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Gravel-Allrounder im Test: Das Specialized Diverge 4

Komfortabel, robust und vielseitig: das Specialized Diverge 4 im Praxis-Test

Gravel-Allrounder im Test: Das Specialized Diverge 4

Das Specialized Diverge 4 überzeugt mit großer Reifenfreiheit, einer progressiven Geometrie und dem verbesserten Future-Shock-Dämpfer-System. Die Test-Eindrücke und Details gibt es hier:
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Specialized Diverge 4 

Mit der vierten Generation seines vielseitigen Gravel-Bikes präsentierte Specialized Im vergangenen Herbst ein umfassend überarbeitetes Diverge: Mehr Reifenfreiheit, der UDH-Standard, eine progressivere Geometrie und das Future-Shock-3.0-Dämpfer-System sollen das Diverge noch besser für lange und anspruchsvolle Gravel-Rennen und Bikepacking-Touren machen.

Dabei setzt der US-Hersteller weiterhin auf das Konzept „Smoother is faster“ – also mehr Geschwindigkeit durch besseren Komfort und geringere Vibrationsverluste. Gleichzeitig bietet das Diverge 4 mehr Stauraum, zusätzliche Montagepunkte für Bikepacking-Equipment und eine nochmals erhöhte Geländetauglichkeit als der Vorgänger. Das Modell gibt es in verschiedenen Ausstattungs-Varianten, die entweder auf einen Carbon- oder Aluminiumrahmen basieren.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

• Vierte Generation des Diverge mit Carbon- und Aluminiumrahmen
• Future Shock 3.0 mit 20 Millimeter Federweg am Cockpit
• Roval Terra Carbon-Sattelstütze mit bis zu 18 Millimeter „Flex“
• SWAT-4.0-Staufach im Unterrohr mit größerer Öffnung
• Reifenfreiheit offiziell bis 50 Millimeter
• Montagepunkte für Bikepacking-Ausrüstung, Schutzbleche und Co.
• Preise, je nach Modell und Ausstattung: 2299 bis 9999 Euro
• Rahmengewicht: 1150 Gramm, Carbon, Größe 56
• Kompletträder: ab 8,01 Kilogramm

Preis-Übersicht 

Diverge Pro LTD: 9999 Euro
Diverge Pro: 7999 Euro
Diverge Expert Di2: 6499 Euro
Diverge Expert AXS: 6299 Euro
Diverge Comp Carbon: 4499 Euro
Diverge Sport Carbon: 3499 Euro
Diverge Comp Alloy: 2799 Euro
Diverge Sport Alloy: 2299 Euro

Totale diverge

Specialized Diverge 4 Expert in der Lackierung „Fjord metallic“

Entwicklung & Innovation

Das Diverge ist seit vielen Jahren der Gravel-Allrounder im Portfolio von Specialized. Rein optisch ist das Diverge 4 mehr eine Evolution als eine Revolution des Vorgängers. Das Diverge 4 wartet unter anderem mit einer progressiveren Geometrie, verbesserten Komforteigenschaften und einer gesteigerten Vielseitigkeit auf.

Diverge lenker

Das Future-Shock-System ist über dem Steuerrohr integriert.

Diverge bottom

Der Diverge-Rahmen ist 2-fach-kompatibel. Serienmäßig sind 1-fach-Gruppen verbaut.

Diverge hinten

Das Rahmenset bietet 50 Millimeter Reifenfreiheit.

Die Sloping-Geometrie mit kleineren Rahmendreiecken erhöht die Steifigkeit, während die tief am Sitzrohr ansetzenden Sitzstreben dem Komfort zugutekommen. Das voluminöse Unterrohr nimmt das Swat-4-Staufach auf. Das Tretlager ist gegenüber dem Vorgänger um fünf Millimeter abgesenkt. Beim Rahmen setzt Specialized auf den geschraubten BSA-Standard. Neu ist eine UDH-Aufnahme für eine größtmögliche Schaltwerkskompatibilität.

Future shock 3

Das während der Fahrt justierbare Future Shock 3.3 ist den Top-Modellen vorbehalten.

Future shock range

Future Shock 3.0 - Modell-Übersicht.

Das System kompensiert, laut Specialized, Vibrationsverluste.

Im Fokus der Diverge-Enwicklung steht das Future-Shock-System, das nun in der dritten Generation zum Einsatz kommt.

Dabei sitzt die Federung oberhalb des Steuerrohrs im Bereich des Vorbaus und entkoppelt den Fahrer mit 20 Millimetern Federweg von Schlägen und Vibrationen des Untergrunds. Je nach der Modellvariante verbaut Specialized unterschiedliche Ausführungen des Systems. Zudem stehen drei austauschbare Federn mit unterschiedlichen Federraten und zusätzliche Shims zum Verändern der Vorspannung zur Wahl.

Die Diverge-Einstiegsmodelle sind mit dem Future Shock 3.1 ausgestattet. Diese Variante arbeitet mit austauschbaren Federn unterschiedlicher Vorspannung, um die gewünschten Dämpfungsparameter zu erzielen.

Die mittleren Modellvarianten nutzen das Future Shock 3.2, das zusätzlich über eine hydraulische Dämpfung verfügt. Die Druckstufe ist beim 3.2 jedoch vorgegeben.

In den Top-Modellen kommt das Future Shock 3.3 zum Einsatz. Hier lässt sich die Druckstufe zusätzlich über einen Drehregler oberhalb des Steuerrohrs einstellen beziehungsweise nahezu blockieren. Dadurch lassen sich die Dämpfungseigenschaften je nach dem Terrain oder den persönlichen Vorlieben anpassen.

future bump

Das Future-Shock-System ist ein spürbarer Komfort-Gewinn.

Studien in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln zeigen, laut dem Hersteller, dass das Konzept nicht nur Komfort bringt, sondern auch messbare Effizienzgewinne liefern kann. Unter ruppigen Bedingungen sollen bis zu 11,3 Watt Leistungsersparnis möglich sein, da weniger Energie durch Schläge verloren geht.

Weitere Komfort-Punkte sammelt das Diverge mit der Roval-Terra-Carbon-Sattelstütze die einen vertikalen „Flex“ von bis zu 18 Millimeter bietet und mitverantwortlich für den hohen Dämpfungskomfort am Heck ist.

Die maximale Reifenbreite beträgt offiziell 50 Millimeter – drei Millimeter mehr als beim Vorgänger. Laut Specialized lassen sich sogar MTB-Reifen bis etwa 2,2 Zoll montieren. Das maximale Systemgewicht beträgt 125 Kilogramm.

Sattelstütze

Die Roval-Terra-Sattelstütze bietet bis zu 18 Millimeter vertikale Nachgiebigkeit.

Reifenfreiheit

Auch 2.2-MTB-Reifen können am Diverge montiert werden.

Mehr Stauraum und Bikepacking-Optionen

Das SWAT-Staufach im Unterrohr übernimmt Specialized vom Vorgänger und weitet es über die gesamte Modell-Familie, vom Einsteiger- bis zum Top-Modell, aus. In der vierten Generation wuchs die Öffnung des Staufaches um zehn und das Volumen um fünf Prozent.

• Cargomounts an der Gabel
• Befestigungsmöglichkeiten für Gepäckträger
• Schutzblechaufnahmen
• zusätzliche Flaschenhalterpositionen

Staufach geschlossen

Das SWAT-Staufach kommt bei allen Diverge-Modellen zum Einsatz ...

Staufach offen

... und bietet fünf Prozent mehr Stauvolumen als beim Vorgägner.

Gabel mounts

Zusätzliche Gabel-Mounts für Gepäck.

Ausstattung und Modellvarianten

Specialized bietet das Diverge 4 in mehreren Varianten an – vom robusten Aluminium-Einstiegs-Modell bis zur High-End-Version mit elektronischer Sram-Red-AXS-XPLR-Gruppe und Carbon-Komponenten. Alle Kompletträder sind mit 1-fach-Gruppen ausgestattet. Der Rahmen ist aber auch für 2-fach-Systeme vorbereitet.

Das Diverge Sport Alloy bildet mit einem Aluminiumrahmen den Einstieg in die Baureihe. Zur Ausstattung gehören unter anderem eine mechanische 1-fach-Shimano-Cues-Schaltung sowie robuste Axis-Elite-Disc Aluminiumlaufräder. Das Gewicht bei der Rahmengröße 56: 10,74 Kilogramm. Der Preis: 2299 Euro.

Darüber rangiert das Diverge Comp Alloy, mit einer mechanischen Sram-Apex-1×12-Eagle-Gruppe und DT-Swiss-G540-Aluminiumlaufrädern. Das Modell bringt 10,6 Kilogramm auf die Waage. Sein Preis: 2799 Euro.

Der Einstieg in die Carbonrahmen-Baureihe beginnt beim Diverge Sport Carbon. Hier kommt neben den DT-Swiss-Laufrädern eine mechanische Shimano-GRX-Gruppe zum Einsatz. Das Komplettradgewicht beträgt: 9,79 Kilogramm. Der Preis: 3499 Euro.

Das Diverge Comp Carbon bietet darüber hinaus eine elektronische SRAM-Apex-AXS-Transmission-Schaltung und das Future-Shock-3.2-System mit Dämpfer. Sein Gewicht: 9,7 Kilogramm. Der Preis: 4499 Euro.

Die beiden Diverge-Expert-Modelle verfügen neben elektronischen Shimano-GRX-Di2- beziehungsweise Sram-Rival-AXS-XPLRS-Gruppen über Terra-C-Carbonlaufräder von Roval. Die Gewichte: je 8,9 Kilogramm. Die Preise: 6499 beziehungsweise 6299 Euro.

Das Diverge Pro ist mit dem am Lenker justierbaren Future Shock 3.3, einer Sram-Force-AXS-XPRL-Gruppe mit Powermeter und Roval-Terra-CL-Carbonlaufrädern ausgestattet. Der Roval-Terra-Lenker und Specializeds Power-Pro-Mirror-Sattel gehören zur Serienausstattung. Das Gewicht: 8,39 Kilogramm. Der Preis: 7999 Euro.

Das Diverge Pro LTD bildet das Topmodell der Serie und ist mit einer SRAM Red XPLR AXS und integriertem Powermeter und mit Roval-Terra-CLX-II-Laufrädern ausgestattet. Der Sattel ist das Topmodell S-Works Power with Mirror. Das Pro-LTD-Modell bringt 8,01 Kilogramm auf die Waage. Sein Preis: 9999 Euro.

sport alloy

Specialized Diverge Sport Alloy - ab 2299 Euro.

Comp alloy

Comp Alloy ab 2799 Euro.

Sport carbon

Sport Carbon ab 3499 Euro.

Comp Carbon

Comp Carbon ab 4499 Euro.

Expert

Expert ab 6299 Euro.

Pro

Pro ab 7999 Euro.

LTD

LTD 9999 Euro.

Rahmengrößen und Geometrie

Auch die Geometrie wurde überarbeitet. Der Lenkwinkel ist etwas flacher geworden, während die vergleichsweise große Tretlagerabsenkung von rund 85 Millimetern für einen niedrigen Schwerpunkt sorgt. Diese Kombination verbessert die Stabilität beziehungsweise Kontrollierbarkeit bei hohen Geschwindigkeiten sowie in technischen Abfahrten. Die längeren Kettenstreben und der weitere Radstand sorgen zudem für eine hohe Laufruhe.

Rahmengröße 49 52 54 56 58 61
ST Sitzrohrlänge (mm) 400 430 470 500 530 560
TT Oberrohrlänge (mm) 521 537 556 575 593 613
CS Hinterbaulänge (mm) 430 430 430 430 430 430
HTA Steuerrohrwinkel (°) 70 70,5 71 71 71 71
STA Sitzrohrwinkel effektiv (°) 74,5 74 74 74 74 74
BD Tretlagerabsenkung (mm) 85 85 85 85 85 85
HT Steuerrohrlänge (mm) 90 104 116 135 161 187
R Reach (mm) 365 374 387 400 412 425
S Stack (mm) 563 578 592 610 634 659
STR 1,54 1,55 1,53 1,53 1,54 1,55
WB Radstand (mm) 1019 1031 1041 1060 1081 1102
SH Überstandshöhe (mm) 700 725 754 779 805 832
Pro Totale

Das Diverge in der Pro-Version mit einer Sram-Force-AXS-XPLR-Gruppe und Roval-Terra-CL-Carbonlaufrädern.

Fahreindruck

Wir hatten die Gelegenheit das Specialized Diverge Expert in Slowenien nahe der italienischen Grenze zwei Tage hintereinander Probe zu fahren. Begleitet wurden die Touren unter anderem von den ehemaligen World-Tour-Profis Daniel Oss und Peter Sagan. Die Routen umfassten hügeliges bis bergiges Terrain, Anstiege und Abfahrten, auf Asphalt, Schotter, Wald- und Feldwegen und teils sehr ruppigen und verwurzelten Singletrails.

In der Serie ist am Expert-Modell der Specialized-Adventure-Gear-Hover-Lenker verbaut, der durch seinen Rise den Stack-Wert erhöht – am Testmodell war jedoch der Roval-Terra-Carbon-Lenker montiert, der sonst den Pro-und LTD-Modellen vorbehalten ist. Sein vergleichsweiser geringer Drop ermöglicht ein schnelles Umgreifen. Im Unterlenker erhöht der 12-Grad-Flare die Kontrollierbarkeit im Geländeeinsatz spürbar. Zudem war das Modell mit der 3.3-Version des Future-Shock-Systems ausgestattet, was es erlaubt die Dämpfungsparameter während der Fahrt zu justieren.

Sagan Oss

 

Fahren aero

 

offorad

 

Weiter ist das Modell mit einer elektronischen Sram-Rival-AXS-XPLR-1×13-Gruppe ausgestattet, Die Übersetzung, mit einem 40-Zähne-Monokettenblatt vorne und einer 10-46-Kassette hinten, erwies sich im Testverlauf in den Bergen rund um das slowenische Lipica als passend einsteigerfreundlich und bergtauglich gewählt.

Voll überzeugt haben die Ergonomie der Brems-Schalthebel und die feine Dosierbarkeit der Bremsen in der Kombination mit den 160-Millimeter-Discs vorne und hinten. Die Roval-Terra-C-Carbon-Laufräder wiegen 1610 Gramm. Sie sind sehr robust und bieten eine Innenmaulweite von 25 Millimetern. Damit harmonieren sie gut mit den 45 Millimeter breiten Specialized-Tracer-Reifen, die am Testrad tubeless montiert waren.

Mit ihrem kleinstolligen Profil haben die Pneus ihre Stärken auf kompakten Schotter. Bei Nässe und tieferen Untergründen bieten stärker profilierte Reifen jedoch höhere Grip-Reserven. Zusätzlich war unser Testmodell mit dem im 3D-Druckverfahren gefertigten S-Works-Power-Evo-Mirror-Sattel ausgestattet, der mit seiner Mittenaussparung druckentlastend wirkte.

S-worsk power mirror evo

Am Testrad war der S-Works Power Mirror Evo-Sattel montiert.

Tracer

Der 45 Millimeter breite Specialized Tracer ist am Expert Tubeless montiert.

Direkt auf den ersten Test-Kilometern machte sich der hohe Dämpfungskomfort des Diverge sehr positiv bemerkbar, bedingt durch die Rahmen-Konstruktion, die flexende Carbon-Sattelstütze, die 45 Millimeter breiten, tubeless montierten Reifen und das Future Shock 3.3. Dabei spricht das Dämpfungs-System auf gröbere Stöße durch Wurzelpassagen und steinige Singletrails sehr schnell an.

Zudem werden Vibrationen deutlich spürbar gemindert an den Fahrer weitergegeben. Bergauf und im Wiegetritt passten wir die hydraulische Druckstufe so an, dass das System nur wenig Nachgiebigkeit bietet und nicht „schwammig“ wirkt. Weitere Anpassungsmöglichkeiten bieten drei verschieden harte Federn und Vorspannungsscheiben, deren Austausch uns vor Ort demonstriert wurde. Das System ist so angelegt, dass ein Wechsel auch durch Laien möglich ist.

Die Geometrie auf dem 54er Testmodell fiel für unseren eher „kurzbeinigen“ Tester bei einem Stack-to-Reach-Wert von 1,53 komfortabel und voll langstreckentauglich aus. Man sitzt kompakt, eher aufrecht und kaum überhöht auf dem Diverge. Durch den vergleichsweisen langen Radstand und dem flachen Lenkwinkel ist die Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten auf einem Top-Niveau. In schnellen Abfahrten auf Schotter vermittelt das Diverge viel Kontrollierbarkeit und Sicherheit. Gleichzeitig reagiert das Diverge im Gelände auf schnelle Richtungswechsel recht direkt und bietet in der Relation eine gute Agilität. Ein „Kurvenräuber“ ist das Modell jedoch nicht.

Einen ausführlicheren Praxis-Test des Diverge im Bikepacking-Einsatz folgt in einer der kommenden RennRad-Ausgaben.

Diverge Abfahrt

In schnellen Schotterabfahrten vermittelt das Diverge viel Kontrollierbarkeit.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Fahr- und Dämpfungskomfort
  • Hohe Laufruhe und vergleichsweise gute Agilität
  • integriertes SWAT-Staufach und zusätzliche Montagepunkte
  • Ausstattungsvarianten

Schwächen

  • Gewicht bei günstigeren Varianten etwas höher

Weitere Informationen zum Specialized Diverge gibt es auf der Herstellerwebsite.

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