Berge & Fjorde
Bright Midnight: Gravel-Ultra-Rennen durch Norwegen
in Event
Vier km/h, drei, zwei – 170, 180, 185 Herzschläge pro Minute: Ich gebe alles, komme aber kaum vorwärts. Es geht bergauf, steil und steiler, 170 Höhenmeter weit. Statt zu fahren, schiebe, trage ich mein Fahrrad.
Mit einer Hand halte ich mich an der Eisenkette neben dem schmalen Pfad fest, während ich versuche, nicht auszurutschen. Die gummierten Sohlen meiner Gravel-Radschuhe finden auf dem dunklen, feuchten Gestein kaum Halt.
Naturgewalt am Stigfossen-Wasserfall
An der fast senkrechten Felswand neben dem Pfad ergießt sich das Wasser des Stigfossen-Wasserfalls mehr als 200 Meter in die Tiefe und übertönt dabei jedes andere Geräusch.
Weiter unten ist eine asphaltierte Straße in den Felsen geschlagen – es ist der eigentliche Weg hinauf zum Passübergang. Der Trollstigen – die Trolleiter – ist einer der bekanntesten Pässe Norwegens.
Abenteuer Trollstigen: Hike-a-Bike in der Mittsommernacht
Über elf Serpentinen überwindet man hier rund 400 Höhenmeter mit einer Durchschnittssteigung von zwölf Prozent. Doch: Die Straße ist nach einem Felssturz für den Verkehr gesperrt.
Wie ich müssen auch alle anderen Rennteilnehmer die Straße über einen Parkplatz am Fuß des Anstiegs verlassen und auf einen Wanderweg ausweichen. Dieser „Hike-a-Bike“-Abschnitt ist nur ein Highlight des „Bright Midnight“.
1100 Kilometer Bikepacking durch Norwegen
Das Gravel-Ultra-Rennen führt 1100 Kilometer durch Norwegen. 400 Kilometer habe ich bis hierhin geschafft, rund 700 liegen noch vor mir.
Es ist kurz nach ein Uhr nachts, aber immer noch nicht dunkel. Es sind die Midsommar-Nächte in Norwegen.
Anreise & Start: Das Radsport-Event in Tolga
Rückblende: 16 Stunden zuvor. Ich stehe mit 200 anderen Fahrern und ihren mit Bike-Packingtaschen beladenen Fahrrädern kurz vor neun Uhr morgens auf einem kleinen Supermarkt-Parkplatz.
Die Gemeinde Tolga liegt etwa 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Oslo und hat nur 600 Einwohner. Jetzt, Anfang Juli – während des Bright Midnight – steigt die Einwohnerzahl sprunghaft um mehr als ein Drittel an.
Vorbereitung und GPS-Tracking beim Ultra-Cycling
Viele Teilnehmer sind, so wie ich, schon zwei, drei Tage vorher angereist – die meisten kamen mit dem Zug aus Oslo und übernachteten auf dem Campingplatz oder in Privat-Unterkünften.
Tags zuvor bekamen wir beim Fahrerbriefing unsere Nummern-Caps und GPS-Tracker überreicht. Den Veranstalter, den litauischen Ultra-Profi Justinas Leveika, habe ich schon bei einem früheren Event kennengelernt.
Startschuss bei typisch norwegischem Wetter
Ich wusste, dass das Bright Midnight etwas Besonderes ist. Nicht nur aufgrund der familiären Atmosphäre unter den Teilnehmern, sondern auch wegen der beeindruckenden Natur Norwegens und der hellen Midsommar-Nächte.
Die Wetterprognose am Starttag ist – typisch für diese Region und Jahreszeit – unbeständig: Noch in der Nacht hatte es geregnet, die Straßen sind feucht. Der Himmel ist grau und bedeckt. Immerhin ist es mit 13 Grad jetzt schon am frühen Morgen recht warm.
Rennstrategie und hohes Tempo zu Beginn
Neun Uhr. Der Startschuss. Rund 150 Solo-Fahrer und 25 Paar-Starter setzen sich in Bewegung. Viele Einwohner von Tolga stehen am Straßenrand und klatschen und jubeln uns zu.
Meine Strategie ist, das Rennen behutsam anzugehen, um während der folgenden drei Tage nicht zu schnell zu ermüden. Doch das Tempo ist von Beginn an hoch. Eine asphaltierte Straße führt mit knapp vier Prozent Steigung aus dem Ort heraus.
Einsamkeit auf norwegischen Schotterwegen
Schon hier reißt das Fahrerfeld auseinander. Nach drei Kilometern wechselt der Belag von Asphalt zu kompaktem Schotter. Links und rechts säumen Nadelbäume und Birken den Weg.
Immer wieder passieren wir kleinere Seen. Bis auf vereinzelte Häuser gibt es hier nur wenige Anzeichen der Zivilisation. Nach rund zwei Stunden und 50 Kilometern fahre ich in einer kleineren Führungsgruppe.
Rhythmus finden an der Spitze des Feldes
An einer kurzen Steigung erhöhe ich das Tempo und bin auf einmal allein an der Spitze des Fahrerfelds.
Generell mag ich es, bei solchen Rennen nicht ständig von anderen Teilnehmern umgeben zu sein und in meinem eigenen Rhythmus zu fahren – gerade dann, wenn das Tempo und die Anspannung zu Beginn so hoch sind wie jetzt.

„400 Kilometer habe ich geschafft. Es ist kurz nach ein uhr nachts, aber immer noch nicht dunkel. Es sind die Midsommar-Nächte in Norwegen.“
Planung & Material: Vom Anfänger zum Profi-Setup
Dass ich hier und jetzt ein Ultra-Gravel-Rennen anführe, ist nicht selbstverständlich. Mein erstes Schotter-Rennen überhaupt fuhr ich erst ein Jahr zuvor beim The Traka 360 in Girona.
Damals bekam ich mein Gravelrad erst einen Tag vor dem Start gestellt – es passte mir überhaupt nicht. Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch keinerlei Offroad-Erfahrung. Die folgenden 14 Stunden waren demnach eine ziemlich schmerzhafte Erfahrung.
Lektionen aus Marokko und Frankreich
Bei der Léman Gravel Challenge in der Schweiz im selben Jahr lief es ähnlich „durchwachsen“, auch wenn ich Gesamtsiebter wurde. Ich hatte viele Defekte und unfreiwillige Stopps – es machte einfach keinen Spaß. Danach brauchte ich erst einmal eine Pause vom Graveln.
Im Winter nahm ich mir dann eine Auszeit und reiste drei Monate mit dem Rennrad durch Marokko. Mein Setup war mit Hochprofil-Laufrädern und 28-Millimeter-Reifen alles andere als optimal gewählt. Wieder hatte ich viele Pannen. Aber ich lernte in dieser Zeit viel über mich selbst.
Optimierung von Reifendruck, Komfort und Bikefitting
Ich machte viele neue Erfahrungen und hatte tolle Begegnungen. Zurück in Frankreich habe ich mich dann zum ersten Mal ernsthaft mit meiner Ausrüstung beschäftigt – etwa mit den Themen Reifendruck, Komfort und Bikefitting.
Große Teile des Bright Midnight verlaufen auf kompakten Schotter- und Asphaltstraßen, die sich mit Waldwegen, gröberem Schotter und einzelnen Singletrails abwechseln. Ich wusste, dass meine Vorteile nicht in den technischen Abschnitten, sondern auf schnellem, rollendem Terrain liegen würden.

Inspektion des Materials
Die Wahl des Allroad-Bikes: Van Rysel EDR CF
Deshalb entschied ich mich bewusst für ein Allroad-Rennrad. Offiziell beträgt die Reifenfreiheit des Van Rysel EDR CF Ultra 38 Millimeter. Es passen aber auch problemlos 40 Millimeter breite Gravelreifen hinein.
Die Aerodynamik und das niedrige Gewicht sind, im Unterschied zu den meisten Gravelrädern, ein weiterer entscheidender Faktor – nicht nur wegen der vielen Höhenmeter während des Bright Midnight, sondern auch aufgrund der Schiebe- und Tragepassagen.
Minimalistisches Bikepacking-System und Aerodynamik
Eine große Rahmentasche füllt das gesamte vordere Rahmendreieck aus. Für einen niedrigen Schwerpunkt habe ich dort auch mein Wasserreservoir untergebracht. Dazu kommt noch eine Oberrohrtasche mit Dingen, die ich schnell griffbereit haben will.
Ein Bidon mit Werkzeug und Tubeless-Flickzeug unter dem Unterrohr sowie zwei Do-it-yourself-Lösungen am Lenker ergänzen das System. Von den Aufliegern habe ich mir Aero-Vorteile in den flachen Passagen des Rennens versprochen.
Antrieb und Übersetzung für steile Anstiege
Ich würde gerne noch viel mehr an der Aerodynamik der Taschen arbeiten, da ich bei höheren Geschwindigkeiten schon einen deutlichen Brems-Effekt spüre, obwohl mein Setup schon minimalistisch ist.
Zudem habe ich eine extrem leichte Übersetzung von 42/30 vorne und 10-36 hinten montiert, damit ich unabhängig vom Terrain und der Steigung eine hohe Trittfrequenz halten kann.
Strategie & Pacing: Rückschläge durch Reifendefekte
Womit ich nicht gerechnet habe, war, dass ich wieder Probleme mit den Reifen haben würde. Nach einer ruppigen Abfahrt verliert mein Hinterreifen plötzlich Luft. Ich halte an und entdecke einen Cut mitten auf der Lauffläche.
Ich setze einen Tubeless-Plug ein, pumpe den Reifen auf, aber er hält nicht dicht. An der Einstichstelle steigen kleine weiße Blasen auf: Die Dichtmilch tritt aus. Während der nächsten Stunden fahre ich teilweise mit nur 1,2 bis 1,6 bar Luftdruck.
Mentale Stärke im Ultra-Distanz-Rennen
Ich verliere die Führung an den Norweger Filip Eidsheim, der das Rennen später gewinnen wird. Die Lektion, die ich aus früheren Rennen gelernt habe, ist, in solchen Momenten positiv zu bleiben, egal was passiert.
Es geht darum, das zu kontrollieren, was in meiner eigenen Reichweite liegt und alles zu akzeptieren, was darüber hinausgeht. Ich spreche in solchen Momenten viel mit mir selbst und versuche, nur im Moment zu bleiben.
Zeitdruck am Fjord: Die Jagd nach der Fähre
Im Moment ist das vor allem eine Sache: die Fähre bei Kilometer 400. Die Passage von Liabygda nach Stranda führt über einen Fjord. Die Fähre verkehrt zwischen 6:15 Uhr morgens und 23 Uhr.
Als ich nach einer halben Ewigkeit den Passübergang am Trollstigen erreiche, ist es halb zwei in der Nacht. Es dämmert. Der Himmel ist blassblau bis gelb-orange – auf den umliegenden Gipfeln liegt noch Schnee.
Luxus Schlaf: Regeneration im Hotelzimmer
Anstatt wie die meisten Fahrer in einer Gemeinschaftsunterkunft zu schlafen, buche ich mir um drei Uhr nachts ein Hotelzimmer in Valldal. Eine heiße Dusche, frische Bib-Shorts und ein richtiges Bett machen einen riesigen Unterschied.
Der Schlaf wirkt. Als ich nach nur eineinhalb Stunden aufwache, fühle ich mich fast wieder frisch. Anziehen, Vorräte bunkern und los. Die Fahrt über den Fjord dauert nur rund 15 Minuten. Am anderen Ufer beginnt das Rennen quasi nochmal von vorn.
Natur & Erlebnis: Spektakuläre Aussichten am Oppstrynsvatnet
Kurz übernehme ich wieder die Führung, dann aber holt mich Filip wieder ein. Ich verfalle nicht in Panik. Bis hierhin habe ich meine Position über „dotwatcher.com“ geprüft – jetzt versuche ich, mich nur noch auf mich selbst zu konzentrieren.
Bei Kilometer 500 erreiche ich den Oppstrynsvatnet, einen großen See in der Provinz Vestland. Es ist der westlichste Punkt der Strecke und ungefähr die Halbzeit des Rennens. Die Aufnahmen mit dem Smartphone werden der Wirklichkeit kaum gerecht.
Über alte Passstraßen zum größten Gletscher Europas
Bei Hjelle beginnt der nächste Anstieg über 20 Kilometer. Ich passiere dutzende Wasserfälle, die an den steilen Felswänden ins Tal fließen. Die Straße mündet bei Øvstefoss in den Gamle Strynefjellsvegen.
Das ist eine berühmte Passstraße, die auf über 1000 Metern über dem Meer zu einem bekannten Sommer-Ski-Gebiet führt. Ganz in der Nähe befindet sich der Jostedalsbreen, Europas größter Festlandgletscher.
Ernährungsprobleme auf der Langstrecke
Zu Beginn hatte ich Gels in Squeeze-Flaschen, Energieriegel und selbstgemachte Toasts dabei. Dieses Setup funktionierte bis zur Rennhälfte sehr gut. Danach wollte ich mich auf das verlassen, was ich entlang der Strecke kaufen konnte.
Doch der Plan geht nicht auf. Die vielen süßen Riegel schlagen mir zunehmend auf den Magen. Eine richtige Mahlzeit hätte ich jetzt nötiger. Es ist nach 22 Uhr. Über 700 Kilometer liegen hinter mir – seit zwei Stunden habe ich nichts mehr gegessen.
Zweifel & Motivation: Kampf gegen die Unterkühlung
Ich befinde mich auf über 1000 Metern Höhe. Es fängt an zu regnen und die Temperaturen nähern sich dem Gefrierpunkt. Noch dazu werde ich jetzt immer müder. Normalerweise macht mir Schlafmangel nicht allzu viel aus.
Aber in Frankreich war es nie so kalt wie hier in Norwegen. Für die Abfahrt zum Vangsmjøse ziehe ich jedes Kleidungsstück an. Zitternd und durchnässt erreiche ich das Seeufer, finde aber nur eine zugängliche öffentliche Toilette für einen kurzen Powernap.

Atemberaubende norwegische Landschaft
Magische Momente in der norwegischen Morgendämmerung
Ich muss weiter. Wieder geht es bergauf auf über 1000 Meter Höhe. Mein nächstes Teilziel ist Beitostølen. Ich fahre über eine Hochebene, als es gegen drei Uhr zu dämmern beginnt.
Der Horizont färbt sich rot-orange, Nebel liegt über dem Bergsee. Der Anblick ist surreal schön. In dem Moment ist mein mentales und körperliches Tief aus der Nacht fast vergessen.
Gastfreundschaft in Beitostølen: Kaffee um fünf Uhr morgens
Den kompletten Kontrast dazu erlebe ich in Beitostølen um fünf Uhr morgens. Vor einem Hotel stehen ein paar Autos. Eine Frau öffnet mir und begrüßt mich freundlich, obwohl ich furchtbar aussehen muss.
Sie lädt mich auf einen Kaffee ein und wir unterhalten uns für eine halbe Stunde. Dass ich weiter muss, daran denke ich in diesem Moment nicht. Die Freundlichkeit der Norweger hat mich tief beeindruckt.

„Ich versuche es mit einer 30-Minütgen Powernap auf dem Klebrigen Fliesenboden einer Toilette. nach 30 Minuten bin ich wieder hellwach. Ich muss weiter.“
Akzeptanz & Finish: Hitzemanagement im hohen Norden
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich den Führenden nicht mehr einholen kann. Nach der Beinahe-Unterkühlung der Nacht steigen die Temperaturen am Vormittag nun auf 20 Grad.
Ich versuche, jede Stelle meines Körpers zu bedecken, um Sonnenbrand und Dehydrierung zu verhindern. Die Müdigkeit macht mir weiter zu schaffen, aber eine zu lange Pause kann ich mir nicht mehr erlauben.
Durch das Herz der norwegischen Nationalparks
Ab Dovre ändert sich die Landschaft: Sanfte Hochflächen und weite Täler prägen das Bild. Zwischen dem Dovrefjell-Sunndalsfjella- und dem Rondane Nationalpark öffnet sich eine karge Hochlandlandschaft.
Für Stunden begegne ich keinem anderen Menschen. Beim Dorf Fåset treffe ich wieder auf die Glomma, den längsten Fluss Norwegens. Die kleine Straße daneben führt mich schließlich zurück nach Tolga.
Glücksgefühle im Ziel nach 58 Stunden
Ich erreiche das Ziel nach 58 Stunden und 28 Minuten als Zweiter – fast fünf Stunden nach Filip. Ich bin überglücklich. Ich weiß, ich habe mein Bestes gegeben. Gravel ist immer noch „Neuland“ für mich.
Ich bin ohne feste Erwartung gestartet und konnte deshalb gar nicht enttäuscht werden. Ich musste diese Akzeptanz erst lernen. Was mich wirklich begeistert, sind die Emotionen und die Erlebnisse – nicht nur der Moment des Sieges.
Das Fazit: Warum ich nach Norwegen zurückkehre
Je härter es wird, desto tiefer gehe ich, und desto bedeutungsvoller wird das Gelernte für mich. Und desto weniger sorge ich mich um Ergebnisse und die Erwartungen anderer Leute.
Das Bright Midnight hat mir dies alles noch einmal bestätigt. Ich weiß, ich komme wieder.
Der Athlet und das Event
Victor Bouscavets, Jahrgang 1996, wuchs in Besançon nahe der Schweizer Grenze auf. In seiner Kindheit unternahm er viele Trekking-Urlaube mit seinen Eltern. Mit vier Jahren wanderte er durch die marokkanische Wüste, mit zwölf für einen Monat durch den Himalaya. Das Fahrrad galt für ihn lange Zeit nur als ein Fortbewegungsmittel.
Während des ersten Corona-Lockdowns – er arbeitete zu diesem Zeitpunkt als Designer in Paris – fuhr er täglich Mahlzeiten an obdachlose Menschen mit dem Fahrrad aus. Er vernetzte sich in der Pariser Radcommunity, nahm an Social Rides, Alleycats und immer längere Fahrten teil.
Ende 2021 fuhr er erstmals 500 Kilometer am Stück. Sein erstes Ultracycling-Rennen – das Desertus Bikus 2022 in Spanien – an dem er teilnahm, gewann er auf Anhieb. Ein Jahr später wiederholete er seinen Erfolg. Im Juni 2023 gewann er das Race Across France und fuhr 2415 Kilometer und 37.000 Höhenmeter in fünf Tagen und 13 Stunden.
Bright Midnight: Unsupported-Bikepacking-Event
Das „Bright Midnight“ gilt als eines der anspruchsvollsten Unsupported-Bikepacking-Events Europas. Der Start- und Zielort ist das 600-Einwohner-Dorf Tolga, etwa vier Autostunden nördlich von Oslo in der Provinz Innlandet, Die rund 1100 Kilometer lange Strecke mit rund 20.000 Höhenmetern führt durch abgelegene Hochlandregionen, Nationalparks und Fjordlandschaften – größtenteils auf Gravel- und asphaltierten Nebenstraßen.
Der Start Anfang Juli fällt in die Zeit der skandinavischen Mittsommerperiode: In dieser Phase sind die Nächte in weiten Teilen Norwegens extrem kurz und bleiben auch südlich des Polarkreises lange hell.
Das Bright Midnight findet im Selfsupported-Modus statt, ohne Begleitfahrzeuge oder eine Unterstützung von außen. Man kann solo oder als Paar starten. Die Erstausgabe fand 2023 statt.
Gründer und Sieger des Bright Midnight
Gegründet wurde Bright Midnight vom litauischen Ultra-Radsportler Justinas Leveika, der selbst zu den erfolgreichsten Athleten der Szene zählt. Er gewann unter anderem 2024 die Tour Divide in den USA und stellte dabei einen neuen Streckenrekord auf.
Die 2025er-Ausgabe des Bright Midnight gewann der Norweger Filip Eidsheim. Seine Fahrzeit für die 1130 Kilometer: zwei Tage, fünf Stunden und 53 Minuten.
Victor Bouscavets fuhr bei seiner ersten Teilnahme auf Rang zwei. Seine Zeit: zwei Tage, zehn Stunden und 28 Minuten. Der nächste Austragungstermin ist der 5. Juli 2026. Alle Startplätze für das Event sind bereits vergeben.
Mehr Informationen: www.brightmidnight.cc
Das Rad: Van Rysel EDR CF Ultra
| Modell | Van Rysel EDR CF Ultra |
| Gruppe | Sram Red AXS |
| Übersetzung | 42/30 – 10-36 |
| Bremsen | Sram Red (160/160 mm) |
| Laufräder | Zipp 353 NSW; 45 mm |
| Reifen | Hutchinson Caracal R; 40 mm |
| Sattelstütze | Ergon CF AllRoad Pro Carbon |
| Sattel | Selle Italia SLR |
| Lenker | Vision Metron 4D/Extensions |

Das Van Rysel EDR CF Ultra
Packliste
- Bib-Shorts, Baselayer, Jersey, Winter- und Regenjacke, Halstuch, Handschuhe kurz und lang, Armlinge, Knielinge, SPD-Schuhe, Wintersocken plus Ersatz,Trinkweste
- Zwei Powerbanks 10.000 mAh, Ladekabel, Helmlicht mit Fahrrad-Mount, Rücklicht, GPS-Radcomputer, Kopfhörer
- Feuchttücher, Zahnbürste und -pasta, Koffeintabeltten, DIY-Salztabletten
- Zwei Ersatzschläuche, Tubeless-Kit, Dichtmilch, Reifen-Patch, Kettenwachs, Multitool, Schaltauge, Kettenschloss, AXS-Akku, Elektrische und Mini-Pumpe


