3000- & 6000€-Klasse
Rennräder aus der 3000-Euro-Klasse und 6000-Euro-Klasse im Test
in Test & Technik
Was muss ein „gutes“ Rennrad bieten? Wie sollte es sich fahren, wie muss es ausgestattet sein, was darf es wiegen – und wie viel soll es maximal kosten? Dies sind Fragen, die wir bei RennRad regelmäßig in dieser Test-Rubrik beantworten. Im vergangenen Jahr testeten wir mehr als 130 Rennräder und Gravelbikes hinsichtlich dieser und weiterer Parameter. Etliche dieser Testergebnisse enthält auch unser neuer Kaufberater, den wir unten verlinkt haben. Das günstigste von uns im Vorjahr getestete Modell kostete 999, das teuerste mehr als 18.000 Euro. In diesem Testfeld konzentrieren wir uns dagegen auf zwei Preisbereiche, in denen wohl sehr viele Hobbyfahrer das für sie passende Modell finden: die 3000- und die 6000-Euro-Klasse.
Und wir beantworten Fragen wie: Ist deutlich teurer auch viel besser – und wie viel mehr an Performance bekommt man für den Aufpreis? Das Gros der Testräder entstammt der 3000-Euro-Preisklasse, nur zwei der Modelle sind rund doppelt so teuer. Neun der zehn Testbikes schalten elektronisch. Vier haben eine Shimano-105-Di2-, je zwei eine Sram-Rival-AXS- beziehungsweise eine Shimano-Ultegra-Di2-Gruppe verbaut und an einem Modell ist eine Sram-Force-AXS-Gruppe montiert.
Gewicht & Preis-Leistung
Das Giant Propel Advanced 2 ist das einzige Testmodell, das mit einer mechanischen Shimano-105-Gruppe ausgestattet ist. Das neue Propel wurde erst Anfang März vorgestellt. Das Advanced 2 ist die Einstiegsvariante des Aero-Race-Modells. Hinsichtlich der Rahmengestaltung bietet es jedoch die gleichen aerodynamisch günstigen Rohrformen wie die teureren Propel-Varianten. Sein Preis: 2999 Euro. Womit „erkauft“ man sich also den Preis-Vorteil? Kleinere Minuspunkte sammelt das Advanced etwa bei Ausstattungsdetails. Neben der mechanischen Gruppe betrifft dies etwa die Laufräder aus Aluminium. Mit 8,76 Kilogramm ist das Giant Propel zudem das zweitschwerste Modell dieses Vergleichs.
Das leichteste Rad kommt von 8bar Bikes aus Berlin. Das Kronprinz Carbon V3 basiert auf einem hochwertig verarbeiteten und nur 780 Gramm schweren Rahmen aus High-Modulus-Fasern. Die funkgesteuerte Sram-Force-AXS-Gruppe, Anbauteile und die Laufräder aus Carbon resultieren in einem Komplettradgewicht von 6,91 Kilogramm. Der Preis des 8bar: 5890 Euro.
900 Gramm schwerer, aber dennoch nur knapp halb so teuer, ist das Cube Attain C:62 SLT. Es ist das leichteste Modell in der Sub-3000-Euro-Klasse und punktete im Testverlauf unter anderem mit seiner Langstreckentauglichkeit, Ausgewogenheit und der hochwertigen Ausstattung. Als einziges Modell seiner Preisklasse schaltet das Cube mit einer Shimano-Ultegra-Di2-Gruppe.
Laufräder als Preis-Faktor
Ein den Preis mitbestimmender Faktor können die Laufräder sein. Aluminium-Modelle sind zwar oft günstiger, aber in der Regel schwerer als Carbon-Laufräder. Das Gewicht spielt in zweifacher Hinsicht eine Rolle: Schwerere Felgen erhöhen die rotierenden Massen, was sich insbesondere beim Fahrverhalten und beim Beschleunigen an Anstiegen negativ bemerkbar macht. Das Trägheitsmoment der Laufräder erhöht sich, wodurch mehr Energie aufgewendet werden muss, um sie in Bewegung zu versetzen. Carbon-Laufräder können – bei einem vergleichsweise geringen Gewicht – zudem mit ihren oftmals höheren Felgen auch aerodynamische Vorteile bieten.
Einen potenziell guten „Kompromiss“ innerhalb dieses Testfelds könnte das Van Rysel EDR CF Ultra 105 Di2 bieten. Das Endurance-Modell des französischen Herstellers kostet in der vorliegenden Ausstattung 3499 Euro. Damit liegt es in der Mitte der gesetzten Preis-Rahmen. In der Relation zum Preis bietet das EDR CF Ultra aber viel: Der Carbonrahmen wiegt in der Testgröße M nur 830 Gramm. In den linken Kurbelarm der Shimano-105-Di2-Gruppe ist ein einseitig messender Inpeak-Powermeter installiert. Auf den 35 Millimeter hohen Carbonlaufrädern sind robuste und pannensichere Continental-Grand-Prix-5000-All-Season-Reifen montiert. Die endurance-typische, langestreckentaugliche Geometrie und die vergleichsweise entspannte Sitzposition sprechen zudem viele Fahrertypen an.
Diese Rennräder haben wir getestet
| Marke | Modell | Preis | Prädikat |
| MyVelo | Tourmalet | 2499 Euro | |
| KTM | Revelator Alto EliteTestbrief | 2599 Euro | |
| Canyon | Endurace CFTestbrief | 2799 Euro | Komfort-Tipp |
| Cube | Attain C:62 SLT | 2999 Euro | Kauf-Tipp |
| Stevens | Izoard 105 Di2 | 2999 Euro | |
| Storck | Fascenario.3 CompTestbrief | 2999 Euro | |
| Giant | Propel Advanced 2 | 2999 Euro | |
| Van Rysel | EDR CF Ultra 105 Di2Testbrief | 3499 Euro | |
| 8bar | Kronprinz Carbon V3Testbrief | 5890 Euro | Allround-Tipp |
| Focus | Izalco Max 9.7 | 5999 Euro |
Die ausführlichen Testberichte der Rennräder aus der 3000- und 6000-Euro-Klasse lesen Sie in der RennRad 7/2026. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.
An diesem Test wirkten mit: David Binnig, Silvio Pusch, Frederik Böna, Ferdinand Nagel, Paulina Klimsa

