Emanuel Buchmann, Giro d'Italia, Vorschau
Giro d’Italia 2021: Deutsche Fahrer, Favoriten, Vorschau

Buchmanns Premiere

Giro d’Italia 2021: Deutsche Fahrer, Favoriten, Vorschau

Der Giro d’Italia 2021 beginnt an diesem Wochenende in Turin. Für Emanuel Buchmann ist es der erste Giro. Wie stehen seine Chancen? Wer sind die Favoriten?
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Acht deutsche Fahrer sind in der vorläufigen Startliste des Giro d’Italia zu finden, der am kommenden Samstag in der Autostadt Turin beginnt. Bora-Fahrer Emanuel Buchmann, der in diesem Jahr auf die Tour de France verzichtet, gilt als aussichtsreicher Kandidat für eine Top-Platzierung im Gesamtklassement. Der Giro fordert in diesem Jahr die Kletterer in besonderem Maße. Auf insgesamt 3450 Kilometer sind fast 47.000 Höhenmeter zu bewältigen.

Eine Übersicht über die Etappen, die Daten und die Favoriten des Giro d’Italia 2021 gibt es hier.

Jens Zemke, der als Sportlicher Leiter den Giro d‘Italia begleiten wird, zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Die Konkurrenz ist sehr stark. Beim Blick auf die Startliste konnte ich ein Dutzend Fahrer ausmachen, die im Gesamtklassement eine Rolle spielen werden. Emu ist einer davon,“ sagt der Frankfurter. Peter Sagan ist der zweite Joker bei Bora-hansgrohe. Der dreimalige Weltmeister will wieder auf Etappenjagd gehen und peilt auch das Trikot des Punktbesten an, das vor zwei Jahren sein Teamkollege Pascal Ackermann gewinnen konnte. Sagan hat den treuen Daniel Oss an seiner Seite, Buchmann setzt vor allem auf die Kletterfähigkeiten eines Felix Großschartner. Aber auch Matteo Fabbro will sich in seinem ersten Giro zeigen.

Team DSM

Mit dem Vorjahreszweiten Jai Hindley und den drei Deutschen Nikias Arndt, Nico Denz und Max Kanter startet das deutsche Team DSM in den 104. Giro d’Italia. Im achtköpfigen Aufgebot stehen zudem Neuzugang Romain Bardet, der ebenso wie Kanter und Michael Storer sein Giro-Debüt geben wird, sowie Chris Hamilton und Nicolas Roche. „Auch in diesem Jahr reisen wir zum Giro d’Italia, um alles für ein gutes Teamergebnis in der Gesamtwertung zu geben und wir werden die kollektive Stärke aller acht Fahrer benötigen, um dies zu erreichen“, kommentierte Coach Matt Winston die Auswahl.

Hindley, Hamilton und Denz waren schon 2020 am Start, als man die Plätze zwei (Hindley) und drei (Keldermann) belegte. Auf der Jagd nach Etappensiegen könnten Max Kanter und Nikias Arndt punkten. Kanter erzielte bei seinem Grand Tour Debut im Vorjahr in der Vuelta einige Top-Platzierungen, Arndt feierte bereits einen Etappensieg im Giro.  „Wir werden unsere Chancen im Sprint nutzen und versuchen gute Ergebnisse einzufahren“, sagt Arndt.

Martens letzte Rundfahrt

Die weiteren Deutschen in diesem Giro sind Alexander Krieger (Alpecin-Fenix), Paul Martens (Jumbo-Visma) Roger Kluge (Lotto-Soudal) und Maximilian Walscheid (Qhubeka Assos), der bei Sprintankünften vorn mitmischen will. Krieger Martens und Kluge werden Helferaufgaben in ihrem Teams verrichten. Für Paul Martens wird es ein besonderer Giro: Er beendet danach seine lange Karriere bei Jumbo-Visma.

Einer der großen Favoriten im Kampf um das Rosa Trikot ist der kolumbianische Tour-Sieger von 2019, Egan Bernal. Er musste im letzten Jahr die Tour vorzeitig beenden, weil er Rückenprobleme hatte. Die scheinen auskuriert, und der 28-Jährige träumt vom Giro-Sieg. Einen anschließenden Tour-Start schließt er allerdings nicht aus, doch dort soll er aber nur als Helfer eingesetzt werden.

Unterstützt wird er unter anderem von Pavel Sivakov, Daniel Felipe Martínez und Filippo Ganna. „Ich denke, es ist die richtige Entscheidung. Ich wollte seit meinem Profidebüt 2016 schon immer den Giro fahren“, sagte Bernal. „Ich freue mich, auf diese neue Herausforderung und sein Chef Dave Brailsford ergänzt: „Wir wollen in allen drei Grand Tours mit einer starken Mannschaft überzeugen. Und ich denke, wir haben eine gute Balance zwischen diesen Rennen gefunden.“

Egan Bernal, Giro d'Italia, Vorschau

Egan Bernal geht als großer Favorit in den Giro d’Italia 2021

Herausforderer von Egan Bernal beim Giro d‘Italia

Einer seiner größten Herausforderer dürfte der Brite Simon Yates (Bike Exchange) sein, der sich nicht nur mit seinem Gesamtsieg in der Tour of the Alpes in den Kreis der Favoriten fuhr. Yates ist gereift, hat an Konstanz gewonnen, so dass eine dreiwöchige Rundfahrt für ihn kein Problem mehr ist.

Noch vor drei Jahren war das nicht so. da erlebte er als Spitzenreiter auf der 19. Etappe ein Desaster, als er einbrach und das Rosa Trikot noch an seinen Landsmann Chris Froome (damals Ineos) abgeben musste und am Ende nur einen enttäuschenden 21. Platz belegte.

Auch im letzten Jahr musste er vorzeitig aufgeben, weil er an Corona erkrankte. Darum achtet der Brite jetzt noch mehr auf seine Gesundheit. „Ich muss auf mich aufpassen und darf nicht krank werden und dann sehen wir, wie es beim Giro läuft,“ sagte Yates, der sich nach der Tour of the Alpes einige Etappen des Giro anschaute. „Das wird keine leichte Aufgabe, die Etappen sind sehr anspruchsvoll, die Berge teilweise sehr steil,“ sagte er.

Verletzungspech

Eigentlich hatte Thibaut Pinot ebenfalls vor, beim Giro d‘Italia um das Rosa Trikot zu kämpfen, doch der Franzose leidet seit acht Monaten unter Rückenproblemen und musste seine Teilnahme absagen. Auch hinter dem Start des Italieners Vincenzo Nibali, Gesamtsieger von 2013 und 2016 steht ein Fragezeichen. Der Hai von Messina wurde erst vor Kurzem an der Hand operiert, befindet sich zwar wieder im Training. Inwieweit ihn die Verletzung beim Giro noch beeinträchtigen wird, muss man abwarten.

Gespannt sind viele Fans auch auf den ersten großen Autritt von Belgiens Jungsstar Remco Evenepoel, der nach langer Verletzungspause wieder an sein altes Leistungsniveau anknüpfen will.  Bei Astana setzt man auf Alexandr Vlasov, den besten Jungprofi bei Paris-Nizza; bei Bahrain-Merida hofft man, Michel Landa aufs Podest zu bringen.

Berglastiger Giro d‘Italia

Der Giro ist in diesem Jahr sehr berglastig. Für die Sprinter gibt es sechs Etappen, die über die drei Rennwochen verteilt sind, dazu zwei flache Einzelzeitfahren am ersten (neun Kilometer in Turin) und am letzten Tag (29,4 Kilometer in Mailand), außerdem eine 34 Kilometer lange Schotterstraße in der Toskana.

Auf dem 16. Tagesabschnitt steht die Königsetappe-mit Passo Fedaia, Passo Pordoi und den Passo Giau in den Dolomiten auf dem Programm, bevor es in Cortina d‘Ampezzo ins Ziel geht. Die 212 Kilometer dieses Tages führen über 5.700 Höhenmeter. Weitere Bergankünfte sind auf dem legendären Monte Zoncolan (14. Etappe), die zehn Prozent steile Rampe zur Sega di Aia bei Trient (17. Etappe), die Alpe di Mera nahe der Schweizer Grenze nördlich von Mailand (19. Etappe) und das Valle Spluga (20. Etappe).

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Die deutschen Fahrer beim Giro d’Italia 2021

Am 8. Mai startet der Giro d’Italia. Insgesamt acht deutsche Fahrer stehen in der vorläufigen Startliste. Chancen auf eine Top-Platzierung im Gesamtklassement hat Emanuel Buchmann.

Die deutschen Fahrer und ihre Teams im Überblick:

  • Team DSM: Nikias Arndt (Bonn), Nico Denz (Waldshut-Tiengen) und Max Kanter (Cottbus).
  • Bora-hansgrohe: Emanuel Buchmann (Ravensburg)
  • Jumbo-Visma: Paul Martens (Rostock)
  • Lotto-Soudal: Roger Kluge (Berlin)
  • Alpecin-Fenix: Alexander Krieger (Stuttgart)
  • Qhubeka-Assos: Maximilian Walscheid (Neuwied)
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