Radsportler des Jahres 2021: Tony Martin, Lisa Brennauer, Benjamin Boos

Martin, Brennauer und Boos sind Radsportler des Jahres 2021

Radsportler des Jahres 2021: Tony Martin, Lisa Brennauer, Benjamin Boos

Die Leser von RadSport und RennRad haben entschieden: Tony Martin, Lisa Brennauer und Benjamin Boos sind die Radsportler des Jahres 2021. Martins emotionaler und erfolgreicher Abschied und die Tatsache, dass er ein stets vorbildlicher Sportler war, haben ihm erneut die Gunst der Leser geschenkt. Lisa Brennauer hat in diesem Jahr alle Rekorde gebrochen und selbst die starken Sprinterinnen Friedrich und Hinze bei der Leserwahl abgehängt. Bei den Nachwuchssportlern fiel das Votum auf ¬Verfolger Benjamin Boos, der sich knapp gegen Sprinter Willy Weinrich durchsetzen konnte.
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Tony Martin, Lisa Brennauer und Benjamin Boos sind die Radsportler des Jahres 2021. Damit treten sie die Nachfolge von Lennard Kämna, Emma Hinze und Marco Brenner an.

Lisa Brennauer ist Radsportlerin des Jahres 2021

2021 war ihr Jahr, und so ist der Wahlsieg von Lisa Brennauer keine Überraschung. Mit überwältigender Mehrheit haben sie die Leserinnen und Leser von Radsport und RennRad zur „Radsportlerin des Jahres“ 2021 gekürt, zum zweiten Mal nach 2014. Damals wurde sie Weltmeisterin im Zeitfahren auf der Straße und WM-Zweite im Straßenrennen.

Aber dieses Jahr sprengte alles Vorherige: Auch was die Ehrungen betraf: Vom Silbernen Lorbeerblatt über den Sportpreis des Bayrischen Ministerpräsidenten bis zur Wahl der Radsportlerin des Jahres. Und Ende Dezember steht noch die Wahl der Sportler des Jahres an, wo Brennauer allein aber vor allem mit der Mannschaft große Chancen auf den Sieg hat.

Lisa Brennauer hat ihre ohnehin schon reichliche Medaillensammlung in diesem Jahr um sieben weitere aufgestockt. Sechsmal gewann die 33-Jährige Gold, einmal Bronze (Einzelzeitfahren EM Straße).

Lisa Brennauer, Radsportler des Jahres

Der Wahlsieg ist keine Überraschung: Lisa Brennauer ist die Radsportlerin des Jahres 2021

Lisa Brennauer auf dem Gipfel

Brennauer ist auf dem Gipfel ihrer Karriere angekommen. Olympiasieg in der Mannschaftsverfolgung, EM- und WM-Sieg mit dem Vierer und in der Einerverfolgung, WM-Titel im Mannschaftszeitfahren auf der Straße, Deutsche Meisterschaftserfolge im Straßenrennen und im Einzelzeitfahren, dazu Top-Platzierungen bei WM- und EM-Rennen auf der Straße, Platz zwei im Frühjahr bei der Flandern-Rundfahrt, Rang vier im Oktober bei Paris-Roubaix. Lange Pausen? Fehlanzeige.

Spricht man sie auf ihr gewaltiges Wettkampf-Programm an, lacht sie nur. Sie findet das normal. Genau wie vor drei Jahren in Glasgow bei den European Games. Da gewann sie den Titel in der Einerverfolgung, schnaufte kurz durch und holte im Straßenrennen einen Tag später die Bronzemedaille.

Leidenschaft und Begeisterung

„Mir macht Spaß was ich tue,“ sagt sie. Es ist diese große Leidenschaft, die Begeisterung für ihren Sport, die sie immer wieder zu Höchstleistungen antreibt. Sportlich hochprofessionell, privat liebenswert und nie abgehoben.

Unter all ihren Erfolgen in diesem Jahr ragt das Olympiagold besonders hervor. „Alles was danach kam, war eigentlich Zugabe“, lacht sie. Und wie so oft im Leben: Wenn´s einmal läuft: Und bei Brennauer lief es in diesem Jahr wie am Schnürchen.  Und für 2022 hat sie sich bereits neue Ziele gesteckt: Die European Championships in München hat sie sich rot im Kalender angekreuzt. Und dort wird sie natürlich wieder auf Bahn und Straße fahren.

Lisa Brennauer, Radsportler des Jahres

Lisa Brennauer verwies Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich auf die Plätze

Tony Martin ist Radsportler des Jahres 2021

Seine letzte Saison hat ihm noch mal eine große Auszeichnung beschert: Tony Martin wurde von den Lesern des RadSports und der RennRad zum Radsportler des Jahres gewählt. Zum vierten Mal nach 2009, 2011 und 2016.

Martin krönte seine lange und erfolgreiche Karriere mit dem WM-Sieg in seinem letzten Rennen. Mit der BDR-Mixed-Staffel, die in Brügge in der Besetzung Martin, Nikias Arndt, Maximilian Walscheid, Lisa Brennauer, Lisa Klein und Mieke Kröger antrat, holte Martin seinen achten WM-Titel. Viermal war er im Einzelzeitfahren erfolgreich (2011, 2012, 2013 und 2016), dreimal mit der Teamstaffel (2012, 2013 und 2016) und zum Schluss mit der Mixed-Staffel des BDR. Darüberhinaus feierte er zehn Deutsche Meistertitel im Einzelzeitfahren, den letzten im Juni 2021 in Öschelbronn.

Tony Martin, Radsportler des Jahres

Tony Martin ist Radsportler des Jahres 2021

Tony Martin: „Das ist eine große Ehre“

„Ich freue mich, dass ich zum Abschluss meiner Laufbahn noch einmal diese Wahl gewonnen habe. Das ist eine große Ehre für mich, weil sie ja von den Fans getroffen wird,“ sagt Martin.

Es waren nicht seine Erfolge allein, die ihm die Gunst der Leser einbrachten, sondern wohl auch seine vorbildliche Haltung im Sport. Martin war stets ein fairer Sportsmann, einer, der aber auch Missstände anprangerte, dem die Rennfahrerkollegen zuhörten und vertrauten. Sein Wort hatte Gewicht ihn der Szene. Bei Fans, Kollegen und Journalisten war er gleichermaßen beliebt. Unvergessen die Szene, als er nach seiner letzten Pressekonferenz in Brügge das Podium verließ und die anwesenden Medienvertreter von ihrem Plätzen erhoben und ihm „Standing Ovations“ gaben. Tony Martin wird im Radsport fehlen.

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Benjamin Boos ist Radsportler der Jugend 2021

Benjamin Boos hat ein wechselvolles Jahr hinter sich. Der 2003 in Singen geborene und in Steißlingen aufgewachsene Juniorensportler wurde in Kairo Weltmeister mit dem Bahnvierer und holte in Apeldoorn Silber in der Einerverfolgung bei den Europameisterschaften. Der Traum vom zweiten WM-Gold im Madison platzte, als er mit seinem Partner Nicolas Zippan wegen eines Sturzes in Führung liegend aufgeben musste. Dafür darf er jetzt zum Jahresende noch einmal jubeln:  denn die Leserwahl zum Radsportler der Jugend 2021, die hat er, wenn auch mit knappem Vorsprung, für sich entschieden.

„Das ist eine schöne Nachricht zum Jahresende. Darüber freue ich mich,“ sagt der 18-Jährige, der in Erfurt das Sportinternat besucht und nach seinem Abitur Sportwissenschaften studieren will. Denn Sport, insbesondere natürlich der Radsport, bestimmt sein Leben. „Radsport macht Spaß, man lernt viele Leute kennen und kommt an viele Orte,“ erklärt er seine Leidenschaft für die Pedale. Außerdem: „Beim Radfahren wird der Kopf frei und man kann Sorgen loslassen,“ findet er.

Und darum wird sich sein Leben auch künftig ums Radfahren drehen, denn sein großes Ziel, das hat er schon jetzt vor Augen: „Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Paris 2024, das wäre toll,“ sagt Boos, der dann erst 21 Jahre alt wäre. Und wenn er es 2024 noch nicht in den BDR-Vierer schafft, in Los Angeles 2028 ist er 25 und noch jung genug, den Olympischen Geist zu erleben. Bis dahin wird er fleißig trainieren und sich weiterentwickeln. Dazu sieht er beim Team Leopard Cycling beste Bedingungen und wird 2022 für diese Mannschaft an den Start gehen. Anfang Januar geht es mit der Nationalmannschaft ins Trainingslager, bevor seine erste Saison in der Elite beginnt.

Benjamin Boos, Radsportler der Jugend

Benjamin Boos (r.) ist Radsportler der Jugend


Radsportler des Jahres 2021: Das Wahlergebnis in Zahlen

Radsportler des Jahres

Platz Radsportler Prozent in Stimmen
1. Tony Martin 21
2. Nils Politt 19
3. Lukas Kohl 18
4. Joachim Eilers 17
5. Andreas Seewald 14
6. Max Schachmann 11

Radsportlerin des Jahres

Platz Radsportler Prozent in Stimmen
1. Lisa Brennauer 24
2. Emma Hinze 14
3. Lea Sophie Friedrich 14
4. Laura Süßemilch 12
5. Pauline Grabosch 11
6. Lisa Klein 8
7. Mieke Kröger 7
8. Franziska Brauße 6
9. Liane Lippert 4

Radsportler der Jugend

Platz Radsportler Prozent der Stimmen
1. Benjamin Boos 22
2. Willy Weinrich 20
3. Clara Schneider 18
4. Antonia Niedermaier 15
5. Linda Riedmann 14
6. Joe-Luis Lührs 11
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