Istria300 im kroatischen Poreč möglich. Hintergründe, Highlights & Einblicke in das Event 2025.
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Die letzten Meter im Start- und Zielort Poreč: Daniel Federspiel, Hans‑Jörg Leopold und Wolfgang Krenn biegen gemeinsam auf die Zielgerade ab. Acht Stunden und zweiundvierzig Minuten auf der 300-Kilometer-Strecke liegen hinter ihnen. Federspiel zieht im Wiegetritt an, Leopold hält dagegen. Krenn versucht, nicht den Anschluss zu verlieren. Alle drei sind voll am Limit. Es geht um den Sieg bei einem der wichtigsten Radmarathons Europas, dem Istria300. Federspiel zieht voll durch. Meter um Meter wird der Abstand auf seine beiden Konkurrenten größer. Noch 50 Meter. Noch 30. Noch 15. Federspiel schiebt den Lenker nach vorne – und rollt als Erster über der Ziellinie. Es ist ein weiterer großer Sieg des 38-jährigen Tirolers, der in diesem Jahr bereits den Ötztaler Radmarathon gewinnen konnte. Leopold folgt kurz dahinter, Krenn komplettiert das Podium.

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Ein Rekordjahr in Istrien

Am 28. September 2025 wurde Poreč erneut zum Zentrum für Langstrecken-Radsport. Mit 4213 gemeldeten Teilnehmern erreichte das Starterfeld einen neuen Höchststand. Diese Zahl unterstreicht nicht nur das rasche Wachstum des Istria300, sondern auch die Ausstrahlungskraft, die das Event mittlerweile in ganz Europa hat. Die Veranstaltung überzeugt durch ein einzigartiges Konzept: Auf komplett abgesperrten Straßen, durch Istriens malerische Landschaften, erleben die Fahrer Panoramen und Natur ohne Autoverkehr – ein echtes Luxusgefühl für Radmarathonfahrer.

Besonders bemerkenswert: Die Teilnehmer haben die Freiheit, noch während der Fahrt ihre Distanz zu wählen. Startet man beispielsweise für die 300 Kilometer, kann man unterwegs auf die 209- oder 135-Kilometer-Variante wechseln. Eine Flexibilität, die vielen Fahrern entgegenkommt, die sich unterwegs neu orientieren möchten – sei es aufgrund der eigenen Kräfte, der Zeit oder des Gefühls.

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Sportliche Vielfalt und Prominente Teilnehmer

Das Istria300 2025 war nicht nur ein sportlicher Wettkampf, sondern auch ein gesellschaftliches Spektakel. Neben Radenthusiasten aus ganz Europa standen bekannte Gesichter aus anderen Sportarten am Start. Die österreichische Ski-Doppelweltmeisterin Elisabeth „Lizz“ Görgl nahm teil – ursprünglich geplant auf der 135-Kilometer-Strecke, entschied sie sich unterwegs spontan für die 209-Kilometer-Route. Die Abfahrten, die Weite Istriens, die Herausforderung – all das reizte sie so sehr, dass sie spontan rund 80 Kilometer mehr fuhr. Auch der ehemalige Biathlet Christoph Sumann, der frühere slowenische Skispringer Robert Kranjic und der kroatische Fußball-Co-Nationaltrainer Vedran Čaluka gingen bei dem Event an den Start.

Görgl zeigte sich begeistert über ihre Erfahrung: Laut Veranstalter war sie nicht nur von der landschaftlichen Schönheit Istriens begeistert, sondern auch von der Gastfreundschaft und der professionellen Organisation.

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Die Strecke: 300 Kilometer purer Kampf

Wer die volle Istria300-Strecke wählt, durchquert von Poreč aus die ganze Halbinsel Istrien. Hierbei sind rund 5150 Höhenmeter zu bewältigen, auf etwa 300,5 Kilometern. Der Verlauf ist extrem anspruchsvoll: Das Profil ähnelt einem Sägeblatt, mit kurzen, steilen Anstiegen, gefolgt von schnellen Abfahrten. Die Route führt über schmale Straßen, durch kleine Dörfer, vorbei an Olivenhainen und über Hügel, von denen sich spektakuläre Ausblicke über das azurblaue Meer eröffnen.

Während der ersten Abschnitten entlang der Küste gibt es oft bereits eine erste Vorentscheidung – das Terrain ist noch relativ flach, doch das Feld dehnt sich schnell aus. Gruppen bilden sich, brechen auseinander, wieder neue Allianzen entstehen. Bereits früh zeigt sich, wer das hohe Anfangstempo mitgehen kann, und wer vorsichtiger agiert, um Reserven für später zu behalten.

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Die Verpflegungsstationen spielen eine zentrale Rolle: Bei solchen Langstreckenevents können sie miteintscheidend sein, ob die Energie der Teilnehmer bis ins Ziel ausreicht. Wasser, Gels, Cola – jeder Stopp zählt. Besonders bedeutsam ist der Knotenpunkt bei etwa 235 Kilometern: Viele Teilnehmer nutzen dort die Chance, auf die 209-Kilometer-Route zu wechseln.

Dreikampf an der Spitze

Vom frühen Rennverlauf an zeichnete sich eine Dreierspitze ab: Die drei Österreicher Daniel Federspiel, Hans-Jörg Leopold und Wolfgang Krenn arbeiteten Stunde um Stunde eng zusammen. Sie erhöhten das Tempo an den Anstiegen, koordinierten sich in den Abfahrten und hielten auch während der Flachpassagen das Tempo hoch. Im letzten Streckenteil war klar, dass nur noch diese drei Ausnhmeathleten um den Sieg fuhren.

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Mit Daniel Federspiel gewann schließlich der Fahrer, der im deutschsprachigen Raum in dieser Saison durch seinen Sieg beim Ötztaler Radmarathon bereits vor dem Istria300 als der großer Gewinner galt. Nun kam noch ein weiterer wichtiger Erfolg hinzu.

Christian Troger: Ein Triumph der Willenskraft

Eine der bewegendsten Geschichten des Tages war die von Christian Troger, Parasportler aus Kärnten. Mit nur einem Bein fuhr er die gesamte 300-Kilometer-Strecke in elf Stunden einundzwanzig Minuten und zehn Sekunden. Es war seine erste Teilnahme beim Istria300. Trotz der körperlichen Herausforderungen sagte er im Anschluss, dass der mentale Aspekt mindestens genauso groß war: „Ich wollte zeigen, dass man auch auf einem Bein weiterkommt, wenn der Kopf nicht aufgibt.“ Die steilen Anstiege und das wellige Profil ließen kaum Pausen zu – doch Troger kämpfte sich durch, Kilometer für Kilometer. Sein Finish war für viele Zuschauer ein emotionaler Höhepunkt und sehr inspirierend selbst für erfahrene Radsportler.

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Der Einfluss von Valamar Riviera

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg und das Wachstum des Istria300 ist der Partner Valamar Riviera. Das Unternehmen investiert konsequent in den Rad-Tourismus: Bike-Hotels, Bike-Center, Rad-Infrastrukturen – all das gehört zu ihrer langfristigen Strategie. Toni Hrvatin, der Leiter der Destination Produktentwicklung bei Valamar, sieht im Istria300 eine wichtige Plattform, um Istrien verstärkt als internationale Rad-Destination zu positionieren.

Für viele Teilnehmer war der Aufenthalt in einem der Valamar-Hotels ohnehin ein Teil des Gesamterlebnisses: Radfahrer, die in Valamar-Hotels übernachteten, konnten ihre Bikes sicher abstellen, sich vor und nach dem Rennen erholen und vom professionellen Radservice profitieren. So verschmelzen bei diesem Event Sport, Urlaub und Aktivtourismus miteinander.

Österreich: Motor des Events

Mit 2285 von 4213 Startern stellte Österreich die zahlenmäßig stärkste Nation beim Istria300 2025. Diese Dominanz spiegelt sich nicht nur in der Teilnehmerzahl wider, sondern auch in der sportlichen Spitze: Der Dreikampf um den Sieg war komplett österreichisch besetzt, auch der Gewinner ist Österreicher. Für die österreichische, aber auch die deutsche Radsport-Community ist das Istria300 mittlerweile offenbar bereits jetzt, nach lediglich fünf Auflagen, ein Fixpunkt im Rennkalender.

RennRad-Kalender 2026, Kalender

Der RennRad-Kalender 2026

Ausblick auf Istria300 2026

Schon kurz nach dem Zieleinlauf richtet sich der Blick nach vorn: Die sechste Auflage des Istria300 ist bereits terminiert – sie wird am 3. Oktober 2026 in Poreč ausgetragen. Die Anmeldung ist bereits geöffnet, und angesichts der hohen Nachfrage empfiehlt sich eine frühzeitige Registrierung. Das zeigt, wie sehr das Event gewachsen ist: Nicht nur als sportliche Herausforderung, sondern als Radfestival mit europäischem Format.

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Homepage des Istria300.

 

 

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