Tannheimer Tal, Rennrad-Region
Tannheimer Tal: Rennrad-Region und Radmarathon

Berge & Seen

Tannheimer Tal: Rennrad-Region und Radmarathon

Steile Stichstraßen, Pässe, Almen & einer der beliebtesten Radmarathons Europas – das Tannheimer Tal ist eine Top-Region für Radsportler. Einblicke & Touren-Tipps.
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Wir sind ganz oben, am Scheitelpunkt der höchsten Passstraße Deutschlands, 1407 Meter über dem Meer. Der Riedbergpass beginnt in Obermaiselstein bei Fischen im Allgäu und führt bis nach Balderschwang.

Die härteste Auffahrt ist die Ostanfahrt. Ihre Daten: sechs Kilometer, 573 Höhenmeter und eine Durchschnittssteigung von elf Prozent. Die Passstraße ist recht unrhythmisch zu fahren. Immer wieder flacht sie ab und wird dann wieder steiler.

Der Anstieg ist einer der – im Wortsinn – Highlights des Rad-Marathon Tannheimer Tal. Wir sind hier gerade im Frühjahr unterwegs, im Rahmen eines langen Trainings-Wochenendes. Dennoch absolvieren wir heute – es ist der Tag unserer „Königsetappe“ – fast die Original-Marathon-Strecke.

Rennradfahren im Allgäu und Bregenzerwald

Nach der Abfahrt, die uns nach Hittisau führt, geht es weiter in Richtung Bregenzerwald. Dies ist einer der Vorteile der Region: Die Strecken-Auswahl ist enorm groß – man kann ausgehend vom Tannheimer Tal in Österreich bleiben, zum Beispiel gen Lechtal oder Arlberg fahren, oder man wechselt über die Grenze und dreht eine Runde durch das Allgäu.

Hochtannbergpass & Lechtal: Ab dem 1900-Einwohner-Ort Au steigt die Straße wieder dauerhaft an. Ab hier beginnt die Auffahrt zum Hochtannbergpass. Vor uns liegen 13 Kilometer und 906 Höhenmeter. Die durchschnittliche Steigung beträgt sieben Prozent.

Während der Auffahrt eröffnen sich immer wieder weite Blicke auf die Landschaft der Lechtaler und Allgäuer Alpen. Bei schlechtem Wetter ist es hier auch im Juli oft sehr kühl. Doch heute haben wir Glück: Es ist angenehm warm und die Sonne scheint.

Tannheimer Tal, Rennrad-Region

 

 

Die Route über Hochtannbergpass und Gaichtpass

Oben auf der Passhöhe, auf 1675 Metern, haben wir den schwierigsten Teil der Strecke hinter uns. Abfahrt. Ein paar Minuten später erreichen wir das Lechtal – und haben starken Gegenwind.

Bis zurück nach Tannheim sind es noch rund 70 Kilometer, 65 davon verlaufen leicht bergab oder flach. Wir machen uns möglichst klein auf unseren Rädern und wechseln uns immer wieder mit der Führung im Wind ab.

Nach rund eineinhalb Stunden erreichen wir Weißenbach am Lech. Vor uns liegt der finale Anstieg: der Gaichtpass. Obwohl wir mittlerweile alle müde Beine haben, stellt er mit seinen etwas mehr als 200 Höhenmetern, verteilt auf rund vier Kilometer, keine große Herausforderung für uns dar.

Traum-Touren und Pässe-Highlight Hahntennjoch

Nach etwa einer Viertelstunde sind wir oben, auf dem höchsten Punkt des Anstiegs: 1093 Meter über dem Meer. Von hier aus sind es nur noch etwas mehr als zehn überwiegend flache Kilometer bis zurück nach Tannheim. Wir genießen die letzten Kilometer, rollen entspannt am Haldensee vorbei und erreichen wenig später unseren Ausgangsort Tannheim.

Hier belohnen wir uns alle mit mehreren Kugeln Eis. Die Daten unserer Tagestour: 215 Kilometer und 3500 Höhenmeter. Insgesamt sind uns während unserer Tour kaum Autos begegnet. Dabei hat der Tourismus für das Tannheimer Tal und die gesamte Region ganzjährig eine große Bedeutung.

Doch das auf rund 1100 Metern gelegene Hochtal, das Tirol mit dem Allgäu und dem Bregenzerwald verbindet, ist deutlich weitläufiger als andere Alpenzentren, zudem gibt es keinen schweren Transitverkehr.

Rennrad-Training in der Region Namlos und Tirol

Etliche lange Anstiege sind von hier aus schnell erreichbar. Zu den bekanntesten Pässen der Region gehören neben dem Riedberg- und dem Hochtannbergpass auch der Gaicht- und der Oberjochpass sowie das Hahntennjoch.

Bis auf Letzteres gehören heute alle zur Langstrecke des Rad-Marathon Tannheimer Tal. In den ersten sechs Jahren der Veranstaltung mussten die Teilnehmer jedoch das Hahntennjoch überwinden. Dessen Daten, von Elmen aus: 14,8 Kilometer und 947 Höhenmetern.

Für den nächsten Tag haben wir uns für eine kürzere und etwas weniger anspruchsvolle Strecke entschieden. Nach dem Start in Tannheim rollen wir über den Gaichtpass hinunter ins Lechtal nach Weißenbach und folgen dem Flusslauf bis nach Stanzach.

Vorbereitung auf den Rad-Marathon Tannheimer Tal

Dort biegen wir ab in einen der schönsten Anstiege der Alpen: Eine schmale Straße schlängelt sich hinauf in das rund 50-Einwohner-Bergdorf Namlos auf einer Höhe von 1260 Metern. Doch auch danach steigt die Straße noch weiter an.

Tief unter uns sehen wir eine Schlucht, die der Wildbach im Laufe der Zeit ins Gestein gegraben hat. Über uns ragt die 2553 Meter hohe Namloser Wetterspitze in den Himmel. Von Stanzach aus überwinden wir auf rund zehn Kilometern bis zum Namloser Sattel etwa 500 Höhenmeter.

Die Zahl der Autos, die uns in dieser Zeit begegnet: null. Vom Namloser Sattel aus führt die Strecke wellig, aber tendenziell leicht bergab weiter Richtung Bichlbach. Der Rückweg bietet teils Postkarten-Panoramen.

Startplätze und Termine für den Radmarathon

Über Heiterwang erreichen wir die Burgruine Ehrenberg. Die 1296 erbaute Festungsanlage war lange eine der größten im Norden Tirols. Nach etwa 90 Kilometern müssen wir wieder über den Gaichtpass zurück ins Tannheimer Tal.

Nach viereinhalb Stunden Fahrzeit, stehen rund 110 Kilometer und etwa 2600 Höhenmeter auf den Displays unserer Radcomputer. Es ist eine weitere Traum-Tour von gefühlt unendlich vielen, die in der Region möglich sind.

Doch die schönste Strecke ist für viele die 214-Kilometer-Distanz des Rad-Marathon Tannheimer Tal. Seit dem Jahr 2009 findet die Veranstaltung jedes Jahr im Sommer statt. Nur während der Corona-Pandemie 2020 und 2021 musste sie ausfallen.

Expertentipps: Training und Regeneration in Tannheim

In diesem Jahr werden 3000 Teilnehmer an den Start gehen. Die Veranstaltung ist damit erstmals ausgebucht. „Was uns wirklich sehr, sehr freut: Die Nachfrage ist so groß, dass wir die Startplätze ausreizen werden – aber bei 3000 Teilnehmern ist dann Schluss,“ sagt der OK-Chef Michael Keller im RennRad-Interview.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die 214-Kilometer-Distanz mit rund 3500 Höhenmetern. Hier starten rund 2000 Teilnehmer. Der Start und das Ziel liegen im Ortszentrum von Tannheim.

Die Strecke führt durch das Tannheimer Tal über das Oberjoch ins Oberallgäu. Über den Riedbergpass verläuft die Route weiter durch den Bregenzerwald, anschließend über den Hochtannbergpass und nach einer schnellen Abfahrt schließlich durch das Lechtal und dann über den Gaichtpass zurück ins Ziel.

Skilanglauf und Rollentrainer als Wintertraining

Für viele Teilnehmer ist das Event mittlerweile der persönliche Saison-Höhepunkt. Einige nutzen den Rad-Marathon Tannheimer Tal jedoch auch zur Vorbereitung auf noch längere und anspruchsvollere Veranstaltungen.

So etwa auch die Österreicherin Katharina Huber, die in Haldensee an ihrem Elternhaus vorbeifährt und 2024 als elftschnellste Frau das Ziel in Tannheim erreichte. „Entscheidend beim ‚Tannheimer‘ ist die Kombination aus der Länge und den teils recht steilen Anstiegen.

Vor allem der Riedbergpass ist durch seine Steigungen von bis zu 16 Prozent sehr anspruchsvoll. Hier darf man auf gar keinen Fall zu intensiv fahren, ansonsten verliert man sehr viel Zeit,“ sagt die 39-Jährige, die im Tannheimer Tal lebt.

Intervalle am Gaichtpass und konstante Vorbereitung

„Eine gute Vorbereitung ist für die lange Distanz extrem wichtig. Gerade dann, wenn man berufstätig ist, muss man dafür sehr diszipliniert sein. Ich stehe zum Beispiel oft sehr früh auf und absolviere meine Trainingseinheiten morgens schon vor der Arbeit.

Im besten Fall trainiert man auch im Winter schon sehr strukturiert. Im Tannheimer Tal bietet sich Skilanglauf fast automatisch an. Bessere Bedingungen dafür als bei uns hier im Tal findet man fast nicht. Ansonsten bieten sich aber auch Trainingseinheiten auf dem Rollentrainer an, gerade wenn es regnet.“

Marcel Gutheinz ist in Tannheim Juniorchef im Hotel Jungbrunn in der dritten Generation und nimmt selbst regelmäßig am Rad-Marathon teil. Im vergangenen Jahr ging er zum ersten Mal bei der 214-Kilometer-Strecke an den Start.

Qualität vor Quantität: Profi-Tipps für Radsportler

Er sagt: „Das Tannheimer Tal ist für mich ein Radsport-Paradies. Tagsüber findet man hier ideale Trainingsbedingungen vor und am Abend kann man durch die Top-Gastronomie und durch viele Wellnessmöglichkeiten optimal regenerieren.

Zudem sind viele lange Anstiege in kurzer Zeit entspannt erreichbar, man kann sie aber auch mit langen flachen Abschnitten verbinden und so sehr gute ruhige Grundlageneinheiten absolvieren. Ich selbst nutze vor allem den Gaichtpass für Intervalle.

Mit seinen 4,3 Kilometern und 211 Höhenmetern ist er zwar relativ kurz, aber für das Wiederholen von mehreren Schwellenintervallen finde ich ihn ideal – auch weil die Steigung mit durchschnittlich 4,9 Prozent eher moderat ist.

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Die Rennradwochen mit Marcel Wüst nutzen

Deutlich steilere Anstiege und Stichstraßen gibt es dann Richtung Oberjoch und im Allgäu. Hinzu kommt, dass man hier ganzjährig sehr gut trainieren kann. Ich setze im Winter vor allem auf intensive Skilanglauf-Trainingseinheiten.

Im Dezember komme ich insgesamt im Durchschnitt auf vier Stunden Training pro Woche. Im Spätwinter sind es dann eher sechs Stunden und im Frühjahr sieben bis acht. Wenn es das Wetter zulässt, fahre ich dann auch schon möglichst oft mit dem Rad draußen.

Insgesamt achte ich mehr auf die Qualität meines Trainings als auf die Quantität. Eine Struktur in meinem Training ist mir sehr wichtig. Ich achte aber darauf, dennoch flexibel zu bleiben und nichts zu erzwingen, wenn mal eine Einheit zeitlich nicht passt bei mir.

Gerade für die 214-Kilometer-Strecke ist es meiner Meinung nach wichtig, monatelang möglichst konstant zu trainieren und nicht nur auf ein paar harte Einheiten in den Wochen zuvor zu setzen. Hilfreich ist es sicherlich auch, wenn man die Strecke zumindest teilweise schon mit dem Rad abgefahren ist und kennt.“

Rennradwochen im Tannheimer Tal

Wer möchte, kann hierfür auch die beiden Rennradwochen 2026 nutzen. Die erste findet vom 23. bis 30. Mai statt, die zweite vom 29. Juni bis 3. Juli, direkt vor dem Marathon.

Gefahren wird in verschiedenen Leistungsgruppen. Begleitet werden die Teilnehmer von mehreren lokalen Guides und vom ehemaligen Tour-de-France-Etappensieger Marcel Wüst.

Im Mittelpunkt der beiden Rennradwochen stehen nicht nur gemeinsame Ausfahrten, sondern auch Pacing-Strategien, Verpflegungstipps und die Materialabstimmung. Zudem werden Teile der Radmarathon-Strecke in die Ausfahrten integriert, unter anderem auch der Riedbergpass.

So kann man den steilen Anstieg bereits im Vorfeld kennenlernen und sich eine Pacing-Strategie überlegen. Neben der sportlichen Herausforderung ist auch die Region selbst für die konstant hohen Teilnehmerzahlen verantwortlich.

Infrastruktur für Radsportler im Tannheimer Tal

Das Tannheimer Tal ist für viele Radsportler aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz sehr gut erreichbar und bietet durch seine vergleichsweise abgeschiedene Lage in der Regel sehr viel Ruhe. Viele Teilnehmer reisen daher mit ihrer Familie an und verbringen davor oder danach noch einige Tage in der Region.

Die Infrastruktur ist auf Sportgäste eingestellt. Viele Hotels bieten Radkeller, Waschplätze und am Tag des Rad-Marathon ein frühes Frühstück. Gleichzeitig bleibt der 1170-Einwohner-Ort Tannheim selbst am Veranstaltungswochenende vergleichsweise ruhig.

Der Start und das Ziel befinden sich im Zentrum des Orts. Hier werden am 5. Juli ab dem späten Vormittag viele Zuschauer stehen und die Teilnehmer erwarten. Die meisten von ihnen werden die 214-Kilometer-Distanz fahren.

Der Veranstalter bietet jedoch zusätzlich drei kürzere Distanzen an. Die kürzeste Strecke beinhaltet insgesamt 66 Kilometer und 600 Höhenmeter. Das Ziel des Veranstalters ist es, allen Teilnehmern, unabhängig von der Streckenwahl oder dem Wetter, ein gut organisiertes und familiäres Erlebnis in den Alpen zu bieten.

 

Tannheimer Tal, Rennrad-Region

 


Tannheimer Tal: Die Region

Das Tannheimer Tal gilt als eines der schönsten Hochtäler der Alpen. Auf rund 1100 Metern Seehöhe gelegen, ist die Region von Süddeutschland aus vergleichsweise schnell erreichbar: Von München aus beträgt die Entfernung rund 150 Kilometer, von Stuttgart etwa 220.

Umgeben von den Allgäuer Alpen und der Tannheimer Gruppe bietet das Tal zahlreiche Möglichkeiten für Rennradfahrer und andere Ausdauersportler. In nördlicher Richtung verlaufen viele variantenreiche und eher flachere Strecken durch das Allgäu, während es im Süden, Westen und Osten mehrere Passstraßen und längere Anstiege gibt.

Zu den landschaftlichen Highlights der Umgebung zählen unter anderem das Lechtal, das Namlostal sowie der Halden- und Vilsalpsee im Tannheimer Tal. Mit dem Plansee und dem Heiterwanger See im Bezirk Reutte sowie zahlreichen Seen im Allgäu gibt es weitere Top-Ausflugsziele. Die Kombination aus ruhigen Nebenstraßen, einer alpinen Landschaft und einer sehr guten Infrastruktur macht die Region zu einem beliebten Trainings- und Urlaubsziel für Radsportler. Zahlreiche Hotels und Pensionen haben sich auf Radfahrer spezialisiert und bieten entsprechende Services wie sichere Radgaragen, Werkstattmöglichkeiten oder geführte Touren an.

Gravel im Tannheimer Tal

Auch für Gravelbiker bietet die Region etliche Optionen: Viele Feld-, Wald- und Schotterwege führen durch das Tal und die umliegenden Bergregionen.

Gemeinsam mit den benachbarten Regionen Naturparkregion Reutte, Lechtal und Tiroler Zugspitz Arena wurde unter dem Namen „Gravel Tirol“ die größte Gravelbike-Region Tirols aufgebaut. Aktuell stehen dort zahlreiche unterschiedliche Routen mit insgesamt über 1000 Kilometern Streckenlänge und mehr als 20.000 Höhenmetern zur Verfügung.

Andere Sportmöglichkeiten im Tannheimer Tal

Neben dem Radsport bietet das Tannheimer Tal auch im Winter sehr vielfältige Möglichkeiten für Sportler. Das Loipennetz umfasst rund 140 Kilometer und ist mit dem Loipengütesiegel des Landes Tirol ausgezeichnet. Zu den bekanntesten Strecken gehört unter anderem die Runde zum Vilsalpsee sowie die Loipe über den Haldensee.

Die Kombination aus abwechslungsreichen Rennradstrecken, einem großen Gravel-Angebot und einem weitläufigen Loipennetz macht das Tannheimer Tal zu einer ganzjährigen Sportdestination in den Alpen. Weitere Informationen zur Region sowie zu Touren und sportlichen Angeboten unter: www.tannheimertal.com


Rad-Marathon & Rennradwochen Tannheimer Tal

Alle 3000 Startplätze sind vergeben. Mitte März, etwa vier Monate vor dem Start. Nachmeldungen wird es keine geben. Der Rad-Marathon Tannheimer Tal am 5. Juli 2026 ist damit komplett ausgebucht. Im Zentrum steht auch bei der mittlerweile 16. Auflage die lange Strecke über 214 Kilometer und rund 3500 Höhenmeter. Für sie wurden die Startkontingente in den vergangenen Jahren mehrfach angepasst, aktuell sind allein für diese Distanz rund 2000 Plätze vorgesehen.

Die Zahlen zeigen eine Entwicklung, die seit Jahren anhält: Die Veranstaltung ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein fester Termin im Kalender vieler ambitionierter Rennradfahrer. Wer hier starten will, meldet sich früh an – wer wartet, geht möglicherweise leer aus.

Die Strecke

Der Start erfolgt im Ortszentrum von Tannheim auf rund 1100 Metern Höhe. Die Strecke führt zunächst über das Oberjoch leicht wellig ins Allgäu und nach Immenstadt. Dort wartet mit dem Gunzesrieder Tal die erste anspruchsvolle Steigung, bevor mit dem Riedbergpass der erste große Anstieg beginnt. Auf 8,7 Kilometern sind hier rund 620 Höhenmeter zu überwinden, an den steilsten Stellen beträgt die Steigung bis zu 16 Prozent.

Anschließend verläuft die Route wellig durch den Bregenzerwald bis zum Hochtannbergpass, dem längsten Anstieg des Tages. Nach der Abfahrt führt die Strecke durch das Lechtal, bevor mit dem Gaichtpass der letzte Anstieg überwunden werden muss. Vorbei am Haldensee geht es schließlich zurück nach Tannheim ins Ziel.

Rekorde

Durch mehrere längere Flachstücke gilt der Rad-Marathon trotz seiner alpinen Lage als vergleichsweise schnell – und spricht damit unterschiedliche Fahrertypen an, nicht nur reine Kletterer.

Den Streckenrekord hält bei den Männern aktuell der Deutsche Alexander Steffens. Er benötigte im vergangenen Jahr für die Langstrecke 5:42:24 Stunden. Bei den Frauen liegt die Rekordzeit bei 6:06 Stunden, aufgestellt durch die Deutsche Julia Schallau im Jahr 2025.

Neben der 214 Kilometer langen Hauptstrecke mit rund 3500 Höhenmetern werden drei kürzere Distanzen über 138, 103 und 66 Kilometer angeboten.

Rennradwochen

Wer gezielt auf den Rad-Marathon hinarbeiten möchte, kann sich bereits im Vorfeld im Tannheimer Tal vorbereiten. Hierfür werden zwei spezielle Rennradwochen angeboten. Die erste findet zu Pfingsten vom 23. bis 30. Mai 2026 statt, die zweite direkt vor dem Event vom 29. Juni bis zum 3. Juli. In verschiedenen Leistungsgruppen führen lokale Guides und der ehemalige Radprofi und Tour-de-France-Etappensieger Marcel Wüst durch die Region.

Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Ausfahrten, Tipps zum Pacing und zur Verpflegung sowie das Kennenlernen der Strecken rund um das Tiroler Hochtal.

Weitere Informationen zum Rad-Marathon und zu den Rennradwochen finden Sie unter: www.rad-marathon.at

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