Bryton Aero 60: Radsportcomputer im Test

Der Radsportcomputer Bryton Aero 60 soll Aerodynamik und Technik auf hohem Niveau verbinden – zu einem attraktiven Preis. Das Testergebnis.
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Aero 60: der Name verrät den Anspruch. Brytons neues Top-Modell soll nicht nur präzise und übersichtlich bei der Trainingssteuerung und Navigation unterstützen – sondern auch aerodynamisch vorteilhaft sein. Alle Informationen über den ersten Aero-Trainingscomputer des taiwanesischen Herstellers, der auch das erfolgreichste WorldTour-Team der Saison 2018 und des Saisonauftakts 2019, Deceuninck-Quick-Step, ausstattet. Das Testurteil über das Preis-Leistungsverhältnis, die Funktion und Zuverlässigkeit des Aero 60.

Aerodynamischer Radsportcomputer: Bryton Aero 60

Aerodynamik betrifft viele Bereiche des Radsports: Räder, Helme und Bekleidung werden zunehmend hinsichtlich eines möglichst geringen Luftwiderstandes entwickelt. Sitzpositionen werden ebenso hinsichtlich der Aerodynamik optimiert. Auch Fahrradcomputer sind häufig aerodynamisch günstig vor dem Vorbau montiert. So wird auch der Bryton Aero 60 mit einem „Aero Mount“ vor dem Lenker und dem Vorbau angebracht.

Der Bryton Aero 60 kann bis zu zehn Datenfelder gleichzeitig anzeigen.

Golfball-Dellen und Aero-Mount: Bryton Aero 60

Die vorne leicht spitz zulaufende Form soll den Luftstrom unten und oben am Computer und in der Folge auch über Lenker und Vorbau lenken. Zudem sollen Dellen wie an der Oberfläche eines Golfballes, sogenannte „dimples“, an der Unterseite des Gehäuses weiter aerodynamische Vorteile durch eine Regulierung des Luftstroms bieten.

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Sicherer Befestigung

Der Aero 60 wird nicht wie viele andere Computer per Vierteldrehung in die Halterung gebracht, sondern rastet in einer speziellen Schiene ein. Eine Befestigung per Gummizug auf dem Vorbau oder auf dem Lenker ist dadurch nicht möglich, aber das widerspräche auch den aerodynamischen Ansprüchen. Allerdings wird somit auch ein Wechseln des Gerätes zwischen unterschiedlichen Rädern aufwendiger.

Maße und Gewicht

Zur Sicherung kann der Aero 60 zusätzlich mit einem flexiblen Band am Lenker fixiert werden. Dieses ist am vorderen Ende des Gerätes angebracht. Mit einem Gewicht von 70 Gramm fällt der Aero 60 nicht negativ auf. Die Halterung bring es auf weitere 34 Gramm. Bei einer Display-Größe von 2,3 Zoll misst das Gerät 83,9 x 53,7 x 18,2 Millimeter.

Der Bryton Aero 60 wird aerodynamisch vor dem Vorbau platziert.

Bedienung und Haptik des Aero 60 von Bryton

Der Aero 60 ist über Tasten zu bedienen, die an den Seiten sowie am unteren Ende des Gerätes positioniert sind. Die Logik für Start, Stop und den Wechsel der Trainingsseiten ist schnell nachvollziehbar und verlässlich zu bedienen. Die während der Fahrt relevanten Tasten sind seitlich angebracht und auch mit langen Handschuhen leicht zu bedienen. Da Bryton auf ein Touchscreen-Display verzichtet, ist der Aero 60 auch bei Nässe oder bei starkem Schwitzen auf dem Rollentrainer gut zu bedienen.

Bluetooth und ANT+: Verbindungen und Sensoren des Bryton Aero 60

Zwischen zwei und zehn Datenfelder werden auf dem Display in Schwarz-Weiß-Darstellung angezeigt und sind auch dann gut abzulesen, wenn Sonnenlicht einfällt. Welche Daten auf den einzelnen Seiten angezeigt werden, lässt sich einfach und übersichtlich über die neue und bedienerfreundliche App Bryton Active einstellen, die per akkuschonendem Bluetooth Low Energy (BLE) mit dem Smartphone kommuniziert. Die Verbindung mit verschiedenen Powermetern und Sensoren für Herz- und Trittfrequenz war im Test einfach herzustellen und blieb stabil. Die Datenanzeige passte sich nachvollziehbar und schnell an.

An der rechten Seite des Bryton Aero 60 befinden sich der Start- und der Stop-Knopf.

Elektronische Schaltung

Zur Verwendung mit den elektronischen Schaltungen Sram eTap, Shimano Di2 oder Campagnolo EPS kann der Aero 60 mit der Schaltgruppe kommunizieren. So lassen sich am Display Informationen zur aktuellen Übersetzung, zu den Gängekombinationen sowie zum Akku-Ladestand darstellen.

Bryton Aero 60: Funktionen und Datenfelder

78 Funktionen bietet der Aero 60 bei der Darstellung: Neben den trainingsrelevanten Daten der Sensoren sind dies auch die klassischen Funktionen für Zeit, Stoppuhr, Rundenfunktion, Höhe, Temperatur und Kalorien. Wer mit Trainingsplänen und -programmen von TrainingPeaks trainiert, kann diese über die übersichtliche App Bryton Active auf den Aero 60 exportieren und die aktuellen Vorgaben detailliert am Bildschirm ablesen.

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Der Bryton Aero 60 wird in die Aero-Halterung eingerastet.

GPS und Navigation: Zuverlässigkeit des Aero 60

Die Geschwindigkeit kann sowohl über einen an der Nabe zu befestigenden Sensor erhoben werden als auch durch GPS mit umfassender Unterstützung durch die einzelnen internationalen GNSS-Satellitensysteme. Die Satellitenverbindung erwies sich als sehr stabil, auch in Gebäuden oder in Wäldern verloren wir das Signal im Test nicht. Zudem fand das Gerät das Signal nach dem Einschalten sofort, die Aufnahme konnte bei jeder Testfahrt umgehend gestartet werden.

Akkulaufzeit des Bryton Aero 60

Sehr überzeugend war die Akkulaufzeit. Bryton gibt sie mit bis zu 32 Stunden an. Im Test hielt der Akku stets mindestens drei umfangreiche Trainingstage mit Aktivierung verschiedener Sensoren durch, ohne dass die Akkuladung sich zu entleeren drohte. Für extrem lange Einsätze könnte das Gerät auch während der Aufzeichnung mit Energie aus einer Powerbank unterstützt werden.

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Daten und Synchronisierung: Aero 60

Nachdem man eine Einheit beendet hat, überträgt das Gerät die Daten per Bluetooth oder per WLAN in die verbundene App Bryton Active und von dort je nach gewählter Einstellung direkt in weitere Apps und Plattformen wie Strava, TrainingPeaks oder Selfloops. Im Testzeitraum funktionierten alle Verbindungen mit der neuen Bryton-Active-App zuverlässig und schnell – sowohl vom Gerät zur App, als auch von der App zu Strava.

Routen werden auf dem monochromen Display deutlich dargestellt.

GPS und Navigation mit dem Bryton Aero 60

Basierend auf Open-Street-Map-Karten (OSM) lässt sich auf einer einfachen, übersichtlichen Darstellung die aktuelle Position verfolgen. Die Navigation funktioniert über „turn-by-turn“ mit Pfeilen, die den Fahrtverlauf in einer Karte sowie die Abbiegehinweise mit Straßennamen und Entfernungsdetails vorgeben. Die Darstellung der Entfernungen ist nachvollziehbar, die aktuelle Position passt sich dank der starken Satellitenverbindung umgehend an. Strecken lassen sich in der Bryton-App planen oder importieren und mit dem Aero 60 synchronisieren.

Das Top-Team Deceuninck-Quick-Step wird von Bryton ausgestattet.

Preis und Leistung: Bryton Aero 60

Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei 199,95 Euro inklusive Aero-Mount-Halterung. Im Set, das zusätzlich einen Herzfrequenzgurt, einen Geschwindigkeits- und einen Trittfrequenzsensor liefert, liegt der empfohlene Verkaufspreis bei 269,95 Euro. Das Preis-Leistungsverhältnis des Bryton Aero 60 ist sehr gut.

Fazit: Test des Bryton Aero 60

Der Bryton Aero 60 bietet alle Funktionen eines modernen Top-Radsportcomputers. Die relevanten Trainingsdaten werden dargestellt, die Kopplung mit den Sensoren funktioniert einfach, die Verbindung bleibt stabil. Überzeugend ist auch die Logik der Bedienung durch die seitlichen Tasten. Via Bluetooth und WLAN kommuniziert der Aero 60 zuverlässig und schnell mit der neu gestalteten App Bryton Active. Durch die übersichtliche Benutzeroberfläche sind die angezeigten Trainingsseiten einfach und individuell einzustellen. Die Verbindung zu GPS-Satelliten stellt sich schnell her und bleibt stabil. Auf dem gut abzulesenden monochromen Display aktualisiert sich die Pfeil-Navigation schnell und erwies sich als verlässlich. Die Akkulaufzeit war sehr stark, das Preis-Leistungsverhältnis ist gut.

Mehr Informationen zum Bryton Aero 60 gibt es auf der Homepage des Herstellers.

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