Sportbekleidung made in Austria/Europe
Löffler: Österreichs Top-Hersteller für Sportbekleidung – Einblicke
in Test & Technik
Der Markt für Sportbekleidung ist schnelllebig, globalisiert und von immer kürzeren Produktzyklen geprägt. In diesem Umfeld verfolgt der österreichische Hersteller Löffler seit Jahrzehnten einen konsequent anderen Ansatz: Die Entwicklung, die Stoffproduktion, der Zuschnitt und ein Großteil der Konfektion finden bis heute in Ried im Innkreis statt. Statt modischer Effekte stehen die Funktion, die Langlebigkeit und der messbare Nutzen im Fokus – Werte, die besonders im Rennrad- und Ausdauersport zählen.
Gründung & Geschichte
Die Geschichte von Löffler beginnt in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Elfriede Löffler gründet 1946/47 in einem angemieteten Gasthaussaal in Ried im Innkreis eine kleine Näherei. Stoff ist Mangelware, Strom ebenfalls – genäht wird häufig nachts. Aus aufgetrennten Wehrmachtsdecken entstehen Hemden, Socken und Strümpfe, die aufgrund der Versorgungslage rasch Abnehmer finden.
Aus dem improvisierten Beginn entwickelt sich schnell ein wachsender Textilbetrieb. Doch wirtschaftliche Schwierigkeiten führen Anfang der 1970er-Jahre an den Rand des Scheiterns. 1973 übernimmt der Skisporthersteller Fischer Sports das Unternehmen – ein Schritt, der rückblickend nicht nur die Rettung bedeutet, sondern den eigentlichen Startpunkt der heutigen Marke Löffler markiert.

Das Löffler-Firmengebäude im österreichischen Ried im Innkreis.
Technologien & Einstzbereiche
Mit der Entwicklung der transtex-Technologie ab 1976 gelingt Löffler ein technologischer Durchbruch, der die Marke bis heute prägt. Während Funktionsbekleidung in den 1970er-Jahren noch weitgehend aus klassischen Naturfasern oder schwerer Synthetik besteht, verfolgt Löffler erstmals einen systematischen, physikalischen Ansatz: Nicht das bloße Isolieren, sondern der aktive Transport von Feuchtigkeit soll die Leistungsfähigkeit des Körpers unterstützen.
Das Grundprinzip von transtex basiert auf einem gezielten Kapillar- und Faseraufbau. Unterschiedlich konstruierte Faserstrukturen auf der Haut- und Außenseite sorgen dafür, dass Schweiß schnell von der Haut weggeleitet und nach außen verteilt wird. Die Haut bleibt dadurch trocken, während Feuchtigkeit großflächig verdunsten kann. Dieser Effekt wirkt unabhängig von Membranen oder chemischen Beschichtungen – ein entscheidender Vorteil in Sachen Langlebigkeit und Pflege.
Gerade im Ausdauer- und Wintersport, wo eine hohe Eigenwärme auf eine kalte Umgebung trifft, zeigt sich der Nutzen besonders deutlich. Bleibt Feuchtigkeit auf der Haut, kühlt der Körper schnell aus. transtex verhindert diesen Effekt, indem es den Schweißtransport bereits in der ersten Bekleidungsschicht übernimmt. Das Ergebnis ist ein stabileres Körperklima – sowohl bei intensiven Belastungen als auch in Erholungsphasen.

Löffler-Rundstrickmaschinen in Ried im Innkreis.
Schichten & Anforderungen
Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Mehrschicht-Logik, die Löffler früh etabliert. transtex ist nicht als isolierende Außenschicht gedacht, sondern als funktionale Basis im Bekleidungssystem. Je nach dem Einsatzbereich wird das Material mit wärmenden oder schützenden Schichten kombiniert. Dieses Prinzip – heute als Layering selbstverständlich – wird bei Löffler bereits Jahrzehnte früher konsequent umgesetzt.
Im Laufe der Jahre entwickelt Löffler transtex kontinuierlich weiter. Unterschiedliche Gewichtsklassen ermöglichen den Einsatz vom hochintensiven Sommertraining bis zum winterlichen Ski-Langlauf oder Radtraining bei Minusgraden. Varianten wie „transtex light“, „transtex warm“ oder Mischungen mit Merinofasern und TENCEL erweitern das Einsatzspektrum, ohne das Grundprinzip zu verändern: Feuchtigkeit wird aktiv bewegt, nicht eingeschlossen.
Für den Radsport ist diese Philosophie besonders relevant. Lange Belastungen, wechselnde Intensitäten und der Fahrtwind stellen hohe Anforderungen an die erste Bekleidungsschicht. transtex-Baselayer sorgen dafür, dass der Körper auch nach harten Intervallen nicht auskühlt und überschüssige Wärme kontrolliert abgeführt wird – ein Vorteil, der sich auf langen Trainingsfahrten und im Winterbetrieb unmittelbar bemerkbar macht.

Bekleidungsgestaltug mit Auszubildenden in Ried im Innkreis.
Atmungsaktivität & Langlebigkeit
Bemerkenswert ist, dass Löffler bis heute bewusst auf den Einsatz klassischer Membranen oder Beschichtungen in transtex verzichtet. Die Funktion entsteht ausschließlich durch Materialphysik und textile Konstruktion. Dadurch bleibt das Material dauerhaft atmungsaktiv, verliert seine Eigenschaften nicht durch Abnutzung und ist vergleichsweise pflegeleicht. Ein Ansatz, der im Zeitalter kurzlebiger Hightech-Lösungen fast schon ungewöhnlich wirkt.
transtex ist damit weniger ein einzelnes Produkt als vielmehr ein technologisches Konzept, das seit fast fünf Jahrzehnten kontinuierlich verfeinert wird. Es bildet das Fundament vieler Löffler-Kollektionen – vom Spitzensport im Wintersport über den ambitionierten Radsport bis hin zum ganzjährigen Training im Alltag.

Einblicke in die Näherei in Ried im Innkreis.
Partnerschaften & Athleten
Bereits 1979 wird Löffler Partner des Österreichischen Skiverbands, ÖSV. Über Jahrzehnte hinweg tragen Athleten wie Hermann Maier, Marcel Hirscher, Anna Veith, Gregor Schlierenzauer oder Magdalena Neuner Funktionsunterwäsche und Rennbekleidung aus Ried im Innkreis.
Gerade im nordischen Skisport, Biathlon und Skispringen sind die Anforderungen extrem: hohe Intensität, große Temperaturschwankungen, lange Belastungszeiten. Der Spitzensport dient Löffler dabei weniger als Schaufenster, sondern als realer Belastungstest, dessen Erkenntnisse direkt in Serienprodukte einfließen – auch für den Radsport.
Radsport: Langstrecke & Komfort
Mit der ersten Radkollektion 1981 wird der Radsport ein fester Bestandteil des Sortiments. Anders als viele Marken orientiert sich Löffler dabei nicht primär an Trends, sondern an der Frage: Wie verhält sich Bekleidung nach fünf, sechs oder acht Stunden im Sattel?
Ein zentrales Entwicklungsthema sind Bibshorts und Sitzpolster. Löffler setzt hier auf mehrlagige, ergonomisch aufgebaute Polster mit differenzierten Dämpfungszonen. Das Ziel ist nicht die maximale Weichheit, sondern eine langfristige Druckverteilung und Formstabilität.
Die Polster sind auf unterschiedliche Einsatzbereiche abgestimmt – vom intensiven Training bis zur Langstrecke. Besonders relevant ist dabei die Dauerhaltbarkeit: Die Materialien sollen auch nach vielen Waschgängen ihre Struktur behalten und nicht „zusammenfallen“. Für Vielfahrer und Pendler ist das oft wichtiger als das letzte Gramm Gewicht.

Auch das Design für den Digitaldruck wird in Ried im Innkreis erstellt.
Ultraschall & Nähte
Mit der hotBOND-Technologie geht Löffler einen eigenen Weg in der Verarbeitung. Statt klassischer Nähte werden Stoffbahnen per Ultraschall verschweißt. Das Ergebnis sind flache, elastische Übergänge ohne Nahtwülste – besonders an sensiblen Stellen wie im Schritt, an den Beinabschlüssen oder Trägeransätzen.
Für Bibshorts bedeutet das: weniger Reibung, weniger Druckstellen und ein konstanter Sitz auch bei einer hohen Trittfrequenz. Gerade auf langen Distanzen oder bei einer aggressiven Sitzposition macht sich dieser Unterschied bemerkbar.
Aerodynamik & Komfort
Im modernen Rennradsport wird die Aerodynamik oft über alles gestellt. Löffler verfolgt hier einen differenzierten Ansatz: Die Aerodynamik ist nur dann auch sinnvoll, wenn der Komfort und die Thermoregulation nicht leiden.
Eng anliegende Schnitte, glatte Stoffoberflächen und reduzierte Nähte tragen zur Aerodynamik bei – doch der Fokus bleibt auf einem gleichmäßigen Druck, einer hohen Bewegungsfreiheit und dem Temperaturmanagement. Besonders auf Langstrecken, im Training oder bei wechselnden Bedingungen entscheidet nicht der theoretische cW-Wert, sondern die Fähigkeit, die Position über Stunden zu halten.

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Gravel & Wintertraining
Mit dem wachsenden Gravel-Segment erweitert Löffler seine Bike-Kollektion gezielt – allerdings nicht als modische Spielart des Rennradsports, sondern als konsequente Fortsetzung des Ausdauer-Gedankens. Gravel-Fahrten sind in der Regel länger, weniger vorhersehbar und finden häufig abseits standardisierter Trainingsbedingungen statt. Genau darauf sind der Schnitt, die Materialwahl und die Konstruktion ausgelegt.
Im Vordergrund stehen robustere Stoffe, die nicht auf eine maximale Gewichtsersparnis optimiert sind, sondern auf eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Schmutz, Staub und mechanischer Belastung. Ergänzt werden diese durch etwas entspanntere Schnitte, die mehr Bewegungsfreiheit zulassen und auch bei wechselnder Sitzposition – etwa im Wiegetritt auf losem Untergrund – stabil bleiben.
Ein zentraler Aspekt ist das Temperatur- und Feuchtigkeitsmanagement bei wechselnden Intensitäten. Graveln ist selten gleichmäßig: Lange Anstiege wechseln mit kühlen Abfahrten, hohe Belastungen mit längeren Rollpassagen. Löffler setzt hier bewusst auf ein System aus funktionellen Baselayern und atmungsaktiven Außenschichten, das sich anpassen kann, ohne permanent die Bekleidung wechseln zu müssen.
Besonders deutlich wird dieser Ansatz beim Wintertraining auf dem Rad. Hier profitiert Löffler unmittelbar vom jahrzehntelangen Know-how aus dem nordischen Skisport. Disziplinen wie Ski-Langlauf oder Biathlon stellen ähnliche Anforderungen wie das winterliche Radtraining: hohe Intensitäten bei einer gleichzeitig kalten Umgebung, kombiniert mit Fahrtwind und langen Belastungszeiten.
Kombinationen aus transtex-Baselayern, windabweisenden Frontmaterialien und atmungsaktiven Rückseiten sorgen dafür, dass Wärme dort gehalten wird, wo sie benötigt wird, während überschüssige Hitze kontrolliert entweichen kann. Gerade bei einem harten Intervalltraining oder langen Grundlagenfahrten im Winter entsteht so ein deutlich stabileres Körperklima als mit rein isolierenden Lösungen.

Einblicke in die Strickerei in Ried im Innkreis.
Passformen & Schnitte
Auch die Passform spielt im Winter eine entscheidende Rolle. Die Bekleidung muss mehrere Schichten ermöglichen, ohne einzuengen oder Druckpunkte zu erzeugen. Löffler setzt hier auf funktionale, sportliche Schnitte, die ausreichend Platz für ein funktionales Layering-System bieten und dennoch aerodynamisch sinnvoll bleiben – ein Kompromiss, der im Trainingsalltag wichtiger ist als eine maximale Race-Optimierung.
Gravel-Einsätze und das Wintertraining zeigen damit exemplarisch, wofür Löffler im Radsport steht: Bekleidung für reale Bedingungen, für lange Tage im Sattel, kozipiert für Athleten, die nicht nur bei idealem Wetter trainieren. Die Funktion entsteht hier nicht aus einer Spezialisierung um jeden Preis, sondern aus Erfahrung, Materialverständnis und einem klaren Fokus auf Ausdauersportarten.

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Produktionstiefe & Qualität
Rund 70 Prozent der Stoffe entstehen in der hauseigenen Strickerei in Ried im Innkreis. Die Entwicklung, der Zuschnitt, die Konfektion und die Qualitätskontrolle sind größtenteils am Stammsitz angesiedelt. Ergänzt wird die Struktur durch eine Tochtergesellschaft im bulgarischen Tryavna, die unter Löffler-Standards arbeitet.
Diese Nähe zur Produktion ermöglicht kurze Entwicklungswege, eine konsequente Qualitätskontrolle und eine Transparenz, die in der Textilindustrie selten geworden ist.
Innovationen & Weiterentwicklungen
Auch nach dem Marken-Relaunch 2015 bleibt Löffler innovativ – jedoch ohne laute Inszenierungen oder kurzlebige Schlagworte. Die Weiterentwicklung erfolgt evolutionär und orientiert sich an realen Einsatzbedingungen. Neue transtex-Varianten wurden hinsichtlich Gewicht, Elastizität und Materialkombinationen verfeinert, ohne das grundlegende Funktionsprinzip zu verändern. Das Ziel ist keine maximale Spezialisierung, sondern eine noch breitere Einsatzfähigkeit über Jahreszeiten und Sportarten hinweg.

Top: Löffler bietet für seine Produkte einen Reparatur-Service an.
Mit „hotBOND reflective“ überträgt Löffler die nahtlose Verarbeitung konsequent in den Bereich Sichtbarkeit und Sicherheit. Reflektierende Elemente werden nicht aufgenäht oder gedruckt, sondern in die Materialkonstruktion integriert – ohne zusätzliche Nähte, ohne Einschränkungen der Elastizität. Funktionale Details entstehen hier nicht als Add-on, sondern als Teil der Konstruktion.
Parallel dazu wurde die Produktionstiefe weiter ausgebaut. Vollständig rückverfolgbare Lieferketten, der hohe Anteil der eigenen Stoffproduktion in Ried im Innkreis und eine klare Nachhaltigkeitsstrategie prägen die jüngeren Jahre. Statt schneller Modellwechsel stehen die Haltbarkeit, Reparierbarkeit und langfristige Nutzung im Vordergrund – insbesondere bei Produkten wie Bibshorts, Winterbekleidung und Funktionsunterwäsche, die im Trainingsalltag stark beansprucht werden.
Dieser Ansatz wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, zeigt seine Stärke jedoch dort, wo Bekleidung über Jahre hinweg funktionieren muss: im täglichen Training, auf der Langstrecke und unter wechselnden Bedingungen. Innovation bedeutet bei Löffler nicht den radikalen Bruch, sondern kontinuierliche Verbesserungen – getragen von Erfahrung, Materialverständnis und Praxisnähe.

Einblicke in die Druckerei in Ried im Innkreis.
Spitzen- & Ausdauersport
Gerade diese Nähe zur Praxis verbindet Löffler seit jeher mit dem Spitzensport. Über Jahrzehnte hinweg diente der Wintersport als Prüfstand für Materialien, Schnitte und Konstruktionen – und liefert bis heute Impulse für den Radsport. Einer, der beide Welten kennt, ist Dominik Landertinger.
Der ehemalige Biathlet Dominik Landertinger gehörte über Jahre zur internationalen Spitze, trainierte unter extremen klimatischen Bedingungen und war auf funktionierende, verlässliche Bekleidung angewiesen. Heute ist er ambitionierter Hobbyradsportler – und erlebt die gleichen Herausforderungen aus einer neuen Perspektive.
Gerade beim Wintertraining, bei Gravel-Touren und auf langen Strecken zeigt sich, wie wichtig atmungsaktive Baselayer, windabweisende Schichten und durchdachte Schnittführung sind – Prinzipien, die Landertinger seit seiner Profi-Zeit kennt und auch auf dem Rad konsequent umsetzt.
Im folgenden Interview berichtet Dominik Landertinger, wie er die Erfahrungen aus dem Weltcup-Alltag auf das Hobby-Radtraining überträgt, welche Rolle ein funktionales Layering-System, der Sitzkomfort und die Materialwahl für ihn spielen und warum hochwertige Funktionsbekleidung auch auf langen Touren und unter extremen Bedingungen den Unterschied macht.
RennRad: Auf wie viele Jahreskilometer kommst Du im Jahr – sowohl auf Skiern als auch auf dem Rad?
Dominik Landertinger: Momentan bin ich auf Skiern eher weniger unterwegs. Ich gehe mehr auf Tourenski, Ski-Langlauf mache ich dagegen zurzeit eher wenig. Das liegt daran, dass ich während meiner Profi-Karriere extrem viel Langlauf gemacht habe und mir die Abwechslung durch Tourenski jetzt eifach besser bekommt. Auf dem Rad fahre ich im Sommer rund 4000 Kilometer. Im Winter nutze ich zusätzlich den Ergometer und trainiere fast wöchentlich zwei bis drei Mal indoor. Das hilft mir, gut in die Saison zu starten. Dieses Jahr war ich bis Anfang November draußen auf dem Rad unterwegs – danach ging es indoor weiter.
Wie bist Du dazu gekommen, nach Deiner Biathlon-Karriere an Radmarathons teilzunehmen?
Als Profisportler habe ich sehr viel mit dem Rad trainiert. Am 1. Mai war immer der Trainingstart. Bis August wurde dann immer mit dem Mountainbike und Rennrad traininiert. Teilweise ging es dann auch mal für ein Trainingslager nach Mallorca und es kamen insesamt 38 Stunden in einer Woche mit dem Rennrad zusammen. Radfahren ist ein super Trainingsmittel für Profi-Langläufer. Man kann mit dem Rad zudem die Regeneration fördern Radsport schont die Gelenke und ist dennoch super für die Ausdauer. Im Winter kann man auf einem Rollentrainer oder Ergometer trainieren. Ich habe den Radsport schon immer gemacht und der Ötztaler Radmarathon war ein Ziel, das ich mir nach meiner Karriere gesetzt habe.
An welchen Radmarathons hast Du bereits teilgenommen und welche hast Du noch geplant?
Ich bin den Ötztaler Radmarathon bereits zwei Mal gefahren. In meiner Jugend habe ich immer wieder an Mountainbike-Rennen teilgenommen. In Zukunft will ich unbedingt noch beim Maratona dles Dolomites und bei der Salzkammergut Trophy dabei sein.

Dominik Landertinger beim Ötztaler Radmarathon
Wie viele Stunden pro Woche trainierst Du aktuell und welche Einheiten auf dem Rad sind für Dich am wichtigsten?
Während meiner Profi-Zeit habe ich wöchentlich zwischen 20 und 30 Stunden trainiert, aufgeteilt auf Radfahren, Skirollern und Laufen. Im Frühjahr entfiel etwa ein Drittel – manchmal sogar mehr – auf das Radtraining. Insgesamt kam ich in den besten Saisons auf rund 680 bis 830 Netto-Stunden pro Jahr. Mit etwa 680 Stunden habe ich meine besten Ergebnisse erzielt. Dabei zeigt sich für mich: Es geht nicht nur um den Trainingsumfang, sondern vor allem um die Qualität. Heute als Hobbysportler trainiere ich ungefähr zehn Stunden pro Woche.
Welche Vorteile hast Du als Wintersportler und ehemaliger Ski-Langläufer im Radsport?
Durch den Radsport habe ich mir eine sehr gute Grundlagenausdauer aufgebaut, die während meiner Profi-Zeit im Wintersport extrem wichtig war. Radfahren ist zudem sehr schonend für den Bewegungsapparat, stärkt das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel und ermöglicht gleichzeitig langanhaltende Ausdauerleistungen. Rennradfahren ist ideal, um die Ausdauer zu trainieren, besonders auf flachen Strecken. Mit dem Mountainbike hingegen trainiert man durch die steilen Anstiege und Trails bergab auch die Kraft – das ist besonders wertvoll für den Oberkörper und die hohe Belastung der Beinen wirkt sich auch positiv auf das Skating im Ski-Langlauf aus.
Du lebst in Fieberbrunn in Tirol – was bietet die Region aus Deiner Sicht speziell für Radsportler?
Die Region ist ein echtes Paradies. Im Winter eignet sich die Region perfekt für Skitouren. Im Sommer bieten das Pillerseetal und die umliegenden Berge großartige Möglichkeiten für intensive Mountainbike-Touren: Es gibt gefühlt endlose Trails, einsame Wege und tolle Abfahrten. Rennradfahrer finden hier ebenfalls abwechslungsreiche Strecken, sei es das Kitzbüheler Horn oder Touren Richtung Bayern – landschaftlich sind diese sehr reizvoll.
Wie lange nutzt Du bereits die Produkte von Löffler, und welche Vorteile bieten sie Dir als Radsportler?
Ich trage Löffler seit ich zehn Jahre alt bin und habe seitdem nie andere Sportbekleidung ausprobiert. Besonders bei extremen Temperaturen ist die richtige Ausrüstung entscheidend – ansonsten kühlt man aus und hat keine Chance im Rennen. In Russland bei -20 Grad war das für mich ein Schlüsselmoment: Während viele andere mit der Kälte kämpften, hatte ich die Windstopper-Unterwäsche von Löffler an und konnte meine Leistung relativ problemlos abrufen. Das hat mir gezeigt, welchen Einfluss die richtige Bekleidung haben kann. Auch beim Ötztaler Radmarathon spielte bei meinen beiden Teilnahmen die Kälte eine Rolle: Die Löffler-Regenjacke hat mich trocken gehalten, und die Thermo-Radhose war perfekt. Gerade bei niedrigen Temperaturen und Regen sind für mich diese beiden Löffler-Produkte generell unverzichtbar.
Wie hoch war während Deiner Biathlon-Karriere Dein Trainingsanteil auf dem Rad?
Über das ganze Jahr verteilt, hat das Training auf dem Rad etwas mehr als ein Drittel des Gesamtumfangs ausgemacht.
Was macht Dir mehr zu schaffen – Hitze oder Kälte? Und wie passt Du Deine Bekleidung jeweils an? Reichen Dir zum Beispiel bei einstelligen Temperaturen Armlinge oder eine Windweste?
Kälte macht mir eindeutig mehr zu schaffen. Dann greife ich direkt zu einer langen Unterhose und entsprechender Oberbekleidung, um nicht auszukühlen. Hitze sehe ich dagegen eher entspannt – da braucht man weniger, und man kann eigentlich nur versuchen, leicht und atmungsaktiv gekleidet zu sein. Bei besonders heißen Läufen reicht mir zum Beispiel ein dünnes, weißes Löffler-Shirt völlig aus.

Dominik Landertinger beim Ski-Langlauf
Was empfindest Du als härter: Ski-Langlauf oder Radsport?
Das ist schwer zu sagen, beide Sportarten schenken sich nicht viel. Radfahren ist stärker auf die Ausdauer fokussiert, während Ski-Langlauf mehr Kraft-Ausdauer erfordert, besonders im Oberkörper. Beides sind Hochleistungsausdauersportarten, bei denen es darauf ankommt, die eigenen Grenzen zu überwinden. Sowohl Ski-Langlauf als auch Rennradfahren am Limit sind extrem hart. Im Ausdauersport geht es immer wieder darum, Schmerzen zu überwinden und an die eigenen Grenzen zu gehen. Der Ötztaler Radmarathon ist für mich vergleichbar mit dem 90 Kilometer langen Wasalauf in Schweden – einem extrem harten Ski-Langlauf-Rennen. Besonders das Timmelsjoch fand ich unfassbar zäh und grauslich: Hier entscheidet am Ende auch der Kopf. Man fühlt sich richtig leer und mental wird es extrem fordernd. Wenn man es dann schafft, ist das Erfolgserlebnis riesig – aber geschenkt bekommt man hier nichts.
Welche Leistungsparameter sind im Radsport beziehungsweise Ski-Langlauf für Dich am wichtigsten und wie trainierst Du diese jeweils spezifisch?
Entscheidend im Hochleistungsausdauersport – sowohl im Ski-Langlauf als auch im Radsport – ist die VO2max. Ebenso wichtig sind aber auch die Schwellenleistungen im aeroben und anaeroben Bereich, die man über Laktatstufentests und eine Spiroergometrie genau bestimmen kann. Diese Tests zeigen, welche Leistungsbereiche trainiert werden müssen und ermöglichen eine gezielte Verbesserung. Beim Radfahren arbeite ich nach den Ergebnissen des Laktattests: Ich trainiere über zwei Monate bis maximal zehn Wochen genau in diesen Bereichen, bis sich eine Rechtsverschiebung der Leistungsbereiche zeigt. Zum Beispiel: Wenn ich zunächst 280 Watt im Schwellenbereich halten kann, versuche ich danach auf 300 Watt zu gehen, um die Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit zu verbessern. Während meiner Profi-Zeit lief das ähnlich, nur dass Tests nicht auf dem Ergometer, sondern auf dem Laufband oder in skating-spezifischen Tests durchgeführt wurden. Zuerst muss aber immer die Grundlagenausdauer sehr gut sein, bevor man gezielt die anaerobe Kapazität und VO2max steigern kann. Natürlich spielt auch die Genetik eine Rolle – man kann vieles trainieren, aber nicht alles ist beeinflussbar. Ich habe meine Trainingspläne immer selbst erstellt und individuell angepasst, sowohl als Profi als auch heute noch.
Wie sieht Deine Ernährungsstrategie im Training und bei Radmarathons aus?
Im Training arbeite ich mit einem klar strukturierten Trainingszyklus: Drei Wochen mit hoher Belastung, gefolgt von einer Regenerationswoche, in der ich das Pensum um etwa 50 Prozent reduziere. Einen festen Ernährungsplan habe ich nicht, aber ich achte darauf, meine Ernährung an die Trainingsbelastung anzupassen. Bei intensiven Einheiten achte ich auf ausreichend Kalorien, im Krafttraining auf genügend Eiweiß. Aber natürlich ernähre ich mich sehr bewusst und gesund – ich folge nur keinen strikten Plänen oder Diäten. Es geht mir vor allem darum, meinen Körper optimal zu unterstützen.
Welche Ziele hast Du für das Jahr 2026?
Radtechnisch interessieren mich vor allem der Ötztaler Radmarathon – den möchte ich gerne wieder fahren – und der Kitzbüheler Radmarathon. Darüber hinaus plane ich im April die Teilnahme an einem Hyrox-Wettkampf in Warschau in Polen. Im Trail-Running reizt mich der Fieberbrunn KAT100, ein 170-Kilometer-Laufwettbewerb. Da würde ich gerne den kürzeren Speed Trail über 24 Kilometer mit vielen Höhenmetern laufen.
