Aerodynamisch optimiert: das neue Argon 18 Nitrogen Pro
Aerodynamisch: das neue Argon 18 Nitrogen
in Test & Technik
Mit dem neuen Nitrogen Pro stellt Argon 18 sein nach eigenen Angaben bisher schnellstes Rennrad vor. Drei Jahre Entwicklungszeit, mehr als tausend Stunden CFD-Analysen, mehrtägige Windtunneltests unter realen Bedingungen, über 130 getestete Rohrprofile und 25 Gabel-Prototypen stecken in der Konstruktion des Nitrogen Pro: Wir konnten das Aerobike schon vor dem Verkaufsstart in Lynge, Dänemark – in der Nähe des europäischen Argon-18-Werks – auf einer 70-Kilometer-Testrunde Probe fahren.

Argon 18 Nitrogen Pro mit Sram Red AXS und Atten x Scope-Artech-6.A+.
Das bei Radfahrern beliebte Café Cranks & Coffee in Klampenborg, einem Vorort von Kopenhagen, war unser Startpunkt. Von dort führte die 70-Kilometer-Runde zunächst flach Richtung Norden am Meer entlang bis Humlebæk, bevor wir ins Landesinnere abbogen. Hier wechselten sich sanfte Anstiege, kurvige Abfahrten und lange Geraden ab. Zum Abschluss ging es wieder Richtung Süden zurück an die Küste, bei stetigem Seitenwind mit weitem Blick auf den Öresund.

Schmal und aerodynamisch: Die Front des Nitrogen Pro.
Argon 18 Nitrogen Pro: Ganzheitliche Aerodynamik
Schon auf den ersten Metern entlang der Küste zeigte sich das aerodynamische Potenzial des Nitrogen Pro: Selbst bei böigem Seitenwind blieb das Handling stets stabil und berechenbar. Die 65 Millimeter hohen Felgen erwiesen sich als nur wenig seitenwindanfällig und boten bei entsprechenden Windverhältnissen einen spürbaren „Segeleffekt“.
Bereits frühere Generationen des Nitrogen standen für High-End-Aerodynamik. Bei der Entwicklung des neuen Nitrogen Pro verfolgten die Argon-18-Ingenieure jedoch ein ganzheitliches Konzept: Jedes Detail – von der Rahmengeometrie über das Cockpit bis hin zu den Laufrädern – wurde möglichst optimal aufeinander abgestimmt.
Das Ziel war es, ein Rennrad zu bauen, das nicht nur im Windkanal mit Bestwerten punktet, sondern vor allem unter realen Bedingungen im Straßeneinsatz überzeugt. „Ein klassisches Entwicklungsmodell reicht nicht aus, um das schnellste Bike der Welt zu bauen“, erklärt Vincent Lemay aus der Forschung & Entwicklung. „Wir haben ein komplettes Ökosystem entwickelt, in dem Rahmen, Komponenten und Fahrer perfekt harmonieren.“

Die Atten x Scope-Artech-6.A+-Laufräder wiegen nur 1320 Gramm.
Laufräder & Reifen
Eine zentrale Rolle in der Entwicklung des Nitrogen Pro spielt mit „Atten“ – dänisch: achtzehn – das hauseigene Technologie-Labor des Herstellers. Hier entstanden in enger Zusammenarbeit mit den niederländischen Laufradspezialisten Scope die Atten x Scope-Artech-6.A+-Laufräder. Sie sind speziell auf die 30 Millimeter breite Version der Vittoria-Corsa-Pro-Reifen abgestimmt und sollen die Parameter Aerodynamik, Stabilität, Komfort und Seitenwindresistenz vereinen. Mit einem Gewicht von 1320 Gramm sind sie in Relation zur Felgenhöhe extrem leicht. Im Test boten die Vittoria-Pneus auf verschiedenen Untergründen einen guten Kompromiss aus geringem Rollwiderstand, Grip und Dämpfungskomfort. Maximal passen bis zu 34 Millimeter breite Reifen in Rahmen und Gabel. Tubeless und mit geringerem Luftdruck gefahren, können sie den Dämpfungskomfort noch weiter erhöhen.

Die Flaschenhalter sind strömungsgünstig in die Rahmenrohre integriert.
Cockpit & Geometrie
Ergänzt wird das Aerodynamik-Paket durch speziell designte Flaschenhalter, die den Luftstrom effizient um das Unterrohr lenken sollen, sowie durch das einteilige und strömungsgünstig gestaltete Atten-CHB-01-Aero-Carbon-Cockpit. Bei unserer Testgröße M ist es im Oberlenker 380 Millimeter breit und bringt den Fahrer in eine aerodynamisch günstige Position, ohne den Komfort zu vernachlässigen. Der Unterlenker bietet einen leichten Flare, was die Kontrollierbarkeit bei hohen Geschwindigkeiten und in schnellen, kurvigen Abfahrten erhöht.
Hinsichtlich der Geometrie behält Argon im Vergleich zum Aero-Allround-Modell Sum Pro die Lenk- und Sitzwinkel, die Kettenstrebenlänge und den Radstand bei. Stack und Reach wuchsen um wenige Millimeter. Das Verhältnis in Größe M beträgt 1,42. Man sitzt recht sportiv, leicht gestreckt, aber nur wenig überhöht auf dem Nitrogen. Trotz der hohen Rahmensteifigkeit dämpft das Nitrogen Pro Bodenunebenheiten und Vibrationen spürbar. Dieser Kompromiss ist Argon 18 extrem gut gelungen.

Wir fuhren das neue Argon Nitrogen Pro bei seiner Präsentation in Dänemark.
Ausstattung & Ausrichtung
Unser Testmodell, das Nitrogen Pro in der Farbe „Aurora Charcoal“, ist extrem hochwertig ausgestattet. Die Tret- und Steuerlager kommen von Ceramicspeed und sollen Leichtlauf mit Langlebigkeit verbinden. Die elektronische Sram-Red-AXS-Gruppe inklusive Powermeter überzeugte – wie gewohnt – durch schnelle Gangwechsel und die Top-Ergonomie der Brems-Schaltgriffe. Extra Lob vergab unsere Testerin für die Dosierbarkeit der Red-Bremsen in Kombination mit einer 160-Millimeter-Disc vorn und einer 140er hinten. Die Übersetzung ist mit 48/35 vorne und einer 10-33-Kassette recht sportiv und für den Testparcours in Dänemark ausgewogen gewählt. Bergfahrer könnten hingegen etwas leichtere Gänge vermissen. Die Agilität und die Beschleunigung sind auf einem Top-Niveau. Mitverantwortlich dafür ist neben der hohen Rahmensteifigkeit das geringe Gesamtgewicht von unter sieben Kilogramm beim Top-Modell.

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Größen & Preise
Erhältlich ist neue Argon 18 in sechs Größen von XXS bis XL, drei Farben, als Nitrogen und Nitrogen Pro. Beide Versionen unterscheiden sich hinsichtlich des Carbon-Layups und in Ausstattungsdetails. Das Modell ist ab November lieferbar. Vorbestellungen werden jetzt schon angenommen.
Alle Modelle, Ausstattungen und Preise:
– Argon 18 Nitrogen mit Shimano 105 Di2: 5595 Euro
– Argon 18 Nitrogen mit Ultegra Di2: 7795 Euro
– Argon 18 Nitrogen mit Sram Force AXS: 8595 Euro
– Argon 18 Nitrogen Pro mit Ultegra Di2: 10.995 Euro
– Argon 18 Nitrogen Pro mit Shimano Dura-Ace Di2: 13.495 Euro
– Argon 18 Nitrogen Pro mit Sram Red AXS: 13.995 Euro
Fazit:
Das Nitrogen Pro zeigt, wie weit Aero-Systemintegration heute gehen kann: Es vereint Geschwindigkeit und „Real-World“-Performance mit Agilität, Laufruhe und einem guten Fahrkomfort. Einen ausführlichen Dauer-Praxis-Test lesen Sie in einer der kommenden RennRad-Ausgaben.
Mehr Informationen zum neuen Argon 18 Nitrogen Pro finden Sie hier:

Das Argon 18 Nitrogen Pro mit Sram Red AXS kostet 13.995 Euro
