Tour de France 2020, Etappen, Favoriten, Informationen
Tour de France 2020: Etappen, Top-Teams, Favoriten

Cols de France

Tour de France 2020: Etappen, Top-Teams, Favoriten

Acht Gebirgsetappen, vier Bergankünfte, neue Pässe: Die Tour de France 2020 wird extrem, hart, spektakulär.
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Die Tour de France wird immer extremer. Mehr Berge, mehr Action, mehr TV-Tauglichkeit scheinen die Mottos zu sein. „Die Tour wird wie die Vuelta“, hörte man nach der Streckenpräsentation aus Expertenkreisen. Sie wird eine Rundfahrt für die Bergfahrer. Die Strecke für die Tour de France 2020 bietet: fast drei Dutzend Gipfel in allen fünf französischen Gebirgen, steile Anstiege vom zweiten bis zum vorletzten Tag und nur ein Einzelzeitfahren, das auf dem Gipfel der Planche des Belles Filles endet.

„Es gibt 29 schwere Berge, das wird eine körperliche Herausforderung von Anfang bis Ende“, sagt der Tour-Chef Christian Prudhomme, der traditionell im Rahmen einer großen Gala im Pariser Palais des Congrès die Strecke der 107. Frankreich-Rundfahrt vorstellte.

Wann findet die Tour de France 2020 statt?

Die Tour beginnt wegen der Olympischen Spiele eine Woche früher, am 27. Juni, in Nizza und endet am 19. Juli auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Élysées.

Nach dem Start in Nizza gibt es nicht die gewohnten Flachetappen für die Sprinter, sondern es geht früh in die Berge. Bereits in der ersten Rennwoche warten die Pyrenäen. Danach folgen flache bis wellige Tage am Atlantik, bei denen jedoch starke Seitenwinde – und somit Windkantenformationen der Spitzenteams im Kampf um die Gesamtwertung – zu erwarten sind. Ehe die Karawane über das Zentralmassiv und den Jura in die Alpen zieht.

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Berge und Wind

Das schwere Einzelzeitfahren am vorletzten Tag nach La Planche des Belles Filles wird wohl endgültig die Entscheidung über den Gesamtsieg bringen. „Im Detail lässt sich die Strecke natürlich noch nicht einschätzen, aber es scheint, als wäre die Tour 2020 etwas für Kletterer. Schon zu Beginn geht es in die Berge, das heißt, man muss von Tag eins weg sehr gut in Form sein“, lautete Ralph Denks erste Einschätzung zur Tour 2020. Der Teammanager des deutschen Rennstalls Bora-Hansgrohe erwartet eine extrem spannende Tour: „Die Form muss man bis zum Bergzeitfahren auf der 20. Etappe halten. Das ist eine besondere Herausforderung.“

3470 Kilometer liegen zwischen Nizza und Paris. Die 21 Streckenabschnitte gliedern sich wie folgt: acht Bergetappen, neun flache, drei hügelige und ein Berg-Zeitfahren. Anders als im Vorjahr fehlt eine ganz kurze Etappe. Außer dem Zeitfahren ist der Abschnitt nach Paris am letzten Tag mit 122 Kilometern der kürzeste. Die längste Etappe wartet am 9. Juli und führt über 218 Kilometer von Chauvigny nach Sarran.

Schon der Auftakt wird ungewohnt schwer, denn bereits die ersten beiden Etappen in und um Nizza sind hügelig. „Zum ersten Mal seit 40 Jahren werden die Fahrer der Tour de France vom ersten Wochenende an echte Pässe vorfinden und auf über 1600 Höhenmeter klettern“, sagte der Tour-Chef Prudhomme. Gleich am vierten Tag wartet in Orcières Merlette die erste Bergankunft. Zwei Tage später geht es auf den Mont Aigoual, den zweithöchsten Berg der Cevennen, dem südöstlichsten Ausläufer des Zentralmassivs, der zum ersten Mal bei der Tour gefahren wird.

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Top-Teams und Favoriten bei der Tour de France 2020

Die zweite Woche führt das Peloton zunächst zum Puy Mary im Herzen des Zentralmassivs und zum Grand Colombier im Jura. Nach dem zweiten Ruhetag in Isère geht es dann in die Alpen mit Etappenzielen in Villard-de-Lans, Méribel und La-Roche-Sur-Foron. Der 2304 Meter hohe Col de la Loze oberhalb von Méribel gehört erstmals zum Tour-Programm.

Dafür fehlen diesmal einige legendäre Anstiege, etwa L’Alpe d’Huez, aber auch der Mont Ventoux in der Provence und der Tourmalet in den Pyrenäen. Schließlich wartet am Samstag vor dem Finale das spektakuläre Einzelzeitfahren hinauf nach La Planche des Belles Filles. „Alles in allem denke ich, die Strecke müsste Emanuel Buchmann liegen. Es gibt nur ein Zeitfahren und das führt auf einen Berg. Es gilt von Beginn an, fokussiert zu sein, das kann er. Und es gibt sehr viele Bergetappen, das kommt ihm als Kletterer grundsätzlich entgegen“, sagte Ralph Denk in Paris.

Andere dürften weniger erfreut über die Streckenführung sein. Tom Dumoulin etwa. Dem Niederländer, der von Sunweb zum niederländischen Rennstall Jumbo-Visma gewechselt ist, dürfte es nicht gefallen, dass so wenige Zeitfahrkilometer zu absolvieren sind. Im Gegensatz zu den französischen Bergspezialisten Thibaut Pinot und Romain Bardet – sowie als Aufsteigertipp der RennRad-Redaktion – zu dem jungen David Gaudu.

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Egan Bernal liegt der Kurs der Tour de France 2020

Auch dem Titelverteidiger Egan Bernal liegt dieser Kurs. „Das könnte eine lustige Tour werden mit vielen Attacken. Es ist ein guter Kurs für mich“, sagte der Tour-Sieger bei der Präsentation in Paris. Die Frage wird sein, ob Bernal überhaupt als Kapitän des Überteams Ineos antreten wird – oder als Helfer für den viermaligen Toursieger Chris Froome. Mit Bernal, Froome, Thomas und Carapaz hat Ineos vier Grand-Tour-Sieger im Team, die – auf dem Papier – alle in der Lage sind, die Tour zu gewinnen.

Ihre größten Konkurrenten könnten wohl aus dem Team Jumbo-Visma um Primož Roglič, Steven Kruijswijk und Tom Dumoulin kommen. Chris Froome fasste die Tour-Strecke so zusammen: „Ich denke, dass das die schwerste Tour der letzten fünf, sechs Jahre ist –ein brutaler Kurs.“

Tour de France, Etappen, Favoriten

Für welche Fahrer ist der harte Kurs der Tour de France 2020 ein Vorteil?

Tour de France 2020: Überblick über die Etappen

Etappe Datum Strecke Distanz
1 27. Juni Nizza – Nizza 156 km
2 28. Juni Nizza – Nizza 187 km
3 29. Juni Nizza – Sisteron 198 km
4 30. Juni Sisteron – Orcières-Merlette 157 km
5 1. Juli Gap – Privas 183 km
6 2. Juli Le Teil – Mont Aigoual 191 km
7 3. Juli Millau – Lavaur 168 km
8 4. Juli Cazères-sur-Garonne – Loudenvielle 140 km
9 5. Juli Pau – Laruns 154 km
6. Juli Ruhetag La Charente-Maritime
10 7. Juli Île d’Oléron – Île de Ré 170 km
11 8. Juli Châtelaillon-Plage – Poitiers 167 km
12 9. Juli Chauvigny – Sarran 218 km
13 10. Juli Châtel-Guyon – Puy Mary 191 km
14 11. Juli Clermont-Ferrand – Lyon 175 km
15 12. Juli Lyon – Grand Colombier 175 km
13. Juli Ruhetag Isère
16 14. Juli La Tour-du-Pin – Villard-de-Lans 164 km
17 15. Juli Grenoble – Méribel 168 km
18 16. Juli Méribel – La-Roche-sur-Foron 168 km
19 17. Juli Bourg-en-Bresse – Champagnole 160 km
20 18. Juli Lure – La Planche des Belles Filles (EZF) 36 km
21 19. Juli Mantes-la-Jolie – Paris 122 km

 

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