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Griechenland: Geheimtipp für Rennradfahrer – Touren, Tipps, Erfahrungen

Griechenland als Geheimtipp: Asphalt und Antike

Griechenland: Geheimtipp für Rennradfahrer – Touren, Tipps, Erfahrungen

Sonne, Berge, Meer: Griechenland ist für Rennradfahrer noch ein Geheimtipp für den Herbst und das Frühjahr. Die Peloponnes-Halbinsel bietet Natur, ruhige Strecken und viele Höhenmeter. Ein Reisebericht, Informationen zu Hotels, Restaurants und Rennrad-Touren in Griechenland.
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Ein dunkler Fleck auf hellem Asphalt. Der Zweig eines Olivenbaumes ist mein einziges Ziel. Durch meine vom Schweiß brennenden Augen, durch die beschlagene Brille sehe ich ihn zunächst als dunklen verschwommenen Fleck. Ein Fleck, den ich zum Fixpunkt meiner Gegenwart bestimme – zum Sinn und Ziel meines Tretens gegen den Widerstand der Hangabtriebskraft, die mich in diesem Augenblick und in vielen Momenten zuvor an diesem Tag bei 18 Prozent Steigung zum Stillstand in der nun mittäglichen Wärme der Sonne zwingen will.

Diesen Widerstand, den ich immer wieder im kleinsten verfügbaren Gang überwinde, indem ich die Kurbeln in langsamem, mühevollem Rhythmus um ihre Achse wuchte. Der verschwommene Fleck auf dem hellen, großporigen und rissigen Asphalt wird klar erkennbar. Mein Weg zu diesem Olivenzweig ist ein verschwindend kleiner Abschnitt auf dem Weg, den ich an diesem Tag nehme. Es ist der seltene, der exotische Weg eines Rennradfahrers im Frühling in Griechenland.

Mischung aus radsportlicher Herausforderung und einer kontemplativer Meditation

Es ist ein Weg, der mit jedem Kilometer mehr zu einer seltsamen Mischung aus radsportlicher Herausforderung und einer kontemplativer Meditation durch die griechische Mittagshitze geworden ist. Mein Kampf gegen den Wind, gegen die sich immer wieder vor mir aufbäumenden Steigungen. Anstiege, bei denen ich nicht weiß, ob sie nach der nächsten Kurve, nach den nächsten Olivenbäumen gnädiger werden oder sich fortsetzen und noch steiler werden.

Meine Fahrt führt durch Dörfer, in denen sich kleine Kinder auf zu großen Mountainbikes, Bauern auf kleinen Traktoren und alte Männer mit Krückstöcken freuen, einen Fremden auf einem Rennrad zu sehen. Sie winken mir zu. Sie rufen etwas, das ich nicht verstehe. Ich spreche kein Griechisch. Aber sie alle lächeln. Ich bin willkommen, ich bin wahrscheinlich eine kuriose Abwechslung.

Ich frage mich schon lange nicht mehr, wann mein Weg heute enden wird. Und ich habe schon lange vergessen, wann er überhaupt begonnen hat. Wie viele Stunden, Kilometer, Höhenmeter es waren – bei welcher Herzfrequenz, bei welcher Trittfrequenz, bei welchen Wattwerten. Zahlen, die den Rennrad-Alltag bestimmen, zählen hier für mich nicht mehr. Es zählt nur das Hier und Jetzt, die Hitze, die Sonne, die Natur.

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Im Süden von Griechenland

Rennräder sah man an der Mittelmeerküste im Süden Griechenlands bislang nicht viel häufiger als Schnee. Dass sich das ändert, liegt auch an dem Radsport-Ferien-Anbieter Huerzeler Bicycle Holidays. Auf der spanischen Radsport-Insel Mallorca betreibt Huerzeler inzwischen 13 Rennrad-Stationen mit insgesamt 6000 Leihrädern. Neben den weiteren Standorten in Lanzarote und Andalusien gibt es nun auch eine Station in Griechenland – es ist eine der ersten und eine der wenigen Möglichkeiten überhaupt, im Süden der Peloponnes-Halbinsel ein Rennrad auszuleihen.

Mein Carbon-Rennrad bekomme ich an der Station auf dem weitläufigen hügeligen Gelände des Hotel-Resorts Costa Navarino. Von hier sind es nur wenige Meter zur berühmten Ochsenbauchbucht, der „Voidokilia“. Sie liegt halbkreisförmig, mit einer schmalen Öffnung zum Meer hin, vor einer Lagune, in der Flamingos und andere Wildvögel zu sehen sind. Für Urlauber ist die Bucht einer der beliebtesten Badeplätze. Bereits der Weg zu ihr verläuft durch feinen Sand, der am Strand im seichten, hell-, türkis- und dunkelblau gemaserten Wasser versinkt. Sie ist eines der Ziele, für das sich die Reise nach Griechenland lohnt.

Ankunft in Griechenland

Viele Gäste kommen, so wie ich, am kleinen Flughafen von Kalamata an. Vom Rollfeld zum Parkplatz sind es nur wenige Schritte. Ein heftiger Kontrast für mich, genauso wie die warme Luft, die mir bei der Landung entgegenschlägt – denn zweieinhalb Stunden zuvor bin ich am Metropolen-Groß-Flughafen von München in das Flugzeug gestiegen.

Am Flughafen wartet bereits mein Taxi, das im Huerzeler-Paket mitgebucht ist. Schon während der Fahrt entlang der Küste und durch das Innere der Halbinsel wird mir klar: Höhenmeter werde ich in den kommenden Tagen genügend sammeln.

Auf kurvigen und immer wieder steil ansteigenden Straßen fahren wir über die Hügel, vorbei an Olivenbäumen und an Ständen, an denen Straßenverkäufer Orangen verkaufen. Am nächsten Morgen befinde ich mich wieder auf diesen hügeligen, steilen Straßen. Der erste Anstieg bringt mich bereits auf eine Höhe, die mich auf das Meer, auf Berge in der Ferne und auf die hügelige Küste blicken lässt.

Ruinen und Überreste von antiken Felsblöcken

Nach einem weiteren Anstieg sehe ich immer mehr Ruinen und Überreste von antiken Felsblöcken. In einem Dorf bleibe ich an einem Brunnen stehen und fülle meine Trinkflasche mit dem kühlen Quellwasser auf – Flüssigkeit für die weitere Fahrt auf der Strecke, die ich mir in der Huerzeler-Station für diesen Tag habe empfehlen lassen und die ich mir auf meinen GPS-Computer geladen habe.

Für den Moment brauche ich aber mehr als Wasser. Ich setze mich in den überdachten Garten des Restaurants Ithomi, das den Namen des Berges trägt, an dessen Fuß es sich befindet. Ich bestelle: Kartoffeln, Gemüse und natürlich Feta-Käse.

Während ich auf mein Essen warte, blicke ich hinab auf das antike Messene, eine der bekanntesten Ausgrabungsstätten Griechenlands. In einem kleinen Talkessel liegen die ausgegrabenen und gut erhaltenen Überreste der einstigen Hauptstadt der antiken Region Messenien. Selbst von hier oben sind die Steine und Felsen gut zu erkennen und auch die Grundrisse der Häuser, die Stadtmauer und das Stadion.

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Griechenland und seine Köstlichkeiten

Mehr als zwei Jahrtausende nach Gründung der Stadt sitze ich hier, vor mir einige Teller mit allem, was die Gemüsegärten der Region zu bieten haben. Frische frittierte Kartoffeln, die so viel mehr sind als einfache Pommes. Tomaten und Gurken, die mit ihren wässrig schmeckenden Doppelgängern in deutschen Supermärkten nicht viel gemeinsam haben. Und natürlich der in der Lake gereifte Feta-Schafskäse, der jedes Nachsalzen am Tisch überflüssig macht.

Als meine Teller leer sind, greife ich noch mal zur Flasche mit dem Olivenöl, die vor mir steht. Ich gieße es über ein großes Stück Weißbrot. Mit gutem Gewissen – ich denke weder an die Kalorien noch an die ungesättigten Fettsäuren und Polyphenole – sehe ich zu, wie sich das dickflüssige grünliche Öl über die ungleichmäßige, lockere Maserung der Brotscheibe ergießt – gegen alle Entzündungen und für ein langes Leben.

Die Flasche ist mit einer weißen Folie ummantelt, ihr Ausguss lässt keine Luft eindringen. Beides soll das wertvolle Aroma schützen, das sich auf den Geschmacksknospen in meinem Mund ausbreitet und das ein leichtes Brennen im Rachen verursacht. Luft und Sonne benötigt die Olive zum Wachsen, lerne ich von den Einheimischen.

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Feta und Olivenöl

Das Olivenöl, ihr kostbarstes Erzeugnis, lagert man dunkel und abgedichtet. Die Olive steht im Zentrum meiner Mahlzeiten und meiner Ausfahrten. Die Olive ist weit mehr als ein Klischee. Sie ist ein Wirtschaftsfaktor, ein Kulturgut. Sie scheint den Griechen heilig zu sein. Auf vielen Feldern herrscht eine Monokultur aus Olivenbäumen. Straßen verengen sich oder verlaufen in Kurven, wenn ein jahrhundertealter Olivenbaum in der Ideallinie steht. Die Olive hat Priorität.

Einmal seien im Olivenöl eines Bauern Spuren von Maschinenöl gefunden worden, erzählen mir meine Tischnachbarn. Es handelte sich um das Öl, mit dem die Ketten der Kettensägen geschmiert wurden, mit denen die Landarbeiter die Zweige der Bäume zuschnitten. Fortan sägten sie wieder per Hand. Ein anderer erzählt von einem Jagdausflug, bei dem er sein Gewehr schmieren musste. Öl dafür hatte er nicht dabei – er pflückte Oliven, brach sie auf und rieb damit seine Waffe ein.

Peloponnes, Griechenland

Die Peloponnes ist die Halbinsel im Süden Griechenlands mit den charakteristischen drei „Fingern“ im Süden. Mit etwa 21.500 Quadratkilometern nimmt sie mehr als ein Fünftel der Fläche Griechenlands ein. 1,15 Millionen der 11,16 Millionen Griechen leben hier. Im Osten liegt der ägäische, im Westen der ionische Teil des Mittelmeeres. Die höchste Erhebung auf der Peloponnes befindet sich mit dem Profitis Ilias auf 2407 Metern im südlich-zentral gelegenen Taygetos-Gebirge, das auch einige mit dem Rennrad befahrbare Passstraßen aufweist. Die Gegend zählt zu den fruchtbarsten der Erde und ist bekannt für ihren Oliven- und Weinbau.

Energieriegel? Kein Bedarf!

Die Energieriegel, die ich zur Sicherheit in meiner Rückentasche bei mir trage, benötige ich auch an den kommenden Tagen nicht mehr. Die Strecken sind immer hügelig, ich fahre schnell, lasse mich treiben. Wenn der Hunger kommt – und er kommt zuverlässig –, dann halte ich es durch, bis ich wieder eine Taverne oder ein Kafenion, ein griechisches Café, erreiche. In Pylos sitze ich am Hafen, der direkt in den Stadtplatz übergeht, auf dem Platanen Schatten für die Freisitze der Bäckereien, Restaurants und Kafenions spenden.

Ich trinke, was viele Griechen trinken: Frappé, kalt aufgeschäumten Instant-Granulat-Kaffee. In einer Zeit, in der Rennradfahrer auf Röstung, Mahlgrad und Wassertemperatur ihres Espressos achten, fühlt sich meine Bestellung anachronistisch an.

Die Bedeutung von Kaffee im Radsport

Alternativen zum Frappé

Als ich durch den Strohhalm den festen, braunen, bitteren Schaum aus dem Glas sauge, lässt das viele Koffein scheinbar jede Faser meines Körpers pulsieren. Die lokalen Alternativen zum Frappé sind entweder ein mit Eiswürfeln aufgemixter Espresso oder ein klassischer griechischer Kaffee.

Für Zweiteren benötigt man etwas Zeit – um ihn zuzubereiten und um ihn zu trinken. Das Pulver wird mit Wasser und etwas Zucker in einem Kännchen unter Rühren aufgekocht, am besten auf dem Gasherd. Ist der Kaffee dann erst einmal in der Tasse, wartet man zunächst, bis sich das Pulver gesetzt und das Gebräu etwas abgekühlt hat. Nach jedem kleinen Schluck, den man vorsichtig vom Tassenrand nippt, wartet man wieder. Bis sich das Pulver erneut gesetzt hat. So wird der Kaffee immer stärker. Es ist ein Genuss, der zur Entschleunigung zwingt.

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Die Strecken führen ständig auf und ab, auf kleinen Straßen, durch kleine Dörfer. Und fast immer bin ich am Meer.

Taygetos: im Gebirge

Meinen ersten griechischen Kaffee bekam ich in einer Taverne während meiner Königsetappe in Griechenland. Von Kalamata, wo sich auch der Flughafen befindet, fahre ich nach Osten. Das heißt: in Richtung Sparta, die Nachbarregion von Messenien, die legendäre Heimat des antiken Kriegervolkes.

Hierfür verlasse ich die Küste und die Wein- und Olivenberge. Ich fahre in echtes Gebirge, auf vielen Höhenmetern hinein in den Gebirgszug des Taygetos. Hier treffe ich im Frühling auf: Nebelschwaden, leichte Regenschauer, kühlen Wind. Auf Gebirgspässe mit Serpentinen, auf Gebirgswetter, auf kühle, dünne Luft, die hier oben nicht mehr nach Salz schmeckt, sondern klar und rein ist. All das, was kaum ein Griechenland-Urlauber erlebt, der zwischen Traumstränden und Tavernen nicht erfährt, was in der Region noch zu erleben ist.

Ich bin froh über meine Windweste, die ich vor der Abfahrt schließe, und ich bin froh über die Brunnen in den kleinen Bergdörfern, an denen ich hier in den Bergen zuverlässig meine Trinkflaschen nachfüllen kann. Ich freue mich über die Taverne, über den griechischen Kaffee, den ich hier bekomme und über die Erzählungen des Wirtes. Weil ich kein Griechisch kann, verstehe ich kein Wort. Das weiß er sicher, aber er erzählt weiter, bis ich mich verabschiede.

Hafen von Pylos

Den letzten Kaffee des Tages trinke ich am Hafen von Pylos. Wieder bleibt der von Ernährungswissenschaftlern entwickelte Hightech-Energie-Riegel in der Trikottasche. Stattdessen steht vor mir eine Blätterteigrolle, die große Mengen an Zuckersirup aufgesogen hat.

Ich blicke hinaus auf die Bucht, wo auf dem Meeresgrund wohl noch unzählige Kanonenkugeln zu finden sind. Hier wurde im Jahr 1827 die Seeschlacht von Navarino ausgefochten, es bekriegten sich Großbritannien, Frankreich und Russland mit dem Osmanischen Reich und seinen Verbündeten. Am Nachmittag hatten die Segelschiffe der verfeindeten Parteien in der Bucht geankert. Am Abend hatte sich das Meereswasser rot gefärbt, erzählt man – vom Blut der mehr als 4500 Soldaten, die hier starben.

Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei

Griechenland war fortan unabhängig. Doch noch heute schwelt der Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei. Für griechische Männer gilt die allgemeine Wehrpflicht und die Militärausgaben des Landes sind auch weiterhin verhältnismäßig hoch.

Ich wische mit klebrigen Fingern die Blätterteig-Flocken, die bei jedem Bissen von meinem Süßgebäck-Teilchen herabfielen, von meinem Trikot und meiner Hose, schiebe mein Rad auf die Pflastersteine der Straße und beginne die letzten Kilometer des Tages mit den wenigen Serpentinen, die mich durch Pylos zurück zu der wenig befahrenen Hauptstraße führen, auf der ich zurück in mein Hotel nach Gialova fahre.

Am Meer

Ich habe einen Zustand erreicht, zu dem ich nie gelange, wenn ich nach der Arbeit meine Standard-Trainingsrunde abfahre. Einen Zustand, den ich auch bei meiner liebsten Berg-See-Stadt-Sonntagstour nicht erreiche.

Im Rennrad-Alltag orientiere ich mich nicht an Olivenzweigen oder dem Blick auf den Messenischen Golf, in dem unter mir die Sonne auf dem Wasser glitzert. Doch das Hier und Jetzt heißt: Griechenland, Peloponnes. Eine Woche Rennradfahren. Eine Gegend, die seit Generationen zu den Sehnsuchtsorten, zu den Urlaubszielen der Mitteleuropäer gehört. Eine Gegend, die viele nur im Hochsommer kennen, wenn die Hitze von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang zur Urlaubslethargie zwingt. Dazu zwingt, im Schatten zu bleiben und sich so wenig wie möglich zu bewegen. Passive Erholung.

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Peloponnes anders erleben

Doch ich erlebe die Peloponnes anders. Das milde, warme Klima lässt mich nicht ruhen. Jeder Tag ist ein Tag auf dem Rennrad, auf dem ich auf einsamen Wirtschaftswegen durch hügelige Landschaften fahre, neben mir schimmern die vielen kleinen Blätter der Olivenbäume silbrig in der Sonne.

Beinahe wundere ich mich, dass sie nur sanft rascheln, und nicht metallisch klingeln, wenn der Wind in sie fährt. Die Strecken führten mich ins Hinterland, weg von den Küstenstraßen, die man vom Sommerurlaub kennt. Die Badestrände sind von den Hügeln aus als sandfarbene Grenzen zum dunkelblauen Meer zu erkennen.

Die Touren führen von einer Küste zur nächsten, über Berge, durch Dörfer, vorbei an Menschen, Tieren und Olivenbäumen. Die Neugier treibt mich an, jeden Hügel in einem Tempo zu nehmen, das ich nicht länger als bis zur nächsten Kurve durchhalte. Hinter der nächsten Kurve: ein neuer Blick in die Ferne. Ein Blick, der mich immer wieder dazu verleitet, stehen zu bleiben, langsamer zu rollen. Ein Blick auf ein weiteres Tal, auf Olivenhaine und auf Weinberge. Ein neuer Blick auf eine andere Küste, auf die Straße, auf Serpentinen. Auf der Straße, deren Kilometer und Höhenmeter ich nicht mehr zähle.

Ein Ziel, das zu Hause unerreichbar ist

Auf der Straße, die sich vor mir aufbäumt, entdecke ich vor mir auf hellem Asphalt einen dunklen Fleck. Mein Nahziel an einem Tag auf dem Rennrad. Mit jedem Meter, mit dem ich mich ihm nähere, ist er deutlicher zu erkennen. Am Ende halte ich an, stecke die beschlagene Sonnenbrille an den Helm. Ich stütze mich mit den Ellbogen auf dem Lenker ab und blicke nach unten.

Zwischen meinem Fuß und dem Vorderrad am Boden liegt der Zweig auf dem hellgrauen grobporigen Asphalt. Schweiß läuft von den Schläfen in meine Augen, es brennt. Der Olivenzweig mit seinen feinen, graugrünen, leicht schimmernden Blättern. Er ist ein einfaches Ziel im Moment, nur wenige Zentimeter entfernt – aber ein Ziel, das ich zu Hause nie erreichen werde.

Griechenland, Ausblick, Reise, Informationen

Stunden, Kilometer, Höhenmeter, Wattzahlen: Das wird unwichtig. Es zählt: der Asphalt, die Olivenbäume, das Meer.

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Hotels für die Rennrad-Reise nach Griechenland

The Westin Resort Costa Navarino

Das luxuriöse 5-Sterne-Hotel liegt mit seiner weitläufigen Anlage direkt am Naturstrand – entsprechend haben viele der großzügigen und modern eingerichteten Zimmer und Suiten Meerblick. Auf dem Geländer gibt es neben der Huerzeler-Rennrad-Station viele weitere Sportangebote wie Volleyballplätze und einen Golfplatz. Zudem gibt es ein Indoor-Fitnesscenter sowie eine große Spa-Anlage. Zum Hotel gehören verschiedene Spezialitätenrestaurants sowie ein Buffet-Restaurant für das Frühstück und für thematisch wechselnde Abendbuffets.

Hier geht es zur Website des Westin Resort Costa Navarino.

Zoe Seaside Resort Pylos Messinia

Das moderne Drei-Sterne-Hotel liegt direkt am Strand im kleinen Ort Gialova. Die Einzel- oder Doppelzimmer des familiengeführten Hotels sind modern eingerichtet, zudem gibt es Appartements mit Küche. Das Hotelrestaurant bietet vor allem griechische Spezialitäten, gekocht wird unter anderem mit frischem Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Entfernung zur Radsportstation auf dem Costa-Navarino-Gelände beträgt acht Kilometer, der Transfer zur Abholung und Rückgabe des Leihrades ist im Huerzeler-Paketpreis inbegriffen.

Hier geht’s zur Website des Zoe Seaside Resort Pylos Messinia


Restaurants für die Rennrad-Reise nach Griechenland

Restaurant Elia Goalova

Das Restaurant befindet sich nur wenige Meter vom Hotel Zoe Seaside Resort entfernt. Hier gibt es echte griechische Küche: Man bestellt viele verschiedene Gerichte, die in Schälchen serviert werden und von allen am Tisch geteilt werden: Talagani-, Manouri-, Haloumi und Feta-Käse, Auberginen, Zwiebeln und Paprika, Fisch und Lamm, Bohnen, Kichererbsen und Pilze.

Hier geht es zur Website des Elia Goalova.

Restaurant Ithomi Mavrommati

Ithomi lautet auch der Name des Bergs, an dessen Fuß das Restaurant liegt. Es bietet sich als idealer Ort für eine Pause während der Huerzeler-Tour ins antike Messene an. Genau hier liegt auch das Restaurant. Von der großen überdachten Terrasse des Restaurants aus blickt man hinab auf die Überreste der antiken Stadt: Mauern, Säulen und Grundrisse sind gut erhalten und klar zu erkennen. Wer es während der Ausfahrt verträgt: Die Speisekarte bietet frisches Gemüse, Fleisch und Kartoffeln – alles mit reichlich gutem Olivenöl zubereitet. Tipp: Burger, gebackene Kartoffeln und ein klassischer griechischer Salat.


Leihräder & Service: Huerzeler

Huerzeler Bicycle Holidays wurde vom ehemaligen Schweizer Radprofi und Bahnrad-Weltmeister Max Huerzeler gegründet. Seit den 1980er-Jahren organisiert Huerzeler Radsport-Urlaube auf Mallorca, die erste Station gab es 1986 in Playa de Palma. Auf Mallorca gibt es 13 Huerzeler-Stationen, weitere finden sich auf Lanzarote, in Andalusien und in Griechenland. Neben Leihrädern bietet Huerzeler unter anderem auch komplette Reiseangebote, Fernreisen, geführte Ausfahrten mit ortskundigen Guides, Radsport-Boutiquen und Kooperationen mit Partnerhotels an. An den Stationen kann man seine Leihräder über Nacht sicher abstellen, zudem gibt es Werkstätten und Waschstationen. Allein auf Mallorca hat Huerzeler als größter Anbieter auf der Insel gut 6000 Leihräder und mehr als 100 erfahrene Guides, die die Touren leiten.

Alle Informationen zu Huerzeler gibt es auf der offiziellen Website.

Huerzeler Bikestation Peloponnes Süd

Die Station liegt auf dem Gelände der Hotelanlage The Westin Resort Costa Navarino und bietet neben der Rad-Vermietung auch Abstellplätze, eine Werkstatt, eine Waschstation und eine Boutique für Rennradzubehör und -bekleidung. Hier starten auch die Ausfahrten, bei denen einheimische Guides den Rennrad-Gästen die schönsten und ruhigsten Strecken zeigen. Wer in einem anderen Ho­tel unterkommt, der kann mit den unkomplizierten Guides auch andere Treffpunkte entlang der Route absprechen. Michael Widmer leitet die Radstation – der Schweizer lebt seit Jahren in Griechenland und hilft mit seinem Team auf Deutsch und Griechisch bei allen Fragen, die sich einem als Radsportler in Griechenland stellen. Der direkte Kontakt: sued.peloponnes@huerzeler.com.

Geführte Touren gibt es von Mitte März bis Mitte Juni und von Ende September bis Ende Oktober an fünf Tagen pro Woche. Die Strecken sind höhenmeterreich, die Guides passen sich aber dem Tempo der Teilnehmer an.


Touren-Vorschläge für die Rennrad-Reise nach Griechenland

Antikes Messene

112 Kilometer | 1740 Höhenmeter

Anspruchsvolle Tagestour zur wichtigsten archäologischen Stätte der Region: das antike Messene. Mit zahlreichen kürzeren Aufstiegen und Abfahrten. GPS-Daten: bit.ly/huerzeler-antikes-messene

Panorama-Tour

64 Kilometer | 880 Höhenmeter

Rundtour durch Weinberge und kleine Dörfer: traumhafte Ausblicke auf die Südküste, die vorgelagerten Inseln sowie auf die bekannte Bucht von Navarino. Tipp: Kaffeepause am Hafen von Pylos. GPS-Daten: bit.ly/huerzeler-peloponnes-panorama

Weinstraße

76 Kilometer | 1140 Höhenmeter

Hinauf zu den Weinbergen von Mouzaki am Fuße des Berges Aigaleo. Durch fruchtbares Küstenland führt die Strecke ohne größere Anstiege zurück zum Hotel. GPS-Daten zum Download: bit.ly/huerzeler-peloponnes-weinstrasse


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