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Functional Training: Ganzkörpertraining und Übungen für Leistung und Wohlbefinden

Besser fühlen, mehr leisten

Functional Training: Ganzkörpertraining und Übungen für Leistung und Wohlbefinden

Functional Training bringt den ganzen Bewegungsapparat auf Vordermann. Das etablierte Ganzkörpertraining wird Ihnen so helfen, Ihre Leistung zu verbessern und sich wohler zu fühlen.
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Eigentlich ist Functional Training ein alter Hut, denn schon in der Antike machten sich Sportler und ihre Trainer Gedanken über funktionelle Körperübungen, um die Leistung zu verbessern. Seit dem neunzehnten Jahrhundert erlange die sogenannte Funktionsgymastik auch in Deutschland eine größere Bedeutung. Dies vor allem in der Körperertüchtigung, später in Rehabilitation und Prävention.

Functional Training geht jedoch noch einen Schritt weiter und versucht Menschen für das Alltagsleben fit zu machen. Bei Sportlern steht die sportliche Leistung und die Überlastungsprävention im Vordergrund.

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Functional Training lange vernachlässigt

Während im Leistungssport ganz allgemein über Jahrzehnte wenig anders als mit dem Sportgerät trainiert wurde, entwickelte sich in der Sporttherapie eine schier unendliche Vielfalt an funktionellen Übungen zur Kräftigung und Verbesserung der Koordination.

Im Radsport und hier besonders im Straßenradsport dauerte es bis zum Jahrtausendwechsel, bis man sich diesem Thema nahezu flächendeckend in den Profiteams annahm. Bis heute besteht das Training für viele Radprofis ausschließlich aus dem Radtraining und ein paar Einheiten im Fitnessstudio von November bis Dezember.

Im Fußball war diese Entwicklung sogar noch ausgeprägter, denn auch hier wehrten sich die meisten Trainer mit Händen und Füßen gegen Veränderungen der Trainingsinhalte, ja man bediente sich über Jahrzehnte völlig unfunktioneller Übungen.

Der große Verdienst von Trainern wie Verstegen und Co (bekannt als Fitnesscoach der deutschen Fußballnationalmannschaft) ist jedoch nicht die Erfindung vieler neuer Übungen, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass diese Übungen entsprechend des Anforderungsprofils einer Sportart ausgewählt, modifiziert und vor allem kombiniert durchaus zu einer Leistungssteigerung führen können.

Bewegungsapparat durch Functional Training stärken

Die trainingsmethodische Hauptintention des Functional Training ist eine Funktionsverbesserung des Bewegungsapparates, bestehend aus Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenken. Der Radsport, insbesondere der Straßenradsport, ist eine monotone, zyklische Bewegungsform, die im Wesentlichen die Beine belastet. Über Wochen und Monate und bei Profis über Jahre führt dies zu funktionellen, ja sogar anatomischen Anpassungen des einseitig belasteten Körpers.

Für den Radprofi, der entweder auf dem Rad sitzt oder aber sich vom Radfahren auf dem Sofa ausruht, mag diese körperliche Anpassung nur geringe Folgen für seinen einseitig genutzten Bewegungsapparat haben. Der Jedermannradsportler erfährt aber durch die teilweise hohen Kilometerumfänge auch starke Anpassungsreize und bekommt dadurch im normalen Alltag nicht selten orthopädische Probleme, sei es am Rücken, Nacken oder an den Schultern.

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Stabilisation und Ausgleich der unbelasteten Körperregionen

Durch Funktionstraining wird ein muskulärer Ausgleich zur einseitigen Belastung auf dem Rad geschaffen. Zudem können durch Funktionstraining Körperbereiche stabilisiert werden, die beispielsweise ein Widerlager für die Beinkraft darstellen.

Dadurch kommt es sowohl zu einer Verbesserung der Leistung als auch präventiv beziehungsweise rehabilitativ zu einer Verbesserung der Gesamtsituation des Bewegungsapparates. Das wirkt sich leistungssteigernd aus und führt zudem zu einem Benefit im Alltagsleben, weil sich das Körpergefühl verbessert.

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Schlapper Radfahrerbauch? Mit Core Training entgegenwirken!

Wer sich Radprofis auf dem Rad einmal von der Seite ansieht, wundert sich oftmals über den dicken Bauch. Das liegt überhaupt nicht an den dicken Fettschichten, sondern vielmehr an den schwachen Bauchmuskeln, die dem Druck der Eingeweide nicht standhalten können – der Bauch hängt runter. Radfahren führt zu einem Ungleichgewicht zwischen Bauch- und Rückenmuskulatur. Man nennt so ein Ungleichgewicht Dysbalance.

Um jedoch im Alltag langfristig vor Rückenschmerzen oder sogar degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule geschützt zu sein, müssen Jedermänner ihren Bauch auftrainieren. Eine funktionstüchtige Bauchmuskulatur hilft übrigens auch im Wiegetritt, die Muskelschlinge von den Händen über den Schultergürtel und den Rumpf hin zu den Vortrieb erzeugenden Beinen aufzubauen. Das sogenannte Core oder Rumpftraining ist zentraler Bestandteil des Functional Training.

Funktionstüchtige Muskulatur bedeutet im Übrigen nicht, dass die Muskulatur auch stark ausgeprägt ist. Letztlich schafft Functional Training so nicht nur eine direkte Leistungsverbesserung, sondern auch die Basis für eine höhere Belastungsverträglichkeit. Das bedeutet, man kann höhere Trainingsbelastungen besser verkraften.

Funktionstraining: Matte und Trainingsgeräte

Funktionstraining kann man ideal zu Hause durchführen, denn man braucht dazu nicht viel mehr als sein eigenes Körpergewicht, eine Matte und bei Bedarf ein paar Trainingsgeräte. Noch besser ist natürlich eine Kombination von Funktionstraining mit Krafttraining an der freien Hantel.

Beim Funktionstraining stehen zwei verschiedene Trainingsformen im Vordergrund: zum einen das dynamische Training (Bewegungstraining) und zum anderen das statische Training (Haltetraining), oft mit koordinativen Aufgaben verknüpft. Wichtig ist, dass man nicht nur Übungen für die Beinmuskulatur durchführt, sondern auch Arme, Bauch, Rücken und Schultern in das Programm einbezieht.

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Ganzjähriges Functional Training

Ein ganzjähriges Funktionstraining ist nicht nur im Spitzensport, sondern auch im „normalen“ Renn- und Hobbysport zu fordern, wenn auch mit unterschiedlichen Zielsetzungen: Während man im Spitzen- und Rennsport vorrangig die spezifische Leistungssteigerung anstrebt, soll das Funktionstraining im Hobbysport eher präventiven Charakter haben und vor Über- und Fehlbelastungen schützen.

Dieser Aspekt ist jedoch auch für den Leistungssport keineswegs zu vernachlässigen, denn mit einem gezielten Training für Halte- und Stützmuskulatur (Rumpf, Schultern, Arme) lassen sich Beschwerden am Bewegungsapparat effektiv vermeiden.

Master auf die Matte!

Besonders im Mastersalter nimmt die Bedeutung einer gezielten funktionellen Kräftigungsgymnastik stark zu, um Haltungsschäden und Überlastungen durch den mitunter jahrelangen Radsport auszugleichen.

Ältere Sportler haben oft ausgeprägte Funktionseinschränkungen auf Grund von verminderter Beweglichkeit, Dysbalancen und Verkürzungen. Neben den Kräftigungs- und Koordinationsübungen gehört ein tägliches Stretchingprogramm ebenfalls zum Training ohne Rad.

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Über den Autor

Dr. Achim Schmidt, ist Sportwissenschaftler, Buchautor und seit 25 Jahren A-Amateur.


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