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René Fürstenberg: Vom Fußballtor zum Rennradfahrer – ein Porträt

René Fürstenberg: Quereinsteiger

René Fürstenberg: Vom Fußballtor zum Rennradfahrer – ein Porträt

Vom Fußballtor in den Rennradsattel – von 120 auf 92 Kilogramm: Das ist der Weg von René Fürstenberg: vom Nichtsportler zur Tour de Kärnten.
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Die Oberschenkel beginnen zu brennen. Herzfrequenz, Laktatspiegel und Straße steigen stetig nach oben. Schweiß tropft auf den Lenker und das Oberrohr. René Fürstenberg arbeitet nach einem langen Arbeitstag weiter – auf dem Rad. An seinen Fähigkeiten am Berg, an Fähigkeiten, die er braucht, um sein Ziel zu erreichen: die Teilnahme an der Tour de Kärnten.

Triathlon-Kolumne: Erlebnisbericht eines Einsteigers

René Fürstenberg: Erst Übergewicht, dann Triathlon

Wie für viele Berufstätige gilt es für den Fachinformatiker sein Training möglichst effektiv in den beruflichen und familiären Alltag zu integrieren. War das Radfahren am Anfang noch als Ausgleich gedacht, entwickelte der ehemalige Fußballtorwart sehr schnell sportlichen Ehrgeiz. Viele Jahre lang stand der 1,89 Meter große und kräftig gebaute Hobbysportler bei Spielen der oberen Amateurligen im Tor.

Das Karriereende dort bedeutete, wie bei Leistungssportlern nicht unüblich, auch für ihn einen vorläufigen Abschied vom Idealgewicht. Phasenweise wog er 35 Kilogramm mehr als zu seinen Zeiten als Torwart. Parallel mit der Gewichtszunahme sank seine Freude an der Bewegung. „Das war nicht mehr ich“, sagt der heute 37-Jährige rückblickend.

Eines Abends, bei einer Feier, erzählte ihm ein Freund von Volkstriathlon-Events. René Fürstenberg hörte zu – und in seinem Kopf machte es Klick. Mit wenig Kondition, aber einem großen Willen startete er kurz darauf bei seinem ersten Kurztriathlon: 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, fünf Kilometer Laufen.

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Faszination Radsport: Vom ersten Rennrad zum ersten Rennen

„Im Ziel war ich fix und fertig, aber stolz auf das Erreichte.“ Fürstenberg war infiziert. Der Freund, der ihn zum Triathlon brachte, begeisterte ihn schließlich auch für ein Radrennen. 2011 kaufte er sein erstes Rennrad. Und erlebte, was Radrennen bedeuten: Ein Kampf gegen sich selbst, Gegner, Strecke, Hitze, Kälte, Regen.

Wie für die meisten Einsteiger galt es auch für René Fürstenberg erst einmal Kilometer abzuspulen. Der Spaß rückte dabei fast schon in den Hintergrund. Nicht nur brennende Fußsohlen, Nackenschmerzen und Sitzbeschwerden erforderten viel Disziplin und Willenskraft. Vor allem in Sachen Geschwindigkeit war das Training noch weit entfernt von der einstigen Dynamik und Explosivität, die für einen Torwart im oberen Amateurbereich notwendig sind.

Nach vielen Wochen konsequenter Arbeit stellten sich die ersten Erfolge ein. Während die angezeigten Werte der Digitalwaage und des Herzfrequenzmessers immer weiter nach unten gingen, erhöhte sich das Leistungsvermögen. Die Ausfahrten wurden länger und länger. Spätestens hier wurde die Faszination Radsport für den ehemaligen Fußballer greifbar. Seine Ziele bei den ersten Hobby-Radrennen: ankommen. Erfahrungen sammeln.

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Mehr als Abnehmen

Doch nach und nach stieg mit den Ambitionen auch der Trainingsaufwand. Betrug seine Rad-Kilometer-Zahl im Jahr 2010 null – so kommt er heute auf rund  12.000 Trainings-Kilometer auf dem Rennrad.

Die Trainingsinhalte sind inzwischen wesentlich differenzierter. So war der Kraftraum in der Vorbereitung auf die Saison 2018 ein fester Bestandteil, um verschiedene Muskelgruppen gezielt zu trainieren. Das Ziel: die Maximalkraft. Zur Ermittlung der genauen Belastung erfolgte bereits im Vorfeld ein Maximalkrafttest.

Aber natürlich kennt auch René Fürstenberg die Standard-Probleme aller Hobbyathleten: Etwa, dass viele Trainings nicht wie vorgesehen durchgeführt werden können. Er nimmt das hin. Und macht später wieder normal mit seinem Trainingsplan weiter. „Die Belastungen bauen aufeinander auf und sollten deshalb in einer gewissen Reihenfolge und mit entsprechenden Abständen stattfinden“, sagt er.

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Den Spaß am Sport erhalten: René Fürstenberg und sein Ehrgeiz

Seit zwei Jahren spielt in seinem Leben auch das Thema Ernährung eine immer wichtigere Rolle. Aber eine ohne Dogmen, ohne selbstauferlegte Verbote. Fast. Denn Alkohol ist für ihn absolut tabu. Zu Süßigkeiten greift er nur selten. Wie beim Training steht auch bei der Ernährung die Ausgewogenheit im Vordergrund, um den notwendigen Spaß am Sport zu erhalten.

Eine gezielte Gewichtsreduktion sieht Fürstenberg nicht als unbedingt leistungsfördernd. Für ihn regelt sich dies vor allem über die Qualität der Einheiten. „Gerade in meiner Anfangszeit habe ich bemerkt, wie alleine das Training auf dem Rad zehrt“, sagt er rückblickend.

Die Tour de Kärnten war eines seiner ersten großen Ziele. Heute blickt er auf mehrere erfolgreiche Teilnahmen zurück. Seine Gesamtfahrzeit 2018: 16 Stunden, 39 Minuten. Platz 222. Galt es 2012 noch die Rennen zu beenden, ist sein großes Saisonziel nun ein anderes: die Qualifikation für die Jedermann-Weltmeisterschaft im italienischen Varese.

Dieser Artikel erschien in der RennRad-Ausgabe 8/2018. Diese können Sie genauso wie viele weitere Hefte in unserem Shop nachbestellen – im Print-Format oder als E-Paper!

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