Offroad-Speed
Race-Gravelbikes 2026 im Test: Offroad-Räder im Vergleich
in Gravel
324 Kilometer in 8:37 Stunden: 37,8 km/h im Schnitt. Mit dem Rennrad wären das beeindruckende Werte. Cameron Jones fuhr dies auf einem Gravelbike – nicht auf glattem Asphalt, sondern über Schotterpisten, Feldwege, durch Schlamm und Flussbetten. Der Neuseeländer gewann das wohl prestigeträchtigste Gravelrennen der Welt, das Unbound 200 in Kansas, USA. Seine Rennmaschine: Ein aero-optimiertes Race-Gravelrad, ausgestattet mit 40 Millimeter hohen Carbonfelgen, einem 37 Zentimeter schmalen Aero-Lenker und einer Straßenrad-Übersetzung mit einer 52/36-Kettenblattkombination vorne und einer 11-34-Kassette.
Auch die 16 Gravelräder in diesem Testfeld sind sportive „Spezialisten“. Sie sind in der Regel weniger auf Bikepacking, Zuladung, Geländegängigkeit ausgerichtet – und mehr auf Agilität, Direktheit, Steifigkeit und Leichtgewicht. Das leichteste Testmodell – das Storck Grix.2 Platinum – wiegt nur 7,19 Kilogramm. Seine Kammtail-Rohrformen erinnern eher an ein aero-optimiertes Rennrad als an ein Gravelbike. Die Geometrie fällt mit einem Stack-to-Reach-Verhältnis von 1,44 sehr sportiv und recht „tief“ aus. Das Fahrverhalten: extrem agil, direkt und mit Top-Beschleunigungseigenschaften bergauf.
Noch klarer auf die Aerodynamik ausgerichtet ist das neue Wilier Rave SLR ID2: Das Steuerohr ist in der Frontansicht sehr schmal und läuft nach hinten flächig aus. Das Unterrohr ist „bauchig“ konstruiert, um den Luftstrom effektiver um die Flaschenhalter zu leiten.
Ausstattungen & Ausrichtungen
Lange Zeit sagte bereits die Reifenwahl extrem viel über das Einsatzgebiet und die Ausrichtung eines Gravelrades aus. Für dieses Testfeld stimmt diese Aussage nur noch bedingt. Denn Wilier montiert an seinem Race-Modell 50 Millimeter breite Vittoria-Terreno-TLR-Reifen. Ein Test-Rad rollt auf 47-, fünf auf 45-, acht auf 40- und ein weiteres auf 38-Millimeter-Reifen. „40 Millimeter breite Reifen sterben aus, 45er Modelle werden vor allem dann gefahren, wenn es viele Höhenmeter gibt, ansonsten geht der Trend in Richtung 50, auch bei sehr schnellen Rädern“, sagt etwa der deutsche Gravel-Profi Paul Voß in einem aktuellen RennRad-Interview.
Breite Reifen können mit einem geringeren Luftdruck gefahren werden, gerade wenn sie tubeless montiert sind. Sie sind – in der Regel – robuster, bieten eine bessere Traktion, mehr Kontrolle und einen erhöhten Dämpfungskomfort. Gerade bei sehr langen, mehrstündigen Gravel-Rennen können diese Parameter die Nachteile des etwas höheren Gewichts und der größeren Stirnfläche aufwiegen.
Performance auf Langstrecken
Das schwerste Rad in diesem Testfeld, das neue Rose Backroad GRX RX825 Di2, bringt 10,09 Kilogramm auf die Waage. Sein Preis: 3700 Euro. Es steht stellvertretend für eine Radgattung, die vor allem bei Langstrecken performen soll. Dafür bietet es besondere Features wie etwa ein Unterrohrstaufach mit einer Powerbank-Halterung, die über ein Kabel mit einem USB-Anschluss unter dem Vorbau verbunden ist, um etwa einen GPS-Radcomputer, Lichter oder das Smartphone während der Fahrt aufzuladen. Zur Serienausstattung gehören zusätzliche Gewindeösen für Bikepacking-Zubehör und eine Rahmentasche mit einer magnetischen Fidlock-Halterung.
Canyon integriert beim Grizl CF 9 w/Rift als einziger Hersteller in diesem Testfeld eine Federgabel. In der Kombination mit der bewährten flexenden VCLS-2.0-Carbon-Sattelstütze punktet das Modell unter anderem mit einem extrem hohen Dämpfungskomfort, auch in sehr ruppigem Gelände. Das Gewicht des Komplettrads beträgt 9,99 Kilogramm. Sein Preis: 6999 Euro.
Race-Gravelbikes: Markt differenziert sich aus
Auch dieses Testfeld zeigt wieder einmal: Der Markt differenziert sich immer weiter aus. Es gibt nicht „das“ eine Race-Gravelbike. Es kommt auch hier auf den Einsatzzweck und die bevorzugten Parameter des Fahrers an.
Aerodynamisch, leicht, agil, robust und vielseitig – in diesem Vergleichstest sollte jeder fündig werden.
Diese Race-Gravelbikes haben wir getestet
| Marke | Modell | Preis | Prädikat |
| Rose | Backroad GRX 825 Di2 | 3700 Euro | |
| Bombtrack | Hook EXT C Apex AXS | 4400 Euro | |
| Stevens | Camino RS Pro Di2Testbrief | 4799 Euro | Allround-Tipp |
| BH Bikes | GravelX Evo R 6.5 | 4999 Euro | |
| Propain Bicycles | Terrel CF | 5439 Euro | |
| Bottecchia | Gravel SL | 5549 Euro | |
| Canyon | Grizl CF 9 ESC w/Rift | 6999 Euro | Offroad-Tipp |
| Ridley | Astr RS Force XPLR | 7299 Euro | |
| 8bar | Mitte Carbon V1 | 7480 Euro | |
| Storck | Grix.2 PlatinumTestbrief | 7499 Euro | Kauftipp |
| Benotti | Gravel RTestbrief | 7599 Euro | Race-Tipp |
| Scott | Addict Gravel RC | 8999 Euro | Race-Tipp |
| Megamo | Silk 00 | 8999 Euro | |
| Trek | Checkmate SLR 7 AXS | 8999 Euro | |
| Wilier Triestina | Rave SLR Di2 | 9900 Euro | Innovations-Tipp |
| BMC | Kaius 01 One | 10.999 Euro |
Die ausführlichen Testberichte der Race-Gravelbikes lesen Sie in der RennRad 10/2025. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.
Die getesteten Race-Gravelbikes in der Bildergalerie
An diesem Test wirkten mit: F. Böna, S. Pusch, J. Schinnagel, L. Heigl, P. Siebert
















