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Neue Rennräder im Test: Canyon, Merida, Stevens und Co.
in Test & Technik
50,9 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit: Die elfte Etappe der Tour de France 2026 von Vichy nach Nevers war die schnellste der Geschichte. Auch bergauf zum Col du Tourmalet, nach L‘Alpe d‘Huez und in anderen Rennen wurden in diesem Jahr etliche Rekorde gebrochen. Als mögliche Gründe gelten unter anderem eine höhere, dauerhafte Energiebereitstellung durch die „Kohlenhydratrevolution“, neue Trainings-Erkenntnisse und stetige Verbesserungen bei der Radbekleidung, den Helmen und den Fahrrädern.
Eine verbesserte Aerodynamik, weniger Gewicht und mehr Komfort – jedes neue Modell soll „besser“ sein als das alte. Teilweise belegen die Hersteller dies auch mit Messdaten: Laut Canyon kam das Endurace CFR aus diesem Test im GST-Windkanal bei 45 km/h auf einen aerodynamischen Leistungsbedarf von 205 Watt. Dies ist nur ein Watt mehr als das Aeroad CFR, das aerodynamisch optimierte Race-Bike des Koblenzer Herstellers.
Eine Variante des Storck Aerfast.5 kam Anfang Juni im Windkanal sogar auf einen neuen Bestwert von nur 195 Watt beim Leistungsbedarf. Das Aerfast ist mit seinen flächigen Rohrformen, den tiefen Gabelscheiden, dem schmalen einteiligen Carboncockpit und den Hochprofil-Laufrädern klar aerooptimiert. Die Geometrie ist mit einem Stack-to-Reach-Wert von 1,33 trotz der verbauten Spacer extrem sportiv. Sie bringt den Fahrer in eine gestreckte, tiefe und recht aggressive Sitzposition. Zum Race-Charakter des Storck passt das Übersetzungsverhältnis der Shimano-Ultegra-Di2-Gruppe –mit 52/36 vorne und 11-30 hinten. Der Preis des Komplettrades in der Sonderlackierung zum 30. Firmenjubiläum: 6599 Euro.
Komfort & Preis-Leistung
Am anderen Ende des Ausrichtungsspektrums, dem der langstreckentauglichen Allround-Rennräder, sind etwa das neue Stevens Izoard Force und das Lambda Twin Force angesiedelt. Das erst vor wenigen Wochen vorgestellte Izoard vereint Elemente des Aero-Modells Arcalis und des Langstrecken-Rennrads Xenith in einem neuentwickelten Carbon-Rahmenset mit bis zu 32 Millimetern Reifenfreiheit. Serienmäßig rollt das Izoard auf gut dämpfenden 30 Millimeter breiten Continental-Grand-Prix-TR-Reifen. Der Preis des Testmodells mit einer Sram-Force-AXS-Gruppe: 4599 Euro.
Das Lambda Twin Force hat vorne 32, hinten 35 Millimeter breite Continental-GP-5000-S-TR-Pneus verbaut und punktete im Test unter anderem mit einem Top-Kompromiss aus Agilität, Laufruhe und Komfort. Das Besondere: Das Modell kann sowohl mit Rennrad- als auch Gravel-Komponenten nach dem Baukastenprinzip über die Hersteller-Website frei konfiguriert werden. Das Lambda kostet in der vorliegenden Testausstattung mit herstellereigenen Carbon-Laufrädern und einer elektronischen Sram-Force-AXS-Gruppe 6175 Euro.
Am oberen Ende dieser Preisskala liegt das Falkenjagd Aristos RS Speed Gravel 3D. Der enorm hohe Preis von 17.991 Euro, das Rahmenmaterial und die extrem hochwertige Ausstattung machen es exklusiv. Das Falkenjagd basiert auf einem Rohrsatz und 3D-gedruckten Rahmen-Elementen aus Titan. Das Rahmengewicht beträgt 1480 Gramm. Ausgestattet ist das Aristos RS unter anderem mit einem Leichtbau-Carbon-Lenker von Schmolke, einer funkgesteuerten Campagnolo-Super-Record-13fach-Gruppe und sehr hochwertigen Bora-WTO-Ultra-Laufrädern des italienischen Herstellers. Das Falkenjagd steht stellvertretend für das derzeit technisch Machbare im Titanrahmenbau – es zeigt wie breit das Spektrum moderner Rennräder geworden ist. Profi-Räder, innovative Konzepte, Einsteiger-und Traum-Modelle: In diesem Testfeld ist all dies vertreten.
Diese neuen Rennräder und Allroad-Räder haben wir getestet
| Marke | Modell | Preis | Prädikat |
| Rose | Blend 105 Di2 | 2000 Euro | |
| Van Rysel | RCR-R FTestbrief | 3599 Euro | Preis-Leistung |
| Merida | Reacto LimitedTestbrief | 4299 Euro | |
| Stevens | Izoard Force | 4599 Euro | |
| Lambda | Twin Force | 6175 Euro | Allround-Tipp |
| Storck | Aerfast.5 30thTestbrief | 6599 Euro | |
| Focus | Izalco Max 9.8 | 6799 Euro | |
| Ventum | NS1 Sweet Chain / No. 6 Edition | 6799 Euro | Kauftipp |
| Benotti | Blade Record 2X13Testbrief | 7099 Euro | Allround-Tipp |
| Scott | Addict Premium | 7499 Euro | |
| Canyon | Endurace CFR | 9000 Euro | |
| Lapierre | Xelius DRS Team Replica | 13.000 Euro | |
| Titici | Omega | 13.890 Euro | Race-Tipp |
| Falkenjagd | Aristos RS Speed Gravel 3DTestbrief | 17.991 Euro |
Die ausführlichen Testberichte der neuen Rennräder lesen Sie in der RennRad 9/2026. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.
An diesem Test wirkten mit: Silvio Pusch, Frederik Böna, Gideon Heede
