Das neue Specialized S-Works Crux 5
Specialized S-Works Crux 5 im ersten Test
in Gravel
Das Wichtigste zum neuen S-Works Crux 5
- Komplett neues Rahmendesign
- Deutlich aerodynamischer als der Vorgänger
- 15,2 Watt Aero-Vorteil zum Vorgängermodell laut Specialized
- 789 Gramm Rahmengewicht
- Komplettbike ab 6,9 Kilogramm
- Bis zu 55 Millimeter Reifenfreiheit
- Neues Terra-Cockpit mit integrierter Leitungsführung
- Roval-Terra-Aero-CLX-Laufräder
Preis-Übersicht
- S-Works Crux 5 AXS: 13.999 Euro
- Crux 5 S-Level: 10.499 Euro
- Crux 5 Expert AXS: 6999 Euro
- Crux 5 Comp: 4499 Euro
- S-Works-Crux-5-12r-Frameset: 5799 Euro
- Crux-5-10r-Frameset: aktuell nicht für Europa gelistet
Vom Crosser zum Gravel-Racer
Mit dem neuen Crux 5 schlägt Specialized ein neues Kapitel auf. War das bisherige Crux vor allem als besonders leichtes Gravelbike bekannt, wurde die fünfte Generation nun zum aerodynamischen Gravel-Race-Bike. Eine verbesserte Aerodynamik, mehr Reifenfreiheit und eine überarbeitete Geometrie sollen das Rad auf schnellen Schotterstrecken noch effizienter machen. Das Gewicht bleibt dabei auf einem Niveau, das selbst viele Rennräder unterbietet.

Wir konnten das neue Crux 5 bereits vor der offiziellen Vorstellung in Girona auf Abschnitten der TRAKA-Strecke fahren.
Aero statt nur leicht
Specialized spricht beim neuen Crux 5 von „Equation of Speed“ – dem Zusammenspiel aus Aerodynamik, Gewicht, Rollwiderstand und Fahrverhalten. Während das bisherige Crux vor allem auf ein minimales Gewicht und eine hohe Agilität ausgelegt war, rückt nun die Gesamtperformance stärker in den Fokus.
Das komplett neu entwickelte Rahmenset übernimmt zahlreiche Erkenntnisse aus der Entwicklung des Tarmac SL8. Nahezu jedes Rohrprofil wurde überarbeitet und aerodynamisch optimiert. Laut Specialized ist das neue Crux 5 dadurch um 15,2 Watt effizienter als sein Vorgänger.
So verteilen sich die Aero-Vorteile
- 50 Prozent Rahmen, Gabel und Sattelstütze
- 30 Prozent neue Roval-Terra-Aero-CLX-Laufräder
- 20 Prozent neues Roval-Terra-Cockpit
Das neue Terra-Cockpit hinterließ im ersten Eindruck einen ergonomischen und hochwertigen Eindruck und trägt ebenfalls zur verbesserten Aerodynamik bei. Im Zuge der vollständigen Leitungsintegration wurde auch das Steuersatzsystem überarbeitet und laut Specialized besser gegen Schmutz und Feuchtigkeit geschützt. Neu sind zudem zusätzliche Befestigungsmöglichkeiten am Oberrohr. Auf ein integriertes Staufach wie beim Diverge verzichtet Specialized dagegen weiterhin zugunsten eines geringeren Gewichts und dem klaren Race-Fokus.
789 Gramm Rahmengewicht
Trotz der aerodynamischen Ausrichtung bleibt das Gewicht eine der großen Stärken des Crux. Das S-Works-Rahmenset bringt lediglich 789 Gramm auf die Waage. Komplettaufbauten sollen bereits ab 6,9 Kilogramm möglich sein. Das S-Level-Frameset liegt lediglich 110 Gramm darüber und bleibt damit ebenfalls bemerkenswert leicht.
Mehr Reifenfreiheit und neue Geometrie
Auch die Geometrie wurde deutlich überarbeitet. Das Crux 5 erhält einen flacheren Lenkwinkel, einen längeren Reach, einen steileren Sitzwinkel sowie ein tieferes Tretlager.
Die Änderungen sollen das Rad bei hohen Geschwindigkeiten stabiler machen, ohne die Agilität auf technischen Abschnitten einzuschränken. Die Reifenfreiheit wächst zudem auf 55 Millimeter. Damit folgt Specialized einem klaren Trend im modernen Gravel-Rennsport: Breitere Reifen können auf vielen Untergründen schneller sein, weil sie den Rollwiderstand, die Traktion und Kontrolle verbessern. Serienmäßig rollt das Crux auf 45 Millimeter breiten Pathfinder-Reifen.
Alle Geometriedaten in der Übersicht
| 49 | 52 | 54 | 56 | 58 | 61 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurbellänge | 165mm | 165mm | 170mm | 170mm | 172.5mm | 172.5mm |
| Lenkerbreite | 380mm | 380mm | 400mm | 400mm | 420mm | 420mm |
| Vorbaulänge | 75mm | 90mm | 90mm | 100mm | 100mm | 100mm |
| Sattelbreite | 155mm | 155mm | 143mm | 143mm | 143mm | 143mm |
| Länge Sattelstütze | 300mm | 300mm | 380mm | 380mm | 380mm | 380mm |
| Stack | 530mm | 547mm | 560mm | 578mm | 598mm | 621mm |
| Reach | 375mm | 382mm | 388mm | 400mm | 412mm | 425mm |
| Steuerrohrlänge | 95mm | 110mm | 125mm | 142mm | 163mm | 188mm |
| Steuerrohrwinkel | 70.5° | 70.75° | 71° | 71.5° | 71.5° | 71.5° |
| Tretlagerhöhe | 278mm | 278mm | 280mm | 280mm | 280mm | 280mm |
| Tretlagerabsenkung | 80mm | 80mm | 78mm | 78mm | 78mm | 78mm |
| Nachlauf | 72mm | 71mm | 69mm | 66mm | 66mm | 66mm |
| Gabellänge (komplett) | 401mm | 401mm | 401mm | 401mm | 401mm | 401mm |
| Gabelversatz / Offset | 51mm | 51mm | 51mm | 51mm | 51mm | 51mm |
| Mitte Tretlager – Mitte V.-Achse | 594mm | 604mm | 613mm | 626mm | 644mm | 665mm |
| Kettenstreben-Länge | 425mm | 425mm | 425mm | 425mm | 425mm | 425mm |
| Radstand | 1008mm | 1016mm | 1026mm | 1039mm | 1057mm | 1078mm |
| Oberrohrlänge, horizontal | 512mm | 534mm | 543mm | 566mm | 583mm | 603mm |
| Überstandshöhe | 753mm | 766mm | 781mm | 803mm | 823mm | 849mm |
| Sitzrohrlänge | 445mm | 456mm | 473mm | 497mm | 515mm | 545mm |
| Sitzrohrwinkel | 75.5° | 74.5° | 74.5° | 74° | 74° | 74° |
Erster Fahreindruck: Fast wie ein Tarmac auf Schotter
Bereits die ersten Meter auf Teilen der The-Traka-Strecke rund um Girona zeigen, dass das neue Crux nicht mehr in erster Linie ein leichter Crosser mit Gravel-Genen ist. Stattdessen vermittelt es den Eindruck eines konsequent auf Renneinsätze ausgelegten Gravelbikes.
Gefahren wurde das Testrad mit 50 Millimeter breiten Specialized-Tracer-Reifen, die tubeless montiert waren.
Die Bedingungen waren typisch für die Region: trockene Schotterpisten, loser Sand in den Kurven und zahlreiche technische Passagen mit Steinen, Auswaschungen und kleinen Gräben.
Besonders beeindruckend ist das Zusammenspiel aus geringem Gewicht und hoher Fahrstabilität. Wo andere Gravelbikes etwas mehr Nachdruck verlangen, lässt sich das Crux spielerisch über Gegenanstiege und Bodenwellen drücken. Auch auf technisch anspruchsvolleren Passagen bleibt das Bike jederzeit gut kontrollierbar.
Das Feedback vom Untergrund ist hervorragend. Gerade in sandigen Kurven vermittelt das Rad viel Vertrauen und macht es leicht, Traktion und Grenzbereiche einzuschätzen.
Spürbare Aero-Vorteile
Auf schnellen Schotterstraßen wird schließlich auch der aerodynamische Ansatz des neuen Crux spürbar. Natürlich erzeugen 50 Millimeter breite Reifen mit Geländeprofil weiterhin mehr Rollwiderstand als ein Rennradreifen. Dennoch überrascht, wie leicht sich hohe Geschwindigkeiten halten lassen.
Das vielleicht größte Kompliment nach den ersten Testkilometern: Das neue Crux fährt sich auf schnellen Schotterpassagen tatsächlich ein wenig wie ein „Tarmac auf Schotter“.
Im direkten Vergleich wirkte das bisherige Crux im Gelände etwas verspielter und agiler. Das neue Modell legt den Fokus dagegen stärker auf Stabilität, Effizienz und Vortrieb.
Gewitter bremst den Testtag
Eigentlich sollte die Ausfahrt mit einem längeren Schotteranstieg und einer anschließenden Abfahrt enden. Kurz vor dem finalen Streckenabschnitt zog jedoch eine Gewitterfront auf. Heftiger Regen zwang das Team dazu, den Testride vorzeitig abzubrechen.
Dennoch hinterließen bereits die ersten Höhenmeter einen vielversprechenden Eindruck. Das niedrige Gewicht und die direkte Kraftübertragung lassen vermuten, dass das Crux auch auf längeren Anstiegen zu den stärksten Gravelbikes seiner Klasse zählen dürfte.
Wer das Thema Leichtbau weiter treiben möchte, kann auf die neuen Roval Terra CLX III Laufräder setzen. Mit lediglich 1079 Gramm gehören sie zu den leichtesten Gravel-Laufrädern am Markt.
Modelle und Ausstattung
Das neue Crux 5 wird in fünf Varianten als Komplettbike angeboten. Den Einstieg bildet das Crux 5 Sport mit Shimano-GRX-Antrieb, darüber folgen die Modelle Comp und Expert mit Sram Rival XPLR beziehungsweise Force XPLR.
Mit dem neuen S-Level schließt Specialized die Lücke zwischen Expert und S-Works. Das Modell kombiniert einen FACT-10r-Rahmen mit Sram Red XPLR, integriertem Terra Cockpit und Terra-Aero-CL-Laufrädern. Das Gesamtgewicht liegt bei 7,7 Kilogramm.
An der Spitze des Portfolios steht das S-Works Crux 5 mit einem FACT-12r-Rahmen, Terra-Aero-CLX-Laufrädern und einem Gewicht von 7,1 Kilogramm. Für individuelle Aufbauten sind außerdem FACT-10r- und FACT-12r-Rahmensets erhältlich.
Erste Einschätzung
Mit dem Crux 5 entwickelt Specialized sein erfolgreiches Gravelbike konsequent weiter. Das neue Modell bleibt eines der leichtesten Gravelbikes am Markt, setzt den Fokus jedoch stärker auf die Gesamtperformance. Die Aerodynamik, das Gewicht, die Reifenfreiheit und das Fahrverhalten greifen spürbar ineinander.
Für ein abschließendes Urteil braucht es einen ausführlichen Dauertest unter unterschiedlichsten Bedingungen. Der erste Eindruck aus Girona fällt jedoch eindeutig aus: Das neue Crux 5 ist weit mehr als ein Aero-Update des Vorgängers. Specialized hat das Konzept in Richtung Gravel-Race-Bike weiterentwickelt, ohne die traditionellen Stärken des Modells aus den Augen zu verlieren.
Einziger Wermutstropfen bleibt das Preisniveau. Mit einer Preisspanne von 4499 bis 13.999 Euro positioniert Specialized das neue Crux klar im Premiumsegment und macht den Einstieg in die neue Modellgeneration nicht gerade günstig.
Mehr zum neuen S-Works Crux 5
▶ YouTube: Erste Fahreindrücke aus Girona
▶ Instagram: Reel zum Launch des neuen Crux 5
▶ Herstellerwebsite: Weitere Informationen zum Crux 5














