Aluminium-Rennräder, Test
Aluminium-Rennräder im Test: 7 Alu-Räder – noch zeitgemäß oder überholt?

Leichtmetall

Aluminium-Rennräder im Test: 7 Alu-Räder – noch zeitgemäß oder überholt?

Sind Aluminium-Rennräder noch zeitgemäß? Das zeigt der RennRad-Test: Sieben Räder von 650 bis 1899 Euro unter unserer Lupe.
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Wir leben im Carbon-Zeitalter – wer kauft sich da noch ein Rennrad aus Metall? Genauer: Aus dem Leichtmetall Aluminium? Carbonrahmen wurden längst zur Massenware, längst überwiegen sie auch in den günstigeren Rennrad-Preisklassen. Was spricht demnach noch für Aluminium-Rennräder? Einiges. Die Robustheit vor allem. Die Dauerhaltbarkeit und teilweise auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Aluminium-Rennräder: Diese Räder haben wir getestet

Marke Modell UVP Prädikat
Triban RC500 650 Euro
Radon R1 899 Euro
Canyon Endurace AL Disc 1799 Euro Preis-Leistung
ROSE Pro SL Disc Ultegra 1799 Euro Kauf-Tipp
Specialized Allez Sprint Comp 1849 Euro
Storck Visioner G1 1899 Euro Race-Tipp
Canyon Grail AL 7.0 1499 Euro Preis-Leistung

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Einst verdrängte Alu den Stahl als domierenden Werkstoff des Rahmenbaus. Aluminium hat eine geringere Dichte als Stahl, es ist also leichter – aber es hat auch eine geringere Elastizität, weshalb die Rahmen in der Regel größere Rohrdurchmesser haben, um auf ähnliche Festigkeitswerte zu kommen. Der Schweißprozess ist ebenfalls aufwendiger. Der Zusatz von Scandium in eine Alulegierung kann die Zugfestigkeit des Materials um bis zu 20 Prozent erhöhen. Allerdings haben Rahmen aus einer solchen Legierung oftmals klare Schwächen bei der Steifigkeit.

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Mehr Komfort

Die Vibrationsdämpfung von Aluminium ist schlechter als bei Carbon oder Titan, was beim Fahren unangenehm werden kann. Doch gerade beim Thema Komfort hat sich bei den Rädern unseres Testfeldes viel getan. Dies hängt jedoch auch damit zusammen, dass viele Hersteller bei der Ausstattung ihrer Räder nun mehr Wert auf einen gewissen Flex beziehunsweise Dämpfungskomfort legen – gerade die Reifen, die Gabel und die Sattelstütze können einen großen Teil zum Komfortgewinn beitragen.

Schon 2012 begann das kleine Comeback des Aluminiums: Neue Legierungen wie etwa die 6069 machten es möglich. Cannondale setzte dieses Material für den heute bereits legendären CAAD-10-Rahmen ein – und erreichte so Rahmengewichte von teils deutlich unter 1200 Gramm. Nicht nur beim Material, vor allem bei den Legierungen, gab es Fortschritte: So können heute etwa deutlich dünnere Rohre miteinander verbunden werden als früher. Auch die Herstellungs- und Schweißverfahren wurden verbessert. Häufig kommt bei der Herstellung auch das sogenannte Hydroforming zum Einsatz: Die Rohre werden von innen durch mit Hochdruck eingepresstes heißes Öl geformt. Die wohl radikalste Veränderung führte Specialized ein: Ein neues patentiertes Schweißverfahren namens Smartweld – bei dem die Schweißnähte nicht an den üblichen Stellen der höchsten mechanischen Belastung sitzen, sondern weiter in Richtung Rohrmitte.

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Sportlichkeit & Agilität

Dies soll vor allem die Steifigkeit verbessern. Im RennRad-Test zeigte sich: Das getestete Specialized Allez erfüllte die hohen Erwartungen. Von der Steifigkeit und der Fahrperformance her sind keine Unterschiede zu vergleichbaren Carbonrahmen festzustellen. Das Allez ist extrem agil und voll renntauglich. In eine ähnliche Richtung – Agilität, Steifigkeit, Sportlichkeit – wurden auch andere Modelle dieses Testfeldes entwickelt, etwa das Storck Visioner, an dessen Rahmen auch sofort die sehr hohe Verwindungssteifigkeit auffällt. Am anderen Spektrum der Rad-Auslegung, mehr beim Fahrkomfort, ist etwa das Canyon Endurace angesiedelt.

Der Rahmen, die VCLS-Technologie der Sattelstütze und die moderate, ausgewogene Sitzposition sorgen für einen hohen Komfortfaktor und eine angenehme Laufruhe. Das günstigste Rad im Test kommt vom Versandhändler Decathlon. Das Triban RC500 bietet für einen Gesamtpreis von 650 Euro auch die Möglichkeit, Schutzbleche und Gepäckträger anzubringen. Das Modell kann somit auch als Reise- und Pendlerrad genutzt werden. Auch das getestete Radon R1 bleibt mit seinem Preis von 899 Euro deutlich unter der 1000-Euro-Marke. Natürlich ist es mit seinen 8,8 Kilogramm kein Leichtgewicht. Doch mit seiner kompletten 105er-Gruppe bietet es extrem viel Rennrad fürs Geld.

Alle Inhalte der RennRad 8/2019 auf einen Blick gibt es hier.

Aluminium-Rennräder im Test: Die getesteten Räder in der Bildergalerie

Triban RC500

Triban RC500

Radon R1

Radon R1

Canyon Endurace AL Disc 8.0

Canyon Endurace AL Disc 8.0

ROSE Pro SL Disc Ultegra

ROSE Pro SL Disc Ultegra

Specialized Allez Sprint Comp

Specialized Allez Sprint Comp

Storck Visioner G1

Storck Visioner G1

Canyon Grail AL 7.0

Canyon Grail AL 7.0


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