Strecken & Daten
GPS-Radcomputer 2025 im Test: Navigation, Geschwindigkeit und Co.
in Test & Technik
Kilometer, Geschwindigkeit, Fahrzeit und Trittfrequenz, Leistung, Ermüdung, relative Windgeschwindigkeit und „Points of Interest“ – moderne Radcomputer machen das Fahrerlebnis zunehmend „messbarer“. Sie bieten eine Vielzahl von Live-Daten, Sensor-Metriken, Analysemöglichkeiten und Navigationsoptionen.
Viele, vor allem ambitionierte Fahrer, wünschen sich immer mehr diese Zahlen und Daten – andere brauchen sie nicht alle. Wir haben sechs Geräte verschiedener Preisklassen von 289 bis 750 Euro getestet und uns unter anderem die Frage gestellt: „Welche Geräte und Funktionen braucht man wirklich?“
Allen Testmodellen gemein ist, dass sie über ein integriertes GPS-Modul verfügen, das sie unabhängig von am Rad befestigten Geschwindigkeitssensoren macht. Die Satellitenverbindung – oft von mehreren Anbietern – ermöglicht eine präzise Standortbestimmung auf wenige Meter genau, nahezu überall auf der Welt.
Günstige GPS-Radcomputer starten bei etwa 150 bis 200 Euro. Wer auf die Karten-Navigation auf dem Display nicht verzichten möchte, muss in der Regel jedoch mehr zahlen. Stellvertretend für die „Einstiegsklasse“ unseres Testfelds steht der 289 Euro teure Coros Dura. Am oberen Ende der Preisskala rangiert Garmins Topmodell Edge 1050 mit einem Preis von 749 Euro. Die wohl „umkämpfteste“ Kategorie des Marktes repräsentieren Modelle von Sigma, Hammerhead, Jespr und Wahoo, deren Preise zwischen 379 und 599 Euro liegen.
Displays und Akkulaufzeit: Welche Unterschiede zählen wirklich?
Gerade beim Display zeigt sich der Fortschritt moderner Radcomputer – im Wortsinn – am klarsten. Der Garmin Edge 1050 bietet ein kontraststarkes, helles LCD mit hoher Auflösung. Beim direkten Vorgänger verbaute Garmin noch ein transflektives MIP-Display. Es ist sehr stromsparend und bei direkter Sonne hervorragend ablesbar, bietet aber weniger Helligkeit, Kontrast und Farbtiefe.
Sigma setzt beim Rox Evo 12.1 auf farbig hinterlegte Datenfelder für bessere Sichtbarkeit. Wahoo entspiegelt sein Display zusätzlich, was die Ablesbarkeit aus verschiedenen Winkeln verbessert. Die Bildschirme von Wahoo, Jespr, Hammerhead und Garmin erinnern – auch wegen ihrer Größe von drei bis vier Zoll – an Smartphone-Panels.
Das hat Vorteile: Mehr Metriken und Kartendetails passen auf eine Seite, ohne dass man scrollen muss. Und: Der größere Formfaktor der Geräte ermöglicht Akkus mit höherer Kapazität. Die Akkulaufzeit reicht von 14 Stunden beim Sigma Rox bis zu 35 beim Hammerhead Karoo. Zwei Ausreißer stechen hervor: Der Jespr hält im Schnitt nur sieben Stunden durch – vor allem wegen seiner permanenten Internetverbindung. Der Coros Dura dagegen ist ein „Akku-Monster“: Er kommt auf bis zu 120 Stunden und verdankt das unter anderem seinem integrierten Solarpanel. Eine Stunde in direkter Sonne erzeugt, laut Coros, bis zu zwei Stunden zusätzlicher Fahrzeit.

Worauf kommt es beim GPS-Radcomputer an?
Touchscreen oder Tasten? Bedienkonzepte im Vergleich
Fünf der sechs Testmodelle setzen bei der Bedienung auf eine Kombination aus Touchscreen und Tasten. Coros verbaut beim Dura eine drehbare Krone zum Scrollen am Gehäuserand. Der Garmin 1050 verzichtet komplett auf physische Tasten – er lässt sich ausschließlich per Wisch- und Tippgesten über den 3,5-Zoll-Touchscreen bedienen.
Was bei Smartphones heute selbstverständlich ist, kann auf dem Fahrrad zur Herausforderung werden: Wer wischen will, muss hinschauen – und den Blick von der Straße nehmen. Tasten haben hier einen Vorteil. Sie lassen sich teils intuitiver und auch bei Regen sowie mit Handschuhen zuverlässig bedienen.
Bei der Navigation liefern alle Geräte im Testfeld eine gute bis sehr gute Leistung – mit kleineren Abstrichen. Die Openstreetmap des Coros enthält vergleichsweise wenige Informationen. Das erschwert jedoch die Orientierung, etwa in unbekanntem Terrain.
Navigationsfunktionen und Kartenqualität im Detail
Besser ist die Sigma-Karte, die in Städten auch einzelne Gebäude dreidimensional darstellt. Die größte Detailtiefe bei der Kartendarstellung bieten Hammerhead, Jespr, Wahoo und Garmin. Neben Städtenamen und Straßennetzen zeigen sie auch kleinere Wald- und Wiesenwege zuverlässig an. Außerdem unterscheiden die Geräte – je nach dem voreingestellten Sport- oder Radprofil – zwischen verschiedenen Fahrbahnuntergründen.
Gute Karten enthalten auch sogenannte Heatmaps. Sie heben beliebte Strecken optisch hervor, auf denen häufig Rad gefahren wird – ideal zur Tourenplanung. Ein weiteres praktisches Feature ist die Anzeige bevorstehender Anstiege, inklusive Länge, Steigung in Prozent und einer grafischen Darstellung der aktuellen Position im Höhenprofil.
Ein zunehmend komplexes Thema ist die Befestigung am Lenker. Standardmäßig werden die Geräte mit einer 31,8-Millimeter-Schellenbefestigung für runde Lenkerprofile geliefert. Bei integrierten Aero-Cockpits und abgeflachten Lenkerformen entfällt diese Option jedoch oft. Nicht alle Tacho-Hersteller bieten die passenden Halterungen an, sodass man auf Lösungen von Drittanbietern zurückgreifen muss.
Konnektivität, Sensoren und App-Anbindung
Das Problem: Diese Anbieter produzieren meist nur für die beiden großen Marken Garmin und Wahoo. Entweder ist der Computer mit einem dieser Hersteller kompatibel oder man benötigt spezielle Adapter. Probleme können beim Wahoo Elemnt Ace auftreten, der aufgrund seiner Größe nicht vor jedes Cockpit passt. Tipp: Vorab testen, wenn möglich.
Wer mehr und detailliertere Daten sammeln möchte, sollte seinen Computer mit den entsprechenden Sensoren koppeln. Die einfachste Variante ist die Herzfrequenzmessung mittels Brustgurt. Es gibt jedoch auch Sensoren zur Wattmessung, zur Temperatur- und Blutzuckerkontrolle, Musiksteuerung oder für die Überwachung und Einstellung elektronischer Schaltungen.
Mit diesen verbindet sich der Radcomputer in der Regel über Bluetooth oder das ANT+-Protokoll. Beide Standards sind herstelleroffen. So lässt sich beispielsweise der Wahoo Elemnt auch mit einem Garmin Varia Radar-Rücklicht koppeln. Eine Ausnahme bildet Hammerhead: Da die Marke zum Sram-Konzern gehört, untersagt Shimano die Unterstützung des Di2-Protokolls – eine „Walkaround-Lösung“ gibt es bisher nur für Android-Nutzer.

Welche Features und Funktionen sind beim GPS-Radcomputer wichtig?
Smartphone-Features, Notfallfunktionen & Vernetzung
Die hauseigenen Apps sind der „ausgelagerte Maschinenraum“ der Radcomputer – mit Ausnahme von Jespr. Dort gibt es keine App, alle Einstellungen werden direkt am Gerät vorgenommen. Mittels der Programme können gemachte Fahrten und Workouts ausgewertet und analysiert werden.
Es besteht die Möglichkeit, eigene Trainingseinheiten und Routen anzulegen oder auf Workouts und Trainingspläne des Herstellers zurückzugreifen – wie etwa bei Wahoo. In der Regel funktioniert das bei allen Apps inzwischen sehr gut, wobei man beim Aufbau, beim Design und der Nutzerfreundlichkeit Unterschiede feststellen kann.
Die größte Funktionsvielfalt bietet die Garmin-App, wenngleich die Analyse-Möglichkeiten gerade Anfänger zuweilen überfordern können. Mit dem Jespr benötigt man kein Smartphone mehr. Das Gerät lässt sich mit einer virtuellen SIM-Karte betreiben, wobei der Dienst ein Bezahlabo beim Hersteller erfordert.
Die hauseigenen Apps dienen in der Regel als Kopplungszentrale für Programme anderer Firmen. Standardmäßig integriert sind bei vielen unter anderem Komoot und Strava für die Routenplanung und Aktivitäten-Synchronisation. Umgekehrt können Workouts aus Trainingeaks, Final Surge und Co. direkt auf das Gerät übertragen werden. Auch das beliebte Strava-Live-Segment-Feature bieten viele Radcomputer.
Durch die Live-Funktionen erhält man während der Fahrt beispielsweise E-Mails, Kurznachrichten, Anrufe, Wetterdaten, Gefahrenstellenhinweise direkt auf dem Display angezeigt. Crash-Benachrichtigungs-Funktionen sind ebenfalls immer häufiger zu finden: Im Falle eines Sturzes wird automatisch ein hinterlegter Notfallkontakt alarmiert – ein Feature, das es mittlerweile zudem auch in Smartwatches und ausgewählten Helmmodellen gibt.
Fazit: Preis-Leistungs-Empfehlungen und Innovationen im Test
Da jedes unserer sechs Testgeräte ein besonderes Feature aufweist, haben wir diese in einem eigenen Abschnitt gewürdigt. Beim Hammerhead betrifft dies den Stromsparmodus, beim Coros die Solarladefunktion, beim Jespr die integrierte SIM-Karte, beim Sigma die Größe des Geräts, bei Wahoo den Windsensor und beim Garmin die Vernetzung mit anderen herstellereigenen Produkten.
Garmin oder Wahoo? Warum nicht Hammerhead? Oder Coros, Jespr, Sigma? Die Preisunterschiede in diesem Test von sechs Top-Radcomputern sind groß. Ein direkter Vergleich fällt daher schwer. Eine Bewertung sollte stets in der Relation zur jeweiligen Preisklasse erfolgen. Deshalb gewichten wir den Faktor Preis-Leistung besonders stark.
Hier punktet vor allem der Sigma Rox 12.1 Evo als „kleinere“ Alternative. Zwar hat der Coros das kleinste Display, doch bietet er auch ein innovatives Bedienkonzept und die mit Abstand beste Akkuleistung – und das für unter 300 Euro. All dies macht ihn sehr attraktiv.
Der Jespr bietet Features, für die andere Modelle eine Smartphoneverbindung benötigen. Das große Display ist top, aber einige Funktionen und die Akkulaufleistung sind noch nicht ganz ausgereift. Der Hammerhead Karoo ist unser Kauf-Tipp. Er hat keine klaren Schwächen und bietet einen guten Kompromiss aus Größe, Displayqualität, Nutzerfreundlichkeit und Akku-Ausdauer.
Wahoo und Garmin überzeugen vor allem ambitionierte Fahrer und „Daten-Freaks“ mit ihrem enormen Funktionsumfang und durchdachten Apps. Sie kommen dem „Smartphone-am-Lenker“-Konzept – auch aufgrund ihrer Größe – am nächsten.
Diese GPS-Radcomputer haben wir getestet
| Marke | Modell | Preis | Prädikat | Bezug |
| Coros | Dura | 289 Euro | Jetzt bestellen | |
| Sigma | Rox 12.1 Evo | 379,95 – 479,95 Euro, je nach Bundle | Preis-Leistung | Jetzt bestellen |
| Hammerhead | Karoo | 499,99 Euro | Kauftipp | Jetzt bestellen |
| Jespr | 575 Euro | |||
| Wahoo | Elemnt AceTestbrief | 599 Euro | Kauftipp | Jetzt bestellen |
| Garmin | Edge 1050 | 749,00-849,00 Euro, Standard oder Bundle | Kauftipp | Jetzt bestellen |
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