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Doping mit Tramadol: Was bringt die Einnahme wirklich?

Dopingverdacht: Was bringt Tramadol?

Doping mit Tramadol: Was bringt die Einnahme wirklich?

Tramadol steht bislang nicht auf der Dopingliste – doch das könnte sich ändern. Welche Auswirkungen hat die Einnahme von Tramadol wirklich?
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Noch ist Tramadol legal: Das synthetische Opioid steht bislang nicht auf der Dopingliste der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Doch das könnte sich bald ändern. Denn jüngste Studienergebnisse legen nahe, dass das Schmerzmittel die Leistungsfähigkeit auf dem Rad steigern könnte.

Zu dem Ergebnis kamen Forscher der Universitäten Granada und Kent, deren Studie im Journal of Science and Medicine in Sport veröffentlicht wurde.

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Studie: Was bewirkt die Einnahme von Tramadol?

Das Ergebnis: Die Teilnehmer, die vor einem Leistungstest Tramadol eingenommen hatten, traten bei einer Zeitfahrsimulation auf dem Ergometer durchschnittlich 220 Watt. Die Teilnehmer, die ein Placebo verabreicht bekommen hatten, leisteten durchschnittlich 209 Watt. Das entspricht Leistungsunterschieden von gut fünf Prozent.

Insgesamt nahmen an der Doppelblindstudie 30 Radsportler Teil, die 120 Minuten vor dem Test entweder Tramadol oder ein Placebo verabreicht bekommen haben.

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WADA weiß über Tramadol-Einsatz im Radsport Bescheid

Dass Tramadol im Sport – überwiegend im Radsport – eingesetzt wird, ist der WADA bekannt. Dies ist ein klarer Missbrauch.

Und das Opioid hat einen weiteren großen Nachteil: Es kann die kognitive Leistungsfähigkeit und die Konzentrationsfähigkeit stark einschränken – gerade im Radsport ist dies wegen der Sturzgefahr ein enormes Risiko.

Konzentrationsschwierigkeiten durch Tramadol

In einem weiteren Versuch mussten die Probanden während des Ergometertests auf visuelle Reize reagieren. Probanden, die Tramadol zu sich genommen hatten, zeigten hier Konzentrationsschwierigkeiten.

Dies wirkte sich auf die motorische Leistungsfähigkeit aus: Eine Leistungssteigerung durch Tramadol konnte in diesem Versuchsaufbau nicht mehr nachgewiesen werden. Aktuell prüft die WADA, ob das Mittel künftig als Dopingsubstanz geführt wird.

Dieser Artikel stammt aus der RennRad-Ausgabe 09/2018. In unserem Shop finden Sie das Magazin als E-Paper oder Print-Ausgabe.


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