Pedale, Test, Vergleichstest
Pedale für Rennräder und Gravelbikes im Test

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Pedale für Rennräder und Gravelbikes im Test

Das Pedal ist die Verbindung zwischen Mensch und Maschine. Zwölf Modelle aller Preisklassen für die Straße und das Gelände im großen Vergleichstest.
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Klick – ein Geräusch, das zum Rennradfahren dazugehört wie der Fahrtwind und der eigene Atem. Vor Pausen, an Ampeln und Kreuzungen – klick. Der Fuß wird aus dem Pedalsystem herausbewegt, er ist „frei“ – und beim Losfahren bewegt er sich wieder zurück in das System. Von diesen Momenten abgesehen, sind Klickpedale unscheinbar – und doch extrem wichtig: Ein möglichst großer Anteil der Kurbelumdrehung dient der Kraftübertragung.

Die Auswahl an Rennrad-Pedalen ist groß – je nach Hersteller und jeweiligem System unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Auflagefläche, ihrer Auslösehärte und dem „Float“, der Bewegungsfreiheit, die sie trotz einer festen Verbindung ermöglichen – dies kann etwa bei Knieproblemen dabei helfen, eine „natürlichere“ Bewegung zu ermöglichen. Auch wer an seinem Rennrad Gewicht einsparen möchte, kann dies unter anderem mit der richtigen Pedalwahl tun. Zudem halten Pedale teils „ewig“.

Welche Besonderheiten haben Offroad-Pedale?

Für Offroad-Pedale gelten ähnliche, aber auch einige andere Parameter als für die klassischen Straßenmodelle. Auch sie bieten eine sichere Verbindung und eine direkte Kraftübertragung – doch es lässt sich mit ihnen leichter und schneller ein- und ausklicken.

Im Alltag ist das ein Vorteil: an der Ampel, in einer überraschenden Situation im Stadtverkehr. Und im Gelände, wenn man das Gleichgewicht bei niedrigem Tempo verliert und den Stand mit einem Fuß auf dem Boden stabilisieren muss. Bei Schmutz und Staub funktionieren die Offroad-Klickpedale zudem bauartbedingt länger und besser als die Lösungen für die Straße.

Viele Rennrad-Neulinge beginnen auch auf der Straße oftmals mit Offroad-„Klickies“. Denn gerade auf Einsteiger können die oftmals sehr starre Verbindung, die teils hohe Auslösehärte und der damit verbundene Kraft- und Technikaufwand beim Ausklicken aus Rennrad-Klicksystemen abschreckend wirken. Viele wechseln erst nach einer Eingewöhnungsphase zum klassischem Rennrad-Drei-Loch-Klicksystem, das in der Regel eine festere Verbindung, weniger Bewegungsspielraum, eine größere Auflagefläche und damit meist eine effizientere Kraftübertragung bietet. Auch Fahrer, die etwa an Knieproblemen leiden, profitieren oftmals von den Offroad-Lösungen, die in der Regel klar mehr Float bieten.

Pedale, Test, Vergleichstest

 

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Pedale im Test: Q-Faktor und Kraftübertragung

Der Q-Faktor beschreibt den Abstand zwischen den beiden Montagepunkten der Pedale. Weil die Hersteller unterschiedlich breite Tretlager und gekröpfte Kurbeln produzieren, gibt es unterschiedliche Abstände. Nicht alle Fahrer kommen mit allen Abständen gleich gut zurecht. Ist er zu groß, kann dies bei manchen zu Knieproblemen führen. Pedal-Fabrikate mit kurzen Achsen sollen diese Unterschiede ausgleichen können. Daher ist der Q-Faktor auch bei den Pedalen relevant. Meist liegen die Unterschiede bei nur wenigen Millimetern. Denn da auch die Schuhe selbst eine gewisse Breite haben, muss die Pedalachse zudem, natürlich, immer breit genug sein, um ein Schleifen des Schuhs an der Kurbel zu vermeiden. Wer etwa mit den Knien Probleme hat, kann über eine Änderung des Q-Faktors nachdenken.

Aber auch durch eine andere Montage der Pedalplatten, auch „Cleats“ genannt, lässt sich der Q-Faktor anpassen. Lösen kann man das Problem über zwei verschiedene Wege. Manche Pedalplatten wie etwa jene von Wahoo, Look oder Shimano kann man auch einfach seitlich verschieben. Zudem bieten Magped, Shimano und Wahoo auf Nachfrage beim Händler und auch SQ-Lab – direkt auf Bestellung – unterschiedliche Längen der Pedalachsen an.

Generell gilt: Je mehr sich der Druckpunkt der Pedalachse annähert, desto besser, ergo effizienter ist die Kraftübertragung. Eine geringe Bauhöhe des Pedals gilt demnach als vorteilhaft, ebenso wie eine möglichst dünne Sohle. Allerdings: Es handelt sich hier um einen Spielraum von wenigen Millimetern. Um genügend Druck auf das Pedal zu bringen, empfiehlt sich eine große Auflagefläche. Hier ist das Zusammenspiel von Pedal und Schuhplatte von Bedeutung. Für die Wahoo-Speedplay-Pedale gilt: Die Auftrittsfläche ist deutlich größer, als es das Pedal vermuten lässt. Denn die Schuhplatte selbst übernimmt einige Funktionen, für die bei den anderen Herstellern das Pedal zuständig ist.

Systeme und Magnete

Pedal und Schuh werden bei allen Systemen über ein mechanisches System zusammengehalten. Eine Ausnahme bilden hier die Pedale von Magped. Statt eines Feder-Haken-Systems fungieren hier ein Magnet im Pedal und eine Metallplatte im Cleat als verbindende Elemente. Im günstigsten Fall schnappen Pedal und Schuh einfach zusammen. Zum Ausklicken ist kein Drehen des Fußes erforderlich. Man zieht ihn einfach nach oben. Das kann gerade für Einsteiger sehr beruhigend sein. Als erfahrener Klickpedal-Fahrer hingegen ist dies eine Umstellung.

Magped kategorisiert seine Pedale selbst in den Bereich Tourenfahren ohne zu harte Antritte. Dies deckt sich mit dem Eindruck unserer Tester, denn bei zu starkem Beschleunigen – bei Sprints oder teils im Wiegetritt – löst das Pedal oftmals von selbst aus. Die Magnethärte ist jedoch recht einfach anpassbar.

Pedale früher und heute

Bereits im 19. Jahrhundert wurde mit Systemverbindungen experimentiert. Die ersten kommerziellen Versuche machte dann Cinelli Anfang der 1970er-Jahre mit dem Systempedal M71. Da man die Pedale aber per Hand auslösen musste, wurde sie oft auch als „Todespedale“ bezeichnet.

Das noch in der heutigen Form bekannte Look-Pedal kam 1984 auf den Markt. Neben der klassischen Spiralfeder kommen heutzutage auch gespannte Carbon-Platten zum Einsatz. Die französischen Traditionshersteller Time und Look nutzen diesen Mechanismus.

Das vor wenigen Jahren von Wahoo übernommene Speedplay-System integriert seinen Mechanismus ins Cleat. Auch die deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma entwickelten einst eigene Pedalsysteme. Shimano und Look sind heute die weltweit meistgefahrenen Pedalsysteme, gerade bei Rennrad-Systemen.

Doch unser Test zeigt: Auch andere Hersteller bieten in allen Preisklassen sehr überzeugendes Material. Ein Test anderer Pedalsysteme kann sich zudem besonders für Sportler lohnen, die Knieprobleme haben.

Diese Pedale haben wir getestet

Road-Pedale

Marke Modell Preis Prädikat
BBB Rebel BPD-51 80,95 Euro Preis-Leistung
Look Keo 2 Max Carbon 108,95 Euro Kauftipp
SQlab 512Testbrief 149,95 Euro Kauftipp
Time XPRO 10 169,00 Euro
Shimano Ultegra PD-R 8000 174,95 Euro
Magped Road 189,00 Euro
Wahoo Speedplay Zero 229,99 Euro

Gravel-Pedale

Marke Modell Preis Prädikat
Look X-Track Race Carbon 123,95 Euro
Shimano XT PD-M 8100 134,95 Euro Kauftipp
Crankbrothers Mallet Trail 179,99 Euro Kauftipp
Magped Gravel 189,00 Euro
Time Speciale 12 290,00 Euro

Die ausführlichen Testberichte der Rennrad- und Gravel-Pedale lesen Sie in der RennRad 8/2023. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.

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