7,5 kg
7999 Euro
Van Rysel RCR-F: Rennrad im Test – Race-Tipp
in Test & Technik
Van Rysel RCR-F: Rennrad im Test – Race-Tipp
Van Rysel RCR-F im Test: Race-Tipp
Das Van Rysel RCR-F ist das Aero-Race-Modell des französischen World-Tour-Teams Decathlon AG2R La Mondiale. Entwickelt wurde das RCR-F über einen Zeitraum von zwei Jahren und gemeinsam mit den Schweizer Aerodynamik-Experten von Swiss Side.
Laut Van Rysel „spart“ man mit dem RCR-F bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h 13 Watt im Vergleich zum Allround-Race-Modell RCR-R. Zudem soll die Front um sieben Prozent steifer sein und dadurch die Sprint-Eigenschaften verbessern.
Konzipiert wurde das RCR-F für Strecken mit weniger als 1500 Höhenmetern pro 100 Kilometern, die mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von mindestens 35 km/h oder mehr bewältigt werden. Optisch fallen vor allem die flächigen, aerodynamisch optimierten Rohrformen, die tief ansetzenden Sitzstreben und das sehr kurze Steuerrohr.
Sitzposition und Komfort
Bei Fahrern mit recht langen Beinen fällt dadurch die Sattel-Lenker-Überhöhung sehr groß. Der Stack-to-Reach-Wert an unserem Testmodell beträgt: 1,36. Dementsprechend sitzt man sehr sportiv und tief, durch das recht kurze Oberrohr aber nicht zu gestreckt auf dem Van Rysel. Einigen Fahrertypen könnte die Sitzposition jedoch etwas zu sportiv sein.
Der Parameter Fahrkomfort gehört, auch ausrichtungsbedingt, nicht zu den ganz großen Stärken des RCR-F. Gerade die Gabel und die flächige Sattelstütze erwiesen sich im Testverlauf als extrem steif. Erschütterungen werden recht direkt an den Fahrer weitergegeben.

Reifen, Laufräder und Schaltgruppe
Gewisse Dämpfungseigenschaften bieten vor allem die tubeless montierten Reifen von Continental: hinten ein 28 Millimeter breiter GP5000-S-TR-, vorne ein 26-Millimeter-Aero-111-Pneu. Dieser wurde in einem gemeinsamen Projekt über mehrere Jahre hinweg von DT Swiss, Swiss Side und Continental entwickelt und soll mit seinen 48 gleichmäßig über der Reifenoberfläche verteilten Luftkammern die Aerodynamik deutlich verbessern.
Die sogenannten „Vortex Generatoren“ sollen den Luftstrom länger am Reifen und an der Felge haften lassen. Dadurch wird der Segeleffekt bei Seitenwind verstärkt und der Luftwiderstand reduziert. Gleichzeitig soll auch die Fahrstabilität dadurch verstärkt werden. Bei 30 km/h und Anströmwinkeln über zehn Grad soll der Aero 111 so bis zu sechs Watt gegenüber dem GP 5000 S TR „einsparen“, bei 45 km/h sind es bis zu 18 Watt.
Im Testverlauf war dieser Aero-Effekt gerade bei hohen Geschwindigkeiten in Kombination mit Seitenwind sehr deutlich spürbar. Beide Reifen überzeugten zudem mit einem geringen Rollwiderstand, einem hohen Pannenschutz und sehr viel Grip in den Kurven – auch bei Nässe. Die maximale Reifenfreiheit beträgt 32 Millimeter.
Montiert sind die Pneus auf Hadron²-Ultimate-625-Carbon-Laufrädern von Swiss Side. Diese überzeugten im Testverlauf mit ihren aerodynamischen Eigenschaften, ihrer Robustheit und ihrer hohen Seitensteifigkeit. Trotz einer Felgenhöhe von 62 Millimetern erwiesen sie sich zudem als überraschend wenig seitenwindanfällig.
Das Gewicht der Laufräder: 1661 Gramm. An unserem Testmodell ist eine Shimano-Dura-Ace-Di2-Schaltgruppe verbaut. Diese ist mit 52/36-Kettenblättern vorne und einer 11-34-Kassette hinten recht breit und ausgewogen übersetzt. In die Kurbel ist ein beidseitig messender Powermeter verbaut, der im Testverlauf stets realistische Werte lieferte.
Die Dura-Ace-Bremsen mit einer 160 Millimeter Disc vorne und einer 140er hinten überzeugten, wie gewohnt, mit einer feinen Dosierbarkeit und der hohen Bremsleistung – auch bei Nässe.

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Gewicht, Cockpit und Sattel
Trotz der Top-Ausstattung ist das RCR-F mit einem Gesamtgewicht von 7,5 Kilogramm in der Rahmengröße M kein Leichtgewicht. Bergauf ist das Van Rysel damit kein „Beschleunigungswunder“. Vergleichbare Aero-Rennräder sind teils etwas leichter.
Angesichts seiner Ausrichtung liegt das RCR-F mit seinem Gewicht jedoch noch „im grünen Bereich“. Bergab bietet das Van Rysel durch seine recht kurzen Kettenstreben und den vergleichsweisen engen Radstand eine sehr hohe Agilität.
Der Fahrspaß in engen, kurvenreichen Abfahrten ist damit sehr hoch. Gleichzeitig ist auch die Laufruhe top. Auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten neigt das RCR-F nie zur Nervosität. Extrem positiv fiel im Testverlauf auch das Cockpit auf, das gemeinsam mit dem italienischen Hersteller Deda entwickelt wurde.
Der Oberlenker ist 36, der Unterlenker 42 Zentimeter breit. Vor allem die sogenannten Ergo-Drops-Einsätze – Verstärkungen im Bereich des Lenkerbogens – erhöhen die Ergonomie im Unterlenker spürbar.
Gleichzeitig führen sie in Verbindung mit dem recht geringen Drop dazu, dass auch Fahrer mit vergleichsweise kleinen Händen und kurzen Armen den Unterlenker sehr gut greifen können. Der verbaute Fizik-Argo-Vento-00-Sattel überzeugte im Testverlauf mit seinem hohen Komfort – auch während sehr langer und intensiver Fahrten.
Detailaufnahmen
Van Rysel RCR-F im Test: Fazit
Das Van Rysl RCR-F überzeugt mit seinen aerodynamischen Eigenschaften, seinem extrem verwindungssteifen Rahmen und seiner durchdachten Ausstattung. Der Preis ist, in der Relation zu vergleichbaren Modellen sehr attraktiv. Race-Tipp.
Sie haben Interesse am Van Rysel RCR-F? Mehr Informationen bekommen Sie auf der offiziellen Website des Herstellers.
Van Rysel RCR-F: Technische Details und Teile
| Preis | 7999 Euro |
| Gewicht | 7,5 kg |
| Zul. Gewicht | 120 kg |
| Rahmen | Carbon |
| Größe | XS, S, M, L, XL |
| Gabel | Carbon |
| Bremsen | Shimano Dura-Ace (160/140 mm) |
| Schaltgruppe | Shimano Dura-Ace Di2 |
| Übersetzung | Vorne: 52/36 | Hinten: 11-34 |
| Laufräder | Swiss Side Hadron² Ultimate 625; 62 mm |
| Reifen | Vorne: Continental Aero 111 TLR, 26 mm Hinten: Continental GP 5000S TR; 28 mm |
| Vorbau | Deda x VR RCR-F; 110 mm |
| Lenker | Deda x VR RCR-F; 360 mm |
| Stütze | RCR-F Carbon |
| Sattel | Fizik Argo Vento 00 |








