Allround & Offroad
Gravelbikes 2027 im Test: Räder für Schotter, Bikepacking & Commuting
in Gravel
Der Asphalt endet, der Schotter beginnt. Wenige Kilometer später folgen Waldwege, lose Steine und vielleicht noch ein kurzer Trail. Genau dafür sind Gravel-Bikes primär gebaut. Sie sollen auf möglichst vielen Untergründen funktionieren. Entsprechend unterschiedlich fallen die Konzepte aus. Das zeigt sich schon bei den Reifen. 35, 40, 45 oder 50 Millimeter?
Die Reifenbreite und das Profil verraten bereits viel über den geplanten Einsatzbereich. Elf der in diesem Test vertretenen Modelle rollen serienmäßig auf 45 Millimeter breiten Reifen, zwei auf 40er, eines auf 50er und nur eines auf 38er Pneus.
Einige Modelle, etwa das Gunsha CXC 3.0, orientieren sich stärker an Allroad-Rennrädern oder Cyclocrossern. Andere, wie das Stevens Camino RS, sind konsequent auf den sportiven Einsatz und Gravel-Rennen ausgelegt. Räder wie das 8bar Grunewald Steel V1 oder das Basic Bikes Adventure Gravel richten sich dagegen primär an Langstreckenfahrer und Bikepacker.
Gravel ist keine einheitliche Radgattung mehr
Dieser Vergleich von 14 aktuellen Gravel-Bikes zeigt: Gravel ist längst keine einheitliche Radgattung mehr. Die Spezialisierung nimmt weiter zu.
So rollt etwa das Falkenjagd Aristos R Trail Gravel auf 50 Millimeter breiten Schwalbe-G-One-Bite-Reifen. Den hochwertig verarbeiteten Titanrahmen kombiniert der Hersteller mit einer DT-Swiss-Gravel-Federgabel mit Lockout-Funktion. In schnellen Schotterabfahrten und ruppigem Gelände bietet das Aristos R eine hohe Kontrollierbarkeit, viel Komfort und große Dämpfungsreserven.
Das 8bar Grunewald Steel V1 basiert auf einem sauber verschweißten Stahlrahmen. Dieser bietet zahlreiche Anschraubpunkte, etwa für zusätzliche Flaschenhalter, Schutzbleche und Gepäckträger. Die Übersetzung ist mit einem 42er-Mono-Kettenblatt und einer 11-46-Kassette breit abgestuft sowie einsteigerfreundlich und voll bergtauglich gewählt. Das Gewicht des 8bar: 8,16 Kilogramm. Der Preis: 4650 Euro.
Am anderen Ende des Ausrichtungs-Spektrums steht das neue Giant Revolt Advanced. Das Topmodell SL 0 wiegt als Komplettrad nur 7,26 Kilogramm. Mitverantwortlich dafür sind unter anderem die Sram-Red-AXS-XPLR-Gruppe sowie leichte Cadex-GXR-Laufräder mit Carbonspeichen. Beim Fahrverhalten punktet das Advanced SL 0 mit seiner sehr hohen Agilität und einer Top-Beschleunigung bergauf.
Ausstattung & Preis-Leistung
Nur noch zwei der Testräder sind mit Zweifach-, zwölf mit Einfach-Antrieben ausgestattet. Zwei Modelle schalten mechanisch, alle anderen elektronisch. Srams Rival AXS XPLR bietet derzeit wohl den günstigsten Einstieg in die kabellose Schalttechnik am Gravelbike. Eine Stufe darüber rangiert die Sram Force AXS XPLR, mit der etwa das neue Van Rysel RCR-G ausgestattet ist. Hinzu kommen ein integrierter Quarq-Powermeter und hauseigene Carbon-Laufräder mit 35 Millimeter hohen Felgen. Das RCR-G wiegt 8,13 Kilogramm, kostet 4199 Euro und punktet damit stark bei der Preis-Leistung.
Das teuerste Modell im Test ist das Falkenjagd Aristos R Trail Gravel. Sein Preis: 10.964 Euro. Neben der Federgabel gehören unter anderem Carbon- und Titan-Komponenten sowie die Top-Gruppe Campagnolo Super Record X inklusive Carbon-Laufrädern des italienischen Herstellers zur Serienausstattung.
Dieses Testfeld ist – wieder einmal – extrem ausdifferenziert. Ob Racer, Pendler oder Bikepacker: Innerhalb dieses Vergleichs findet wohl jeder das passende Modell.
Diese Gravelbikes haben wir getestet
| Marke | Modell | Preis | Prädikat |
| Pelago | StavangerTestbrief | 2495 Euro | |
| Van Rysel | RCR-GTestbrief | 4199 Euro | Preis-Leistung |
| Rose | Backroad FF GRX/XT Di2 | 4300 Euro | Preis-Leistung |
| 8bar | Grunewald Steel V1 | 4650 Euro | |
| Basic Bikes | Adventure Gravel | 4740 Euro | |
| Stevens | Camino RS Pro Di2 | 4799 Euro | |
| Bulls | Machete RX 3Testbrief | 4999 Euro | Kauftipp |
| Gunsha | CXC 3.0 | 5090 Euro | Race-Tipp |
| Focus | Atlas 8.9 | 5299 Euro | |
| Mondraker | Arid Carbon RS | 5399 Euro | |
| Ventum | GS1Force XPLR | 5999 Euro | Kauftipp |
| Storck | Fascenario.XTestbrief | 6799 Euro | |
| Giant | Revolt Advanced SL 0Testbrief | 9999 Euro | Race-Tipp |
| Falkenjagd | Aristos R Trail GravelTestbrief | 10.964 Euro | Offroad-Tipp |
Die ausführlichen Testberichte der Gravelbikes lesen Sie in der RennRad 10/2026. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper herunterladen.
An diesem Test wirkten mit: S. Pusch. F. Böna. L. Heidl, G. Heede, D. Binnig
