Körpertemperatur, Studie
Körpertemperatur über 40 Grad: Nehmen Radsportler Schaden?

Studie: Radsport-Fieber

Körpertemperatur über 40 Grad: Nehmen Radsportler Schaden?

Während eines Wettkampfes erhöht sich die Körpertemperatur eines Radsportlers in Bereiche, in denen man eigentlich von Fieber spricht. Nimmt der Körper davon Schaden? Eine Studie.
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Zwischen 36,3 und 37,4 Grad Celsius – in diesem Bereich liegt die normale Körperkerntemperatur des Menschen. Von Fieber kann man bereits ab 38 Grad sprechen. 41,5 Grad jedenfalls sind extrem – und können doch auch ohne Fieber erreicht werden. Und zwar von gesunden Radsportlern im Wettkampf, wie neue Forschungsergebnisse zeigen.

Körperkerntemperaturen von bis zu 41,5 Grad Celsius wurden bei Sportlern während der Wettkämpfe der UCI-Straßenweltmeisterschaften 2016 in Katar gemessen. 40 männliche und weibliche Athleten schluckten für die Untersuchung vor den Wettkämpfen Thermometer-Kapseln, die ihre Körpertemperatur aufzeichneten. Die Lufttemperatur war mit rund 37 Grad Celsius sehr hoch, jedoch war die Luft mit einer relativen Feuchtigkeit von etwa 35 Prozent trocken.

Die Ergebnisse: Während aller Rennen stieg die Körperkerntemperatur der Fahrer stark an, insbesondere bei den deutlich kürzeren Zeitfahr-Wettbewerben, bei denen auch die durchschnittliche Leistung der Fahrer signifikant höher war. 85 Prozent der Athleten erreichten Temperaturen von mindestens 39 Grad. 25 Prozent der Fahrer kamen auf Werte von mehr als 40 Grad, der höchste gemessene Wert lag bei 41,5 Grad.

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Nehmen Radsportler bei erhöhter Körpertemperatur Schaden?

Die Forscher folgerten, dass Radsportler in der Hitze Körperkerntemperaturen von mehr als 40,5 Grad Celsius erreichen können, ohne Schaden zu nehmen. Bei keinem der teilnehmenden Athleten wurden nach dem Rennen Beschwerden oder Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Wie sehr man erhitzt, hängt also stärker von der Intensität als von der Dauer der Belastung ab. Radrennen oder andere sportliche Wettkämpfe bei hohen Temperaturen zu verkürzen, scheint demnach hinsichtlich der Gefahr des Überhitzens keine effektive Lösung zur Schonung der Sportler zu sein.

RennRad 6/2019

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