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Giro d’Italia 2018: Etappen und Favoriten

Giro d'Italia 2018: Alles, was Sie wissen müssen

Zwischen Jerusalem und Rom liegen 3546 Kilometer und die 101. Auflage des Giro d’Italia. Zunächst geht es quer durch Israel, dann über Sizilien bis in die Karnischen Alpen und weiter in die Westalpen. Sieben Bergankünfte, die erste auf Sizilien, die schwierigste am Monte Zoncolan verlangen den Fahrern alles ab.
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Zwischen Jerusalem und Rom liegen 3546 Kilometer und die 101. Auflage des Giro d’Italia. Zunächst geht es quer durch Israel, dann über Sizilien bis in die Karnischen Alpen und weiter in die Westalpen, wo für das Fahrerfeld die drei entscheidenden Tage kommen. Sieben Bergankünfte, die erste auf Sizilien, die schwierigste am Monte Zoncolan und zwei Einzelzeitfahren mit insgesamt nur 45 Kilometern stehen sieben Abschnitte für die Sprinter und vier für die Klassikerfahrer und Ausreißer gegenüber. Entschieden aber wird der Giro in den Bergen.

Streitfall Froome

Der Auftakt der diesjährigen Rundfahrt findet mit drei Etappen in Israel statt, der Giro endet mit der 21. Etappe in Rom. „Im Zeichen des Friedens“, stünde in diesem Jahr der Giro, ließ Rundfahrt-Chef Mauro Vegni bei der Präsentation verlauten. Er dachte dabei wohl keine Sekunde an den Briten Chris Froome. Sein Start sollte das Fahrerfeld aufpolieren, den Verlauf des Giros noch interessanter machen, doch jetzt ist Vegni wohl gar nicht mehr so glücklich über Froomes Startabsichten. Anfang Februar stellte der Giro-Boss der UCI ein Ultimatum, den „Fall Froome“ schnell zu behandeln und eine „endgültige“ Lösung zu finden. Der Italiener will den vierfachen Tour-de-France-Sieger in seinem Land willkommen heißen, aber nur wenn die „Affäre Froome“ ausgestanden ist. Das ist sie bis dato nicht. Froomes Anwälte spielen auf Zeit – die UCI schaut zu. Beim Giro d’Italia 2018 wird der Brite daher am Start stehen können.

Giro-2018-Dumoulin

Favoritencheck: 5 von 5 Sternen. Tom Dumoulin will seinen Vorjahrestitel verteidigen. Die Strecke dürfte ihm liegen.

Giro-2018-Froome

Favoritencheck: 5 von 5 Sternen. Chris Froome ist umstritten. Seine Form aber gut bis sehr gut. Das zeigte er zuletzt bei der Tour of the Alps.

Giro-2018-Pinot

Favoritencheck: 5 von 5 Sternen. Der Überraschungsmann des Frühjahrs. Thibaut Pinot hat die Tour of the Alps gewonnen - und ist in Topform.

Giro-2018-Chaves

Favoritencheck: Viereinhalb von fünf Sternen. Esteban Chaves gilt als starker Bergfahrer. Der Zoncolan liegt ihm. Hier muss er attackieren.

Giro-2018-Aru

Favoritencheck: 4 von 5 Sternen für Fabio Aru. Der Italiener ist definitiv ein Kandidat fürs Podium.

Giro-2018-Monte-Zoncolan

Der Anstieg, der wohl die Entscheidung bringt: Der Weg zum Monte Zoncolan.

Dumoulin will Giro-Sieg verteidigen

2011 wurde der damalige Giro-Sieger Alberto Contador wegen Dopings gesperrt und der Sieg aberkannt. Diese Schlagzeilen will Vegni in jedem Fall vermeiden. Ungeachtet der Froome-Affäre bereitet sich Vorjahressieger Tom Dumoulin akribisch vor, um seinen Triumph zu wiederholen: „Ich trete an, um meinen Sieg aus dem Vorjahr zu verteidigen“, sagte der Niederländer, Nach den ersten drei Etappen in Israel und dem ersten Ruhetag folgt nämlich der Transfer nach Sizilien, der Heimat Vincenzo Nibalis. Dieser wiederum wird den Giro diesmal auslassen und sich voll auf die Tour de France konzentrieren. Drei Etappen sind auf Sizilien geplant, wobei die sechste Etappe mit der ersten Bergankunft des Giro 2018 auf dem Ätna endet.

Monte Zoncolan

Danach geht es auf dem italienischen Festland weiter und man bewegt sich in nördliche Richtung, wobei auf der 14. Etappe der Monte Zoncolan über die Westauffahrt von Ovaro erklommen werden muss – einer der wenigen Alpenpässe, der es auf eine zweistellige Durchschnittssteigung (11,5 Prozent) bringt. Die letzte Woche beginnt mit einem 34,5 Kilometer langen Einzelzeitfahren im Trentino, wo sich der Deutsche Tony Martin zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder präsentieren will und den Kampf gegen die Uhr als wichtigen Formtest für die Tour de France und die Weltmeisterschaft sieht.

Entscheidung am Berg

Der Gesamtsieg des Giro wird an drei aufeinanderfolgenden Bergetappen mit Ankünften in Prato Nevoso, Jafferau und Cervinia heiß umkämpft sein, dafür wird die Schlussetap­pe in Rom ein Schaulaufen für die sich noch im Feld befindenden Sprinter. Neben den 18 WorldTour-Teams dürfen die vier Zweitligisten Androni Giocattoli, Bardini-CSF, Israel Cycling Academy und Wilier Triestina beim Giro starten. Sprinter Marcel Kittel hatte bereits zu Saisonbeginn abgewunken und will sich voll auf die Tour de France konzentrieren. Aus dem deutschen Bora-hansgrohe-Team geht Davide Formolo als Kapitän und Außenseiter ins Rennen.

Giro d’Italia 2018 – Die Favoriten

Tom Dumoulin

Mehrere Anläufe hat Tom Dumoulin schon unternommen, im letzten Jahr klappte es. Der Niederländer war ein sehr souveräner Gesamtsieger und wird darum kämpfen, das Rosa Trikot auch in diesem Jahr nach Rom zu tragen. Die Strecke liegt dem kletterfesten Zeitfahrspezialisten und sein Sunweb-Team ist gerüstet, ihn noch einmal optimal zu unterstützen.

Chris Froome

Kann Chris Froome sein Versprechen wahrmachen und den dritten aufeinanderfolgenden Grand-Tour-Sieg erringen können?  Doch sein Start war bis zuletzt unklar. Dopingvorwürfe gegen sein Team und ein positiver Dopingbefund bei der Vuelta 2017 belasten den Ausnahmesportler. Nichtsdestotrotz: Team Sky ist bestens aufgestellt: Mit Poels, Henao und Kiryienka hat Froome die stärksten Helfer.

Weitere Favoriten

Fabio Aru (UAE Team Emirates), Miguel Angel Lopez (Astana), Davide Formolo (Bora-Hansgrohe), Simon Yates und Esteban Chaves (beide Mitchelton-Scott)

Die Etappen des Giro d’Italia

Giro-Etappen-Übersicht-2018

Von Jerusalem nach Rom: Die Etappen des 101. Giro d’Italia.

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