Leichte Helme, Test
Leichte Helme für Rennradfahrer im Test: Gewicht, Schutz, Bewertung

Helme im Test: Leichter Beschützer

Leichte Helme für Rennradfahrer im Test: Gewicht, Schutz, Bewertung

Das Gefühl von Leichtigkeit – und dennoch gutem Schutz: Wir haben zwölf der leichtesten Helme für Rennradfahrer auf dem Markt getestet.
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Die helmlose Zeit des Rennradsports ist vorüber. Zu Recht. Die Helmpflicht für Profirennen wurde jedoch erst 2003 eingeführt. Zu große Hitze, zu schwer, zu wenig Komfort – dies waren damals die Argumente vieler Profis gegen das Tragen von Helmen. Heute werden diese Diskussionen nicht mehr geführt. Auch weil diese Argumente keine Berechtigung mehr haben. Heutige Helme für Radfahrer sind gut belüftet, sicher und: leicht. Darauf liegt auch der Fokus dieses Tests: auf dem Gewicht.

Nach diesem Hauptkriterium haben wir ein Testfeld aus zwölf der leichtesten Helme des Marktes zusammengestellt und dabei alle Preisklassen berücksichtigt.

Diese zwölf leichten Helme haben wir getestet

Marke Modell UVP Prädikat
Limar Ultralight+ 149,95 Euro
Abus Airbreaker 249,95 Euro Kauftipp
Specialized S-Works Prevail II Mit ANGi 279,90 Euro Testsieger
Met Trenta 3k Carbon 299,00 Euro
HJC Furion 149,95 Euro
BBB Icarus 149,95 Euro Preis-Leistung
Lazer Z1 MIPS 299,95 Euro Kauftipp
Mavic Comete Ultimate MIPS 270,00 Euro
Bell Z20 249,95 Euro
Giro Aether MIPS 299,95 Euro Kauftipp
Sweet Protection Falconer MIPS 199,95 Euro
Uvex Race 9 249,95 Euro

Die ausführlichen Testbriefe für die leichten Helme, weitere Details zu MIPS und vieles mehr finden Sie in der RennRad-Ausgabe 4/2019. Jetzt bestellen!

Helme und die Bedürfnisse der Radsportler

Längst haben die Hersteller es geschafft, den Helm an die Bedürfnisse der Radsportler anzupassen. Durch ein geringes Gewicht, eine optimierte Passform und verbesserte Verschlusssysteme spürt man viele der modernen Top-Helme kaum noch am Kopf.

Je leichter ein Helm ist, desto besser sitzt er meist auch, denn umso geringer ist die Masse, die bei jeder Drehung des Kopfes und bei jeder Erschütterung in Bewegung gerät. Das zeigte auch unser Vergleichstest. Einige dieser Modelle werden auch von den Profis der WorldTour-Teams gefahren. Leichtigkeit und Aerodynamik – wie in vielen Bereichen der Radsporttechnologie sind auch dies wesentliche Ansprüche an Rennradhelme.

Nicht immer sind sie zu vereinen, hinzu kommt noch der Faktor Belüftung. Das sieht man am Angebot der Hersteller ebenso wie bei den Profiteams – auf Flach­etappen findet häufig ein aerodynamischer, aber schwererer Helm Verwendung. Geht es ins Gebirge, zählt jedes Gramm: Es kommen dann leichtere Helme zum Einsatz, die zudem deutlich mehr und größere Belüftungsöffnungen aufweisen.

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Wie leicht kann ein Rennradhelm sein?

Wie leicht kann ein Rennradhelm sein? 250 Gramm – das sollte eigentlich die Gewichtsgrenze für unseren Helmtest sein. Unterhalb dieser Marke bewerben viele Hersteller ihre Helme fast durchweg als super- oder ultraleicht.

Allerdings liegen Anspruch und Wirklichkeit hier manchmal weit auseinander. Zum einen gelten die Gewichtsangaben häufig nur für die kleinste Größe eines Modells. Zum anderen wäre dann das Testfeld entsprechend klein geworden. Zudem hätte man dafür teils auf Innovationen – etwa das MIPS-System – verzichten müssen, welche die Helme sicherer machen können. Am Ende entschieden wir uns für ein Limit von 300 Gramm, selbst gewogen bei einem Helm für einen mittleren Kopfumfang von 57 Zentimetern. Unabhängig vom Preis ergab sich damit ein großes, sehr unterschiedliches Testfeld. Viele verschiedene Fertigungstechniken und Materialien sind notwendig, um leichte Rennradhelme zu produzieren.

Erklärung: Was ist MIPS?

EPS-Schäume machen geringes Gewicht des Helme möglich

Möglich machen dies zum Beispiel besonders leichte EPS-Schäume – EPS steht für expandiertes Polystyrol und ist unter einem anderen Namen besser bekannt: Styropor. Sogenannte EPS-Nanobeads werden während der Produktion stark „aufgeblasen“ und machen den Grundkörper des Helms bei gleichem Volumen noch einmal leichter – ohne dabei an Schutzfunktion zu verlieren.

Zudem kann Gewicht beim Verschlusssystem inklusive der Gurte sowie beim Verstellsystem am Hinterkopf gespart werden. Prinzipiell könnte auch noch zusätzliches Gewicht beim In-Mould-Verfahren eingespart werden. Bei diesem Prozess wird die Polycarbonat-Schale mit dem EPS-Körper verbacken. Doch die meisten Hersteller setzen weiterhin darauf. Aus gutem Grund, denn das Verfahren erhöht die Sicherheit.

Helme im Test

Leichtigkeit bringt Komfort: Auf langen Strecken können schwere Helme Nackenprobleme provozieren.

Helme: Gewicht und Komfort

Ausgesprochen leichte Helme haben häufig besonders viele Luft­öffnungen. Sind diese strategisch angeordnet, verbessert sich die Belüftung gegenüber vielen geschlossenen, aerodynamisch optimierten Modellen enorm. Die bessere Luftzirkulation schützt vor Überhitzung. Gerade bei langen, langsamen Bergauffahrten, bei denen kühlender Fahrtwind meist ausbleibt, ist der Vorteil erheblich. Aber auch das Gewicht an sich kann einen Leistungs- und Komfortunterschied ausmachen: Ein schwerer Helm kann gerade auf längeren Strecken Nackenprobleme provozieren.

Jeder Fahrradhelm, der – egal wie leicht oder schwer er ist – in Deutschland verkauft wird, muss die Kriterien der Norm DIN/EN 1078 erfüllen. Diese schreiben einen standardisierten Falltest vor, den der Helm bestehen muss. Die Einhaltung dieser Kriterien ist zwingend vorgeschrieben, überprüft wird in der Regel stichprobenartig.

Interessant: Viele der Testexemplare verfügen zusätzlich über das MIPS-System – mehr dazu in unserer Extra-Info-Box. Bei der Zusammenstellung des Testfeldes haben wir uns immer dann für eine Modellvariante mit MIPS entschieden, wenn sie angeboten wurde und die vorgegebene Gewichtsobergrenze von rund 300 Gramm nicht überschritt.

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Preis und Leistung der Helme im Test

Ein geringes Gewicht lässt sich am einfachsten durch Materialersparnis erreichen. Im Falle eines Helmes ließe dies auf mehr Lüftungsöffnungen schließen. Das ist grundsätzlich richtig, und viele Hersteller verfahren nach diesem Prinzip. Für ausreichende Sicherheit sorgen dann entsprechend integrierte und teils sichtbare Verstärkungen, etwa Querstreben. Aber auch diese bringen wiederum Gewicht mit sich. Trotz eher geschlossener aerodynamischer Bauweise mit weniger Lüftungsöffnungen bringen einige Helme im Test nicht mehr als 300 Gramm auf die Waage.

Preiswerte Rennräder: 1500€-Räder im Test

Durch zusätzliches Styropor können etwa die internen Verstrebungen weggelassen werden. Generell sind nicht nur die von außen sichtbaren Öffnungen entscheidend für eine exzellente Belüftung. Wichtig ist auch das Innenleben. Solche „Wind-Tunnel“ an der Innenseite der Schale tragen maßgeblich zu einem kühlen Luftstrom am Kopf bei. Auch bei den günstigeren Helmen ist nicht zu befürchten, dass der niedrigere Preis auf Kosten der Sicherheit geht – denn auch diese Modelle müssen den gleichen Standards entsprechen wie die höherpreisigen.

Der leichteste Helm des Testfeldes, der Limar Ultralight+, zählt mit einem Preis von rund 150 Euro auch zu den günstigeren. Die Briefwaage zeigte ein extrem niedriges Gewicht von nur 179 Gramm, bei einem Helm der Größe Medium. In Sachen Hinterkopfhalterung hat er kleinere Schwächen, doch gerade bei Langstrecken machen sich solche Gewichtsvorteile deutlich positiv bemerkbar. Modelle wie der gleichpreisige BBB Icarus kommen sogar mit einem anclipbaren Aero-Cover, das den Leicht- auch zum Aero-Helm macht.

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